Kanoa Fish'n Chixx im Test

Kanoa Fish’n Chixx im Test

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Der Retrofish ist definitiv zurück in den Line-Ups von Faro bis Brest. Dabei gibt es durchaus legitime Weiterentwicklungen. Wir haben eine davon getestet: Das Kanoa Fish’n Chixx.

8.6Expert Score
Toller Allrounder
Das Fish’n Chixx ist eines der beliebtesten Boards der kleinen deutschen Surfboard-Schmiede Kanoa. Und das mit gutem Grund: Die Vielseitigkeit, die Zuverlässigkeit und die Fehlerverzeihung macht es zu einem sehr guten Reisebegleiter für alle Lebens- und Wasserlagen.
Agilität & Manöver
8
Geschwindigkeit
8.5
Paddle-Power
9
Stabilität
9
Material & Verarbeitung
9
Preis
8

Gewaxt, gesurft, getestet. Luca hatte das Kanoa Playground bei zwei Wochen Wintersurf in der Bretagne im Einsatz. Für den Testzeitraum hat Kanoa uns das Board kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie objektiv kann der Test dann noch sein? Das haben wir uns auch gefragt: Lies hier mehr dazu, wie wir testen.

Das Testboard

Das Fish’n Chixx überzeugt wie alle Kanoa Boards mit einem ausgefallenen und trotzdem weithin gefälligen Design. / David Brück für milchplus.de
Name: Kanoa Fish’n Chixx in 6’0
Shape: Weiterentwicklung eines klassischen Retro Fishes
Fin-Setup: 5 Finnenkästen (FCS 1) für Thruster oder Quad Setup
Volumen: 38,1 L
Maße (Inch): 6’0 × 20 7/8 × 2 3/4
Bauweise: Polyurethan Kern, Stringer, eher dickes Glassing (6+4+4 Unzen), Rails dreifach geglast bis 5’8
Preis: 589 Euro

→ Das Board gibt es in sieben Größen von 5’3 bis 6’4. Neben dem Volumen ist auch der Preis größenabhängig (aber nur leicht: 569 bis 599 Euro). Zum Board bei Kanoa.

Die Testbedingungen

Wellentyp: Beachbreaks, Reefbreaks, Pointbreaks
Wellengröße: 3 bis 10 Fuß

Kanoa Fish'n Chixx im Test: Die Testbedingungen
Wild, stürmisch, allegro pastell. So hat sich die Bretagne öfter gezeigt. / Luca Brück für milchplus.de

In der Bretagne hatten wir eine Wellenvielfalt, wie wir sie in Europa selten gesehen haben. Die vernarbte Küste hat so viele Ecken und Kanten, dass sich immer eine Welle findet. Im Endeffekt haben wir das Testboard genauso in 6 Fuß Closeouts am Beachbreak Goulien wie in schöne lange Linke an einem der geheimen Points gejagt – und wurden nicht enttäuscht.

Das Fish’n Chixx im Test

Das einzige, was am Kanoa Fish’n Chixx nicht ganz überzeugt, ist der Name. Die Emanzipation ist auch im Surfen definitiv weiter; es ist nicht mehr ganz so oft der männliche Blick, der das Frauen-Surfen verortet.

Kanoa Fish'n Chixx im Test: Das Surfboard von unten
Da ist das Ding. / David Brück für milchplus.de

Aber genug davon. Auf der Website heißt es, dass man das Board ca. 2 Inch kürzer surfen könne, als sein reguläres Shortboard. Das stimmt bestimmt. Wir haben uns aber wegen der dicken Neos und der großen Wellen trotzdem für das 6’0 entschieden. In der Folge waren wir bei Turns manchmal zusätzlich zu unseren ureigenen Körperklaus-Limitationen leicht eingeschränkt.

Kanoa Fish'n Chixx im Test: Testsession am Goulien
Natürlich gehörte auch eine wunderbar erfrischende Close-Out-Session in 10 Grad kaltem Wasser am Plage de Goulien zum Test. Rein da. / Luca Brück für milchplus.de

Sicher, das Board ist eher für kleinere Wellen gedacht, ein Brett für den Sommer in Europa. Es hat uns aber auch in den Winterbedingungen der Bretagne nicht enttäuscht und war eine sehr gute Allroundwaffe – denn im Bulli war nicht allzuviel Platz.

Das Fish’n Chixx hat ziemlich viel Volumen – eigentlich, um Paddel-Power zu mobilisieren und auch mal Section links liegen lassen zu können. Aber die Volumenverteilung hilft auch, wenn man in komplett in Neopren verpackt ist und kurzfristig deutlich mehr wiegt.

In jedem Fall bewegt man sich damit schnell durchs Line-UP, die versteckten Schaumstoffliter machen sich bemerkbar. Nicht ganz einfach ist das Anstarten in großen, hohlen Wellen. Aber wann ist es das schon? Dafür macht das Board auch an fetten Pointbreakwellen eine erstaunlich gute Figur.

Kanoa Fish'n Chixx im Test: Die Finnenkästen
5 Finnenkästen für viele Optionen. Dabei setzt Kanoa auf FCS1, was im Vergleich mit dem Nachfolgesystem auch mehr als verständlich ist. Auch gut zu sehen: Der sehr flache Tailwinkel. / Luca Brück für milchplus.de

Das Board ist klassisch gebaut. Die kurzen Versionen sind allerdings besonders stabil an den Rails: Das soll auch ein vergleichsweise schmerzloses Riversurfen ermöglichen. Wir haben das Board nur im Atlantik getestet, können uns aber gut vorstellen, dass es auch auf stehenden Wellen sehr gut funktioniert.

Vielleicht fragt sich jemand, warum Kanoa noch auf FCS1 Finnenkästen setzt. Nun, die Finnen sind sehr verbreitet und überall auf der Welt leicht zu bekommen. Vor allem aber nervt das „neue“ FCS2 System. Konsequent, dass das nicht alle mitmachen.

Kanoa Fish'n Chixx im Test: Testsession
Wie kann ein so strahlend schöner Tag so kalt sein? / Luca Brück für milchplus.de

Als Anfängerboard würden wir das Fish’n Chixx nur empfehlen, wenn Du generell ein wasseraffin bist und vielleicht auf anderen Boards eine gute Figur machst (Schnee oder so). Sonst ist ein Softboard einfach effizienter als Lehrmittel. Aber das Fish’n Chixx könnte durchaus dein erstes Hardboard werden. Und auch, wenn Du schon eine Weile surfst, bekommt Du mit dem Board eine solide Quiver-Erweiterung, nein, eigentlich einen Ersatz für die meisten anderen Boards in deinem Besitz.

Wenn Du mehr über die Marke Kanoa und ihre Boards wissen willst, empfehle ich dir den Artikel zu einem weiteren Test: Dem Playground. Das Board ist etwas sportlicher angelegt als das Fish’n Chixx und weil es unser erster Kanoa-Test war, habe ich noch eine Menge Infos zu Kanoa in den Text gepackt.

Fazit

Das Playground von Kanoa ist ein Board für:

→ Intermediates / Fortgeschrittene
→ Vielfältige Wellen
→ Kleinere und schwächere Wellen
→ Stehende Wellen

Du kannst das Kanoa Board direkt beim Hersteller kaufen. Dadurch verdient Kanoa mehr an einem Board als herkömmliche Hersteller. Und kann hochwertigere Boards bauen.

Und wenn Du das Board erstmal testen willst: Über das Münchner Start-Up Try Up geht das.

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Luca Brück

Luca ist ein Tee trinkender Surfrabauke aus dem Schwarzwald. Seine Brötchen, den Tee und die Surfboards verdient er als Journalist und Blogger. Aktuell lebt und schreibt Luca in Oldenburg.

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