Mini Holzofen im Wohnmobil

Mini Holzofen im Wohnmobil

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Ein Mini Holzofen im Wohnmobil ist gewissermaßen die Inkarnation des eigentlich per se körperlosen Vanlife-Mantras: Etwas verrückt, etwas illegal und unglaublich heimelig. Dass trotzdem nur sehr wenige Bullis und Wohnmobile mit einem Kamin durch die Gegend fahren, liegt vor allem an zwei Ressentiments gegen Holzöfen als Wärmequelle und an der Ernsthaftigkeit der Aktion: Dass es verboten sei und außerdem brandgefährlich. Und wirklich, einen Kaminofen kann man nicht ein bisschen einbauen, man muss wissen, was man tut und man ist in absoluter Konsequenz selbst verantwortlich für sein Handeln.

Liebe ist stets der Anfang des Wissens, so wie Feuer der Anfang des Lichtes ist.

Thomas Carlyle

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Darf man denn einen Holzofen im Bus verbauen/verwenden?

Nein, die Antwort ist nein. Zum einen erfordert der Einbau eines Ofens eigentlich eine Eintragung als Fahrzeugänderung, die in der Praxis kaum zu bekommen ist, zum anderen sind die Normabstände zu brennbaren Materialien auf dem begrenzten Raum eines Bullis einfach nicht zu schaffen. Da sich aber weder Kaminkehrer noch Tüvler so richtig zuständig für Kaminöfen im Wohnmobil fühlen, kann man praktisch durch die Paragrafen schlüpfen wie der Wind durch die Rostritzen im Bus.

Mini Holzofen im Wohnmobil: Die Dachdurchführung aus Silikon.
Das Ofenrohr ist mit einer Silikonmanschette ) die eigentlich für einen Zeltofen gedacht ist) abgedichtet.

Für die Sache mit dem Tüv muss der Ofen als “Ladung” deklariert sein, also demontierbar. Außerdem darf die Fahrzeughöhe nicht durch den Kamin verändert werden, weshalb hier auch von den meisten Bastlern eine Stecklösung präferiert wird.

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile des Heizens mit Holzofen im Womo

Pro

  • tolles Raumklima, speziell beim Surfen
  • günstiges Heizen
  • Trocknungseffekt
  • Atmosphäre
  • ziemlich störungsunanfällig
  • zieht keine Batterie

Contra

  • platzraubend
  • Gewicht 
  • Transport von Holz
  • Staub und Dreck von Asche und Brennstoffvorrat
  • keine Fernbedienungslösung
  • keine Campingplatz- und Wohngebiet Lösung
  • Feinstaubbelastung
  • Gefahrenquelle

Alles in allem überwiegen die Nachteile objektiv betrachtet klar. Subjektiv kann aber schon ein Abend am Kaminofen die Nachteile überwältigen und in – ja was? – Rauch auflösen.

Für wen ist ein Mini Kaminofen eine gute Idee?

Der Kaminofen ist ein Projekt, in das man sich nicht verbeißen sollte. Wenn alles wichtige seinen Platz hat und man problemlos noch einen kleinen Ofen einplanen kann, ohne sich die Kniescheiben daran anzustoßen und ihn als Ablage zu missbrauchen, dann kann ein Ofen eine gute Idee sein. Übrigens funktioniert ein Ofen genauso im T3 wie in meiner deutlich größeren Wanne. Eine Frage des Commitments, wie der Blogger schreiben würde. 

Mini Holzofen im Wohnmobil: Kleines Beil zum Holz spalten.
Wer einen Holzofen im Bus hat, sollte auch an Werkzeug zur Brennmaterialverarbeitung denken.

Als Hauptwärmequelle sollte der Ofen nur bei wirklich ausreichend Platz und vielleicht nicht für Schneetrips geplant werden – wobei, einige Dieselstandheizungen funktionieren nur bis in eine Höhe von etwa 1800m, dann wird ihnen die Luft zu dünn. Man muss eben den Nachts öfter nachlegen und die schon in Stichpunkten genannten Nachteile lassen sich nicht wegdiskutieren.

Fazit: Der Ofen ist was für Alleinreisende oder Paare, Langsamreisende und Menschen mit Blasenschwäche (des Nachlegens wegen). Gerade auf einem Surftrip durch Europas nasse Regionen wie Galizien oder Porto spielt der Holzofen seine Stärken aus. Der Trocknungseffekt ist beeindruckend!

Das sind die besten Mini Holzöfen für kleine Räume

Cubic Mini

Der Cubic Cub Mini CB-1008 ist einer der beliebtesten Holzöfen für das WoMo. Ohne Frage ist er chíc. Und winzig. Außerdem hochwertig und er hat eine sekundäre Luftzufuhr. Nur: woher nehmen und nicht stehlen? Der Cubic ist nur über die USA oder Canada (wo er gebaut wird) zu bestellen. Und das war auch schon vor der Covid-19 Pandemie nicht gerade einfach und außerdem kostspielig. Zu bedenken ist außerdem, dass die Anschlüsse des Ofens zöllig sind. Leser Nico hat seine Erfahrung mit dem Versand in den Kommentaren beschrieben und mich a) darauf hingewiesen, dass seit CETA kein Zoll mehr anfällt und b) es bei Cubic auch direkt noch die richtigen Rohre und die WoMo-Dachdurchführung gibt. Danke dafür!

  • Kleiner Ofen: 28 x 30,5 x 26,7 (cm)
  • zöllige Anschlüsse, Rohre nicht inklusive
  • Sichtfenster
  • qualitativ hochwertig
  • mini Holzofen 2 kw
  • $ 449 CAD

Outbacker Firebox Ecoburn

Die Firma Outbacker macht Zeltöfen in zahlreichen Formen und Farben. Gewicht, Preis und Heizleistung machen solche Öfen zu einer verlockenden Alternative zu kleinen Werkstattöfen. Allerdings sind diese Öfen nicht zum Festeinbau gedacht – das Ofenrohr ist mit sechs Zentimetern sehr dünn, wird daher besonders heiß und rußt schnell zu. Und auch an den Öfen merkt man den Leichtbau. Trotzdem ist zum Beispiel die Firebox* eine Option – für Wenig-Heizer und Sparfüchse auf der Suche nach einem leichten Ofen mit Sekundärluftzufuhr.

  • Kleiner, leichter Ofen (14kg)
  • 6cm Ofenrohr, Segmente inklusive
  • Viel günstiges Zubehör verfügbar
  • Nicht für den Festeinbau gedacht

Dickinson Newport

Auf den ersten Blick ist der Feststoffofen von Dickenson nicht gerade attraktiv. Er hat kein Sichtfenster, ist aus relativ dünnem Blech und trotzdem teuer. Beschäftigt man sich eingehender mit kleinen Kaminöfen und Schiffsöfen, stolpert man aber immer wieder über den klapprigen Engländer. Das liegt vor allem daran, dass er schon einigermaßen weit verbreitet ist und es daher auch hin und wieder einen Holzofen gebraucht zu ergattern gibt. Außerdem ist die Wandmontage sehr platzsparend und über Bootsbauläden wie toplicht sind alle möglichen Einbauteile zu erwerben.

  • etablierter Schiffsofen
  • kleiner Holzofen: 20 x 23 x 37,5 cm
  • 2 kw mini Holzofen
  • nicht besonders wertig
  • relativ hoher Preis: 545 Euro
  • leichter und platzsparender Einbau

Prity Mini

Ist man mit den genannten Optionen nicht zufrieden, bleiben eine Vielzahl an Werkstattöfen und kleinen Kaminöfen. Ich habe mich für den Prity GS entschieden, das GS steht für Garden Stove. Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dass man den Ofen auch indoor benutzen könne. Ob man das Backfach aber wirklich braucht und nicht eigentlich ein kleiner Aufsatz für den Ofen pragmatischer ist, kann ja jede selbst entscheiden. Ist man jener Auffassung, dann findet vielleicht das Modell Mini der bulgarischen Schmiede Anklang. Der Ofen ist für den Preis wirklich ausnehmend schön und mit 48 Kg noch nicht ganz ganz schwer.

  • sehr schöner Holzofen 
  • 5 kW Heizleistung
  • keine Sekundärluftzufuhr
  • um die 240 Euro
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Mini Ofen Kaufen: Worauf muss ich achten?

Während die Vor- und Nachteile eines Holzofens im Bus schnell erzählt sind, werden praktische Hindernisse gerne geflissentlich verschwiegen: Es gibt gar nicht so viele Öfen zu kaufen, die sich für den Einsatz im Bus eignen. Während die meisten Blogger, die ihren Baumarktofen präsentieren, ein 20qm Wüstenschiff ihr Eigen nennen, haben viele potentiell Holzofen interessierte nicht so viel Platz und Luft zur Verfügung.

Die richtige Heizleistung:

Der Ofen sollte also auf jeden Fall klein genug sein. Erstens, damit er sinnvoll in den beschränkten Raum integriert werden kann, zweitens, weil die Temperaturverläufe sonst einen ganzen Wüstentag emulieren: Ungefähr fünf Sekunden angenehm warm, dann zu heiß, dann unerträglich heiß, dann in Folge des Lüftens kalt, schließlich (wenn der letzte Holzspan verglimmt) eiskalt und dann von vorn.

Eine gute Heizleistung für kleine Busse sind 2 – 3 KW, große Ausbauten kommen möglicherweise auch mit 4 – 5 noch zurecht. Die Heizleistung lässt sich dabei nur schlecht regulieren, und bei fast geschlossener Luftzufuhr verbrennt das Holz nicht richtig. 

In Frage kommen daher Zeltöfen und leichte Schiffsöfen, mit Abstrichen leichte Baumarktöfen und dann natürlich noch die wenigen speziell für Tiny Homes designten Kaminöfen, die es gibt.

Gewicht:

Größe und Gewicht gehen Hand in Hand, allerdings gibt es noch die Klasse der Zeltöfen und den Newport Dickinson, die wesentlich leichter daherkommen. Da Zuladung bei WoMos eigentlich immer ein Thema ist, kommen 50kg+ Öfen fast nur für LKW in Betracht. Auf der anderen Seite ist eine gewisse Solidität schon erwünscht. Aus diesem Grund und in der Kombination mit der Heizleistung entscheiden sich so viele BuslerInnen für den Cubic Cub Mini Stove. Ich habe mich dagegen für den Prity GS entschieden, weil der noch ein Backfach hat. Mit 34kg dürfte er aber an der Obergrenze der Bustauglichkeit kratzen.

Mit 7,5 Kilogramm ist der Dickinson Newport einer der leichtesten Öfen, die für den Einbau im Bus in Frage kommen.

Zuluft

Neben Holz verbrennt dein Ofen Sauerstoff. Das ist suboptimal, denn der ist eh schon Mangelware, besonders, wenn du gut isoliert hast. Wer ganz sicher gehen will entscheidet sich daher für einen Ofen mit externer Brennluftzufuhr. In der Praxis gibt es das aber nur für wenige kleine Öfen und gar nicht für die von mir empfohlenen. Ohne externe Brennluftzufuhr muss unbedingt ein Fenster geöffnet bleiben. Dazu komme ich auch im Abschnitt über die Positionierung noch mal.

Qualität:

Kleine Öfen im Niedrigpreissegment  – das, was uns Busreisende naturgemäß anspricht hat einen Haken, nämlich dass die Qualität dieser Öfen oft nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt ist, um es einigermaßen nett zu formulieren.

Der Ofen, der Größe und Qualität am Besten kombiniert, ist sicherlich der Cubic Mini.

Effiziente Verbrennung:

Auch wenn Holz ein nachwachsender Brennstoff ist, sollte man ihn nicht verschwenden. Noch ein Grund dafür, keinen überproportionierten Ofen zu verbauen. Außerdem entsteht beim Holzofenbetrieb ziemlich viel Feinstaub und daneben die Gase, die entstehen, wenn man bedruckte Pappe, Papier mit Kleberresten und was noch so rumliegt, verbrennt.

Während gegen letzteres nur der kategorische Kant hilft, kann man mit besseren Öfen die Abluft sauberer brennen und effizienter heizen. Solche Öfen haben eine sekundäre oder sogar tertiäre Luftzufuhr, wodurch die Öfen nicht nur Luft durch den Holzrost ziehen, sondern auch frische Luft von oben bekommen und das Holz besser abbrennen. Eine gute Idee, die aber bei günstigen Öfen nur selten angewandt wird.

Die Outbacker Firebox* gibt es auch in einer “Eco” Version mit sekundärer Verbrennung.

Bevor du dich für einen Ofen entscheidest, solltest du dir das Gesamtset anschauen: Gibt es die passenden Ofenrohre, welche Dachdurchführung eignet sich in Kombination mit dem Ofen, Gibt es sonstiges Zubehör und was kostet das alles eigentlich?

Einbau des Holzofens

Der Einbau eines kleinen Holzofens ins Wohnmobil ist eigentlich ziemlich einfach. Allerdings ist fast jeder Einbau eine individuelle Lösung und begegnet deshalb auch individuellen Problemen. Ein paar grundsätzliche Punkte möchte ich hier anführen, um dann meine Lösung vorzustellen.

Positionierung:

Wo passt er hin, wo sollte er sein. Viele Lösungen sind zumindest ein bisschen auch ein Kompromiss. Da sind die Sicherheitsaspekte auf der einen Seite und die ideale Heizposition auf der anderen. In sehr kleinen Bullis kann die Abstrahlwärme vernachlässigt werden, auch wenn es natürlich sehr angenehm sein kann, direkt am Feuer zu sitzen. Um die Wärme gleichmäßig (beziehungsweise überhaupt) zu verteilen, eignet sich ein Ofenventilator*.

Eine andere Frage ist die Einbauhöhe. Es ist eine gute Idee, auf den schweren Kaminsockel zu verzichten, der Ofen ist ja schon schwer genug. Viele Kaminofenfans bauen sich dann aus Siebdruckplatten ein Podest, um das Ofenfenster auf sitzende Augenhöhe zu bringen und um den Stauraum unter dem Ofen (meist für Holz) nutzen zu können. Dafür nimmt man aber auch zwei Nachteile in Kauf, erstens das sogenannte Eisfußphänomen, das den Umstand beschreibt, dass die warme Luft sich unter der Decke staut und zusammen mit dem Rotwein für glühende Gesichter sorgt, während auf Fußhöhe noch Temperaturen in Gefrierpunktnähe gemessen werden. Und zweitens, dass dem Ofen wertvolle Rohrlänge fehlt, denn die strahlt auch gut Wärme ab und ist außerdem für einen guten “Zug” des Ofens wichtig.

Weil der Ofen solide mit dem Boden verschraubt sein sollte, brauchst du auch dafür eine geeignete Stelle, die gut zugänglich ist und (zum Beispiel bei meinem Bus) nicht nur Holzboden unter den Füßen hat, sondern auch Metall.

Wer sich für ein Modell ohne externe Brennluftzufuhr entschieden hat, sollte bedenken, von wo der Ofen Frischluft ziehen soll. Idealerweise nämlich von einem Fenster…

  • in das es nicht regnen kann
  • das so positioniert ist, dass man nicht im Zug sitzt.
  • das möglichst so liegt, dass der Rauch nicht wieder hinein gedrückt wird.

Dachdurchführung

Wie gesagt sollte die Dachdurchführung reversibel sein, damit nicht die Höhenänderung und dann womöglich auch noch der dafür ursächliche Ofen eingetragen werden müssen. Noch wichtiger ist aber, das die Dachdurchführung absolut 100 Prozent brandsicher ist. Kritisch ist dabei die Isolierung und die Verkleidung, außerdem dürfen natürlich keine Kabel an der Dachdurchführung liegen.

Dafür gibt es verschiedene Lösungen. Man kann sich für eine aufsteckbare Lösung entscheiden. Auch ein Teleskopkamin ist denkbar. Ich habe für die Dachdurchführung eine Doppelwandmuffe 100mm* und eine Silikonmanschette zum Zuschneiden* verwendet. Und beides mit hitzebeständigem Silikon* in bzw. auf das Dach geklebt.

Mini Holzofen im Wohnmobil: Isolierung des Kaminrohrs gegen die Verkleidung.
Das 80mm Rauchrohr führt durch ein 100mm Doppelwandfutter ins Freie. Und drumherum gibt es noch eine Isolierung aus Steinwolle.

Hitzeschutzbleche

Das Holz des Ausbaus sollte im Bereich des Ofens und unter dem Ofen durch solide Bleche geschützt werden, die so angebracht werden, dass dahinter Luft kühlend zirkulieren kann. Auch das Rauchrohr kann noch sehr viel Hitze abstrahlen! Wie heiß der Ofen wird kann man vor dem Einbau mit einem Laserthermometer* messen. Durch das Anfeuern außerhalb des Busses dampft auch der Lack schon mal ab.

Sicherheit beim Heizen mit Holz

Das hier soll keine Empfehlung für den Einbau eines Holzofens in den Bus sein. Wie gesagt bin ich der Meinung, dass man sich als Lagerfeuerromantiker im Van wenigstens in eine rechtliche Grauzone begibt. Noch wichtiger als TÜV Überlegungen und Versicherungsfragen ist aber, das Risiko so weit es geht zu vermindern. Deshalb der sorgfältige Einbau unter Berücksichtigung des Feuerschutzes und der Luftzufuhr. Zusätzlich braucht man aber auch unbedingt einen Kohlenstoffmonoxidmelder und einen Rauchmelder. Schließlich gehört in jedes Wohnmobil (ob mit oder ohne Holzofen) ein Feuerlöscher. Die ideale Brenntemperatur kann man mit einem Ofenrohrthermometer überprüfen.

Mini Holzofen im Wohnmobil: Rauchmelder installieren.
Der Rauchmelder ist neben der Dachluke gut aufgehoben.
  • Nie unbeaufsichtigt heizen
  • CO-Melder installieren (auf WoMo Tauglichkeit achten)
  • Rauchmelder installieren
  • Brandschutz Richtlinien bei der Montage beherzigen
  • Feuerlöscher zugänglich montieren
  • Eigenverantwortung!

Meine Lösung für einen kleinen Holzofen im Wohnmobil

Materialliste:

Werkzeug:

  • Akku-Schlagbohrer mit Metallbohrer 5mm
  • Stichsäge mit Sägeblättern
  • Staubsauger
  • Schleifmittel
  • Gummihammer
  • Kartuschenpresse
  • Einweghandschuhe
  • Ratschenkasten

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, im Bus backen zu wollen. Deshalb, und weil sich die anderen Optionen auch nicht wirklich aufdrängen, habe ich mich für den Prity GS entschieden, einen Ofen, der eigentlich für die Terrasse gedacht ist und mit hauchdünnem Rauchrohr geliefert wurde.

Mini Holzofen im Wohnmobil: Einbau des Ofens.
Der Ofen wohnt direkt neben der Tür.

Ansonsten bin ich mit dem Kauf sehr zufrieden, die Brennkammer ist mit Schamott ausgekleidet und der Ofen trotzdem nicht zu schwer (34 kg) und recht klein (60 x 35 x 30 cm).

Ich habe den Ofen neben der seitlichen Tür meines 407ers aufgestellt. Im Grunde war das für mich die einzige Option. Zuluft kommt immer von vorne aus einem der kleinen Dreiecksfenster. Zum Holzausbau habe ich mit m5er Inserts und Maschinenschrauben ein Hitzeschutzblech verschraubt. Und dann gings los:

Erstmal musste der Ofen seine Geduld beweisen und meinen Anweisungen folgend in Millimeter Schritten an die passende Stelle hüpfen: So, dass ich die Füße an am Hilfsrahmen eingeschweißten Blechen festschrauben konnte. Dann habe ich eines der beiden Rauchrohre aufgesteckt und mit einem Faden und einer Schraube als Gewicht die Rohrmitte an der Decke ausgependelt. Anschließend gings an dieser Stelle mit einem dünnen Metallbohrer durch Verkleidung und Dach. Als nächstes habe ich mit dem Zirkel das Maß meiner doppelwandigen Wandmuffe genommen und auf das Dach übertragen. Weil der Kamin durch die Dachschräge in der Nähe der Regenrinne geht, habe ich dann die Wandmuffe noch senkrecht aufs Dach projiziert, was das Loch unten etwas breiter, insgesamt also oval gemacht hat. Mit der Stichsäge und einem kurzen Metallsägeblatt ging es durch das Dach, Teile der Isolierung, aber nicht durch die Verkleidung. Eine gute Idee wäre gewesen, die Metallspäne direkt abzusaugen, denn die rosten schneller als ein Ei auf Meereshöhe hart wird.

Mini Holzofen im Wohnmobil: Dachdurchführung in der Außenansicht.
Nicht schön, aber dicht: Die Verklebung der Dachdurchführung.

Um den Ausschnitt für die Verkleidung zu sägen, habe ich sie nochmal abgenommen. Die 100er Doppelwandmuffe habe ich mit hitzebeständigem Silikon ins Dach geklebt und von unten noch mit einem Stück Rauchrohrschale ummantelt. Jetzt konnte ich das zweite Längenelement aufstecken und von oben die Silikonmanschette überstülpen und auch mit dem Motorensilikon aufkleben. 

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