Mit dem Wohnmobil nach Irland: Die Fähren

Fähren nach Irland (Wohnmobil): Übersicht, Dauer & Kosten (2021)

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Titelfoto: Luca Brück für milchplus.de

Was ist das für eine Idee, das Wohnmobil aufs Meer zu schicken? Fangen wir anders herum an: Die Alternative, ein Wohnmobil in Irland zu buchen, hat sicherlich Vorteile. Die Anreise ist bequem und sogar günstiger und das Lenkrad ist auf der richtigen Seite. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Denn es gibt anders herum auch fantastische Gründe, sein eigenes Wohnmobil über den Kanal beziehungsweise die irische See zu schippern. Der wichtigste ist wohl, dass man ein eigenes Wohnmobil hat. Warum also mieten? Dazu kommt, dass man alle vertrauten Reisebegleiter zu Hause einpacken, in Frankreich nochmal Rotwein tanken und sich nicht dem abrupten Urlaubsbeginn und Ende eines Fluges unterwerfen muss. Außerdem ist so eine Fährfahrt ein fantastisches Abenteuer, jedenfalls, so lange der Atlantik es gut mit einem meint.

Disclaimer: Wir haben die Infos sorgfältig recherchiert, dennoch können sie fehlerhaft sein. Die Preise für Fährfahrten sind recht volatil und werden im Regelfall abweichen. Hier findet ihr die von uns am 28.08.2021 ermittelten Preise für zwei Reisende mit Wohnmobil.

Die Fähren nach Irland

Im Moment gibt es eine überschaubare Anzahl an Fährverbindungen. Das liegt auch (aber nicht nur) an Corona. Mitunter ändern die Reedereien ihre (Fahr-)Pläne recht spontan. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, sich in Richtung Irland einzuschiffen: Die “Landbrücke” über England und Wales und die direkte Verbindung von Frankreich nach Irland (“Seebrücke”). Beides hat seine Reize, allerdings scheint es aktuell aus mehreren Gründen sinnvoll, Großbritannien auszulassen. Ach so, für verrückte Weltenbummler gibt es auch noch eine Fähre von Rosslare nach Bilbao in Nordspanien.

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Tipp: Hoover über die Linien, bis der Zeigefinger erscheint, dann kannst Du sie anklicken und die Infos zu der Strecke erscheinen.

Fähren von Frankreich nach Irland

Von Nach Abfahrt Dauer Reederei Preis*
Cherbourg Rosslare 21:00 16h30 Stena Line 236 Euro → Buchen
Cherbourg Rosslare 16:46 16h29 Brittany Ferries 222 Euro → Buchen
Roscoff Cork 22:15 12h45 Brittany Ferries 236 Euro → Buchen
Cherbourg Dublin 16:30 19h15 Irish Ferries 294 Euro → Buchen
Bilbao Rosslare 12:01 28h59 Brittany Ferries 367 Euro → Buchen
*der günstigste Preis ohne Rabatte für 2 Erwachsene mit Camper/Wohnmobil bis 6m und Ruhesessel (Stand 28.08.2021).

→ Die beliebteste Verbindung war lange Cherbourg nach Rosslare mit Irish Ferries. Die Reederei ist die größte Irlands und beliebt – zu Recht. Die Oscar Wild ist eine ausgesprochen schöne Fähre, die Räume mit den Ruhesesseln haben Teppichboden und man bekommt Decke, Kissen und Handtuch. Aktuell verkehrt aber nur die neue W.B. Yeats auf der Route Cherbourg – Dublin. Das dauert knapp 3 Stunden länger. Außerdem kosten auch die Ruhesessel mittlerweile Geld, anders als bei Stenaline. Damit ist Stenaline aktuell oft die beste Preis-Leistungs-Option, auch weil die Seite von Brittany Ferries auf französisch ist und in der Übersetzung oft hakt.

Via Großbritannien (die Landbrücke)

Über Großbritannien ist man etwas schneller in Irland – wenn man ein schnelles Wohnmobil hat. Außerdem muss man keine Nacht auf der Fähre verbringen. Dafür ist die Variante in der Regel teurer. Und außerdem muss man sich auf die Reisebestimmungen zweier Länder einstellen und der Brexit hilft auch nicht. Aber vielleicht verbessert sich die Situation ja auch wieder. Es ist jedenfalls eine Runde Sache, von Deutschland kommend von Dünkirchen nach Dover überzusetzen, vielleicht noch an der malerischen Three Cliffs Bay in Wales zu stoppen, dann von Pembroke nach Rosslare zu fahren und auf dem Rückweg eventuell die direktere Seebrücke zu nehmen. Die beste Verbindung hängt aber vor allem davon ab, was man sich auf der Reise ansehen möchte.

Mit dem Wohnmobil nach Irland: Die Fähren von Calais nach Dover
Im Hafen von Calais liegen die Schiffe Seite an Seite. Rechts eine Fähre von P&O Ferries. / Foto: Luca Brück für milchplus.de

Zeitweise hatten Stena Line und Irish Ferries auch Angebote für die Landbrücke, also für beide Fährstrecken kombiniert. Vielleicht kommen auch die wieder. Generell gilt, dass man sehr viel vergleichen und abwägen kann, wenn man den Weg über Großbritannien wählt. Qual der Wahl und so, kennste, ne?

Fähren von Frankreich/Holland nach Großbritannien

Von* Nach Dauer Reederei Preis**
Dünkirchen Dover 2h DFDS 131 Euro → Buchen
Calais Dover 1h30 P&O Ferries, Irish Ferries 109 Euro → Buchen
Hoek van Holland Harwich 6h30 Stena Line 110 Euro → Buchen
Cherbourg Portsmouth 10h Brittany Ferries 230 Euro → Buchen
Calais Folkestone 35m Eurotunnel 150 Euro → Buchen
*es gibt einige weitere Routen von Frankreich, die aber für die meisten nicht interessant sein dürften. **der günstigste Preis ohne Rabatte für 2 Erwachsene mit Camper/Wohnmobil bis 6m. Für die Strecken Calais-Dover und Dünkirchen-Dover gibt es noch weitere Anbieter. (Stand 28.08.2021).

Fähren von Großbritannien nach Irland

Von Nach Dauer Reederei Preis*
Pembroke Rosslare 4h Irish Ferries 200 Euro → Buchen
Fishguard Rosslare 3h30 Stena Line 200 Euro → Buchen
Holyhead Dublin 3h30 Stena Line, Irish Ferries 220 Euro → Buchen
Liverpool Dublin 8h P&O Ferries 236 Euro → Buchen
Liverpool Belfast 8h Stena Line 250 Euro → Buchen
Cairnryan Belfast 2h Stena Line 180 Euro → Buchen
Cairnryan Larne 2h P&O Ferries 176 Euro → Buchen
*der günstigste Preis ohne Rabatte für 2 Erwachsene mit Camper/Wohnmobil bis 6m und Ruhesessel, falls es sich um eine Nachtfähre handelt (Stand 28.08.2021).

Tipps für die Buchung

Was ist der günstigste Weg nach Irland?

Die günstigste Variante ist in den allermeisten Fällen die direkte über Cherbourg. Dabei lohnt es sich (wie auf allen Strecken mit Konkurrenz) alle Anbieter zu vergleichen, also Stena Line, Brittany Ferries und Irish Ferries. Der Grundpreis liegt bei allen dreien bei etwa 230 Euro. Dazu kommt noch die Unterbringung, die obligatorisch ist. Es gibt auch die Option Ruhesessel statt Kabine, dazu gleich mehr. Der kostet aber bei Brittany Ferries 17 Euro und bei Irish Ferries 29 Euro. Eine Kabine ist dann gar nicht mehr so weit weg, preislich. Insgesamt ist Stena Line aktuell meist am günstigsten. Wer direkt nach Dublin möchte, fährt mit Irish Ferries nur unwesentlich teurer.

→ Cherbourg – Rosslare mit Stena Line ab 199 Euro

Ausgebucht?

Kommt tatsächlich vor. Erst sind nur die günstigen Ruhesessel weg, dann die Kabinen und schließlich geht gar nichts mehr. Oder? Tatsächlich stimmt das nicht ganz, denn über die diversen Fährenvermittlerportale wie Direct Ferries gibt es meist noch einige Tickets. Der Preis steigt dann allerdings oft rasant, je weniger Plätze es gibt.

Die Sache mit dem Ruhesessel

Wer eine weitschwimmende Fähre bucht, ist mitunter überrascht: Das alles für nur 200 Euro? So viel hat doch schon der Sprung über den Kanal gekostet? Tatsächlich ist der geringe Preisunterschied auffällig, aber so ganz stimmt es auch nicht. Wer von Cherbourg nach Rosslare fährt (und vice versa, auch auf einigen anderen Strecken), der muss einen Ruhesessel oder eine Kabine buchen. Das geht zusätzlich ins Geld. Nur nicht bei Stenaline. Da ist die Ruhesessel Option umsonst. Bei den anderen war sie das auch mal. Aus gutem Grund. Denn es ist eine echte Tortur, in den Dingern zu schlafen. Sind halt auch nur Flugzeugsitze mit etwas mehr Beinfreiheit. Aber deshalb schläft auch niemand darin. Gewiefte Vielfahrer rollen nach dem Boarding als erstes ihre Isomatten aus oder legen Picknickdecken in eine Ecke des Raums. Dann geht es an die Bar oder auf Deck für ein bis fünf Pints – um dann hoffentlich leicht in einen schweren Schlaf zu finden, der auch durch die laut stampfende Maschine und den Wellengang sicher bis in den Hafen des Morgens manövriert. 

  • Ein Mittel gegen Reiseübelkeit ist keine schlechte Idee
  • Isomatte/Picknickdecke als Unterlage
  • Schlafsack, Kissen
  • Proviant, aber nicht übertreiben
  • Schlafmaske, Ohrstöpsel

Keine Angst, beim ersten Mal kann man gar nicht alles richtig machen. Aber schon auf der Rückfahrt ist man ja gefühlter Profi.

Früh buchen bzw. für die Newsletter anmelden

Es ist eine Binsenweisheit, stimmt aber trotzdem. Wer früher bucht, bekommt die günstigsten Preise. Nur ist man dann auch festgelegt. Wer so flexibel ist, fährt am günstigsten, wenn er schon einige Monate im Voraus die Fähren bucht. Alternativ bieten die meisten Betreiber aktuell “Flex-Tickets” an, die man leicht umbuchen können soll. Ich hoffe, wir müssen das nicht ausprobieren, es wirkt aber so, als wäre es tatsächlich online leicht machbar. Nachtrag: Aus gegebenem Anlass habe ich es ausprobiert. Bei Stenaline in der Option “Flex” lassen sich alle nicht Buchungsrelevanten Daten online umsonst ändern. Also das Fahrzeugkennzeichen und die Namen der Reisenden. Bei Änderungen der Route, der Personenanzahl, der Unterbringung, etc. muss die Differenz bezahlt werden oder sie wird (falls es günstiger wird) zurückerstattet. Das alles geht tatsächlich sehr einfach.

Wer sich die Sache früh überlegt, aber zögert, kann sich zu den Newslettern der Reedereien anmelden, die die Wunschroute fahren. Man bekommt dann schön regelmäßig das Postfach voll, dafür aber auch mit, wenn es interessante Aktionen und Rabatte gibt. Und das passiert halbwegs regelmäßig.

Stenaline versus Irish Ferries

Und die Antwort ist: Es kommt darauf an. Und zwar auf die Linie. Die Stena Horizon, die für Stena Line auf der Route Cherbourg – Rosslare verkehrt, wirkt schon etwas in die Jahre gekommen, obschon sie erst 2006 ihre Jungfernfahrt hatte. Irish Ferries betreibt dagegen auf der Route von Cherbourg nach Dublin mit der W.B. Yeats eine ziemlich neue und deutlich großzügigere Fähre.

Mit dem Wohnmobil nach Irland: Die verschiedenen Redeereien
Die abendliche Abfahrt mit der Stena Horizon in Cherbourg beginnt mit einem Konzert der Autos: Alarmanlage ausstellen, falls möglich. / Foto: Luca Brück für milchplus.de

Anders sieht es bei den beiden Fähren von Wales nach Rosslare aus. Hier hat wohl Stena Line die Nase vorn. Am Ende sind Reisezeit und Preise entscheidender für die Wahl, als die Reederei. Aber es lohnt sich dennoch, einmal die jeweiligen Schiffe auf der Wunschroute zu vergleichen.

Direktbuchung versus Vermittler

Viele Vermittler, also Anbieter, die im Grunde Online-Reisebüros für Fähren, haben sehr schlechte Bewertungen. Meistens beziehen die sich auf Umbuchungen oder Stornierungen und darauf, dass der Kundenservice schlecht zu erreichen ist. Während Corona wurden sehr viele Fährverbindungen storniert und die Reedereien haben das oft ähnlich gehandhabt, wie die Fluglinien. Wurde dann auch noch über einen Vermittler gebucht, wurde es oft noch schwieriger, eine Gutschrift zu bekommen.

Die Portale zum Fähren-Mieten sind alle super übersichtlich, die Buchung ist oft einfacher als bei den Reedereien. Dafür lassen sich Buchungen später nicht mehr so einfach ändern und auch die Infos gilt es zu prüfen: 21 Uhr bis 14:30, das sind 18h30, wegen der Zeitverschiebung. / Screenshot von misterferry.de

Geht alles gut, geht alles gut. Man sollte sich aber umfassend informieren, etwa über Check-In-Zeiten und Modalitäten. Und es ist auch schlau, so zu buchen, dass man nichts umbuchen muss. Denn das geht bei fast allen Anbietern richtig ins Geld und wird gerne abgeblockt. Jetzt aber das große Aber: Auch bei den Fähren direkt ist es oft schwierig, eine Buchung zu ändern oder jemanden an den Fernsprecher zu bekommen. In der Regel hat man aber die Möglichkeit, selbst online Buchungen zu ändern. Bei den “Flex-Ticket” Optionen ist das auch in der Regel umsonst.

  • netferry ist das bestbewertete Fährenportal, hat aber keine Irland Fähren
  • Reisebüros sind eine Option, wenn auch oft teurer
  • Die meisten Reedereien bieten eine Flex-Option, man kann dann online die Fähren stornieren oder umbuchen.
  • Die Versicherung, die viele Portale dazu vermitteln, greift oft nur bei best. Bedingungen

→ Wer früh dran ist, bucht am besten bei den Reedereien direkt die Flex-Option. Wer kurzfristig bucht, kann bei Portalen oft noch Fähren finden, die über die Seite der Reederei schon voll sind. Änderungen sind dann aber meist nicht einfach.

FAQ

Wie komme ich mit dem Wohnmobil nach Irland?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder über die Seebrücke genannte Fährverbindung von Frankreich direkt nach Irland, oder über die Landbrücke: Erst über den Ärmelkanal, dann über die irische See. Die direkten Fähren fahren von Roscoff oder Cherbourg (was näher an Deutschland ist) nach Rosslare und Dublin, brauchen etwa 18 Stunden und kosten ab 200 Euro. Wählt man die Route über Großbrittanien, braucht man mit den schnellsten Fähren von Calais nach Dover 1,5 Stunden und dann nochmal 3 von Wales nach Rosslare. Die Teilstrecken sind zusammen meist teurer, als die direkte Variante.

Was kostet eine Fähre nach Irland?

Aktuell zahlt man mindestens 187 Euro für ein Auto mit Fahrer. Mit dem Wohnmobil und zwei Personen kostet die Überfahrt ab 236 Euro. Wer früh bucht, bekommt dafür schon die “Flexibility” Option, kann also die Buchung noch ändern oder stornieren. Dazu kommt noch der Preis für Ruhesessel oder eine Kabine, letztere gibt es ab 79 Euro. 

Wie lange dauert die Fähre nach Irland?

Stena Line wirbt damit, die schnellste Verbindung von Frankreich nach Irland zu bieten: 16h30 von Cherbourg nach Rosslare im Südosten der Smaragd-Insel. Allerdings schafft die Reederei diese Zeit nur bei einer Verbindung in der Woche, sonst braucht sie 18h30. Irish Ferries fährt direkt nach Dublin in 19:30. Die Schiffe stampfen immer durch die Nacht, legen also am Nachmittag bis Abend in Cherbourg oder Roscoff ab und kommen am Vormittag in Irland an.

Was ist die günstigste Fähre nach Irland?

Die Reedereien schenken sich da nicht viel. Aktuell verkehren Brittany Ferries, Irish Ferries und Stena Line direkt von Frankreich nach Irland. Bei allen dreien kostet die günstigste Überfahrt für ein Wohnmobil und zwei Reisende etwa 136 Euro. Dazu kommt noch die Unterbringung. Weil die Option Ruhesessel bei Stena Line umsonst ist, bei den anderen beiden aber 17 (Brittany Ferries) bzw. 29 Euro (Irish Ferries) kostet, ist die Überfahrt mit der Stena Horizon von Stena Line aktuell oft die günstigste Option. Die Fähre fährt 4x in der Woche um 21:00 in Cherbourg ab.

Kann man den Hund mit auf die Fähre nehmen?

Wer sein Haustier mit nach Irland nehmen möchte, fährt meist besser über die Landbrücke, also über Dover-Calais und die irische See. Hunde dürfen auf den Fähren nämlich kostenfrei im Auto bleiben (man kann aber nicht nach ihnen sehen) oder sie müssen einen Platz im Zwinger für das Haustier buchen. Außerdem sollte man mit Haustier deutlich früher am Check-In erscheinen.

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