Surfen in Galizien

Surfen in Galizien

Ganz am Ende der Straße, im Nordwesten Spaniens, liegt ein Surfjuwel, ungeschliffen und roh. Galizien ist nicht mehr nur für tausende Pilgerer auf dem Weg in die Hauptstadt, nach Santiago de Compostela, Kulisse ihres Wanderns und Fotografierens, sondern auch Sehnsuchtsort für zahlreiche Surferinnen. Gespickt mit hervorragenden Beach-, Reef und Pointbreaks hat Galizien sich ein Entdeckerimage bewahrt und durch die exponierte Lage am Ende der Welt ist es eine hervorragende Region, um den in Europa swellarmen Sommer zu überstehen.

Surfen in Galizien: Beste Reisezeit

Die ideale Reisezeit für Galizien hängt einerseits von deinen Erwartungen an das Wetter und die Wassertemperatur und andererseits von deinen Surffähigkeiten ab.

Anfänger FortgeschritteneExpertinnen
Juni – AugustSep. + Okt.Sep. Okt. + Mai

Die beste Reisezeit für Anfänger ist in Galizien der Sommer. Das Wetter ist in aller Regel freundlich, warm bis heiß, im Wasser lässt es sich mit einem dünnen Neo stundenlang aushalten und die Surfschulen, -camps und -shops haben geöffnet. Wer schon mal auf dem Brett stand, egal ob fortgeschrittener Surfer oder Expertin, wird sich in den Frühherbst in Galizien verlieben. Wenn die Swells anfangen, regelmäßig die zerrissene Küstenlinie zu treffen, offenbart Galizien sein ganzes Surfpotential. Der Frühling hat ähnliches Potential, aber doch ziemlich kaltes Wasser im Gepäck. Wie kalt genau, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Surfen in Galizien: Klimadaten und Saison

Die Wasser- und Lufttemperaturen beziehen sich auf die (angegebenen) besten Surfmonate!

Im nächsten Abschnitt sind übrigens die Wassertemperaturen für das ganze Jahr aufgeschlüsselt.

SaisonWinter/FrühlingSommer/Herbst
Beste ReisezeitApril/MaiSep./Okt.
WellensicherheithochSehr hoch
Wassertemp.12 – 14 °C17/18 °C
Lufttemp. min – max10 – 18 °C14 – 23 °C
Sonne/Regenetwa 34 % Regentageetwa 19 % Regentage

So weit im Westen unserer Zeitzone gelegen, sind die Sommer– und Herbstabende in Galizien schier endlos. Gleichzeitig ist die Wellensicherheit hoch und das Wetter meist gut, das Wasser nicht kalt, höchstens kühl.

Wenn allerdings der Herbst es sich langsam einrichtet und in den Winter übergeht, trifft auch ein regelmäßiger Regen ein und sucht die Küste für Monate heim. Galizien ist die regenreichste Region Spaniens, das sollte man immerhin wissen. Der Winter kann mit milden Temperaturen und Sonne überraschen, aber auch über Wochen ein nasskalt verregnetes Bild abgeben.

Der Frühling ist wieder einigermaßen trocken, das Wasser allerding immernoch ziemlich kalt. Allerdings nicht so kalt, als dass es sich mit dem richtigen Neoprenanzug nicht aushalten lassen würde.

Surfen in Galizien: Der richtige Neoprenanzug

Wegen der Kälte und nicht vor Erschöpfung aus dem Wasser zu gehen, ist super ärgerlich. Dank der modernen Wetsuits ist das nämlich ziemlich vermeidbar. Die folgende Tabelle ist eine Empfehlung. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Wohlfühl-Temperatur und damit auch der richtige Neo Typsache sind. Die Daten sind für Valdoviño, da Galizien sehr vielfältig ist, können die Wassertemperaturen auch mal um zwei Grad abweichen.

Monate(e)Wassertemp.Wetsuit
Feb. – April12/13  °C5/3 + Haube + Booties
Mai14 °C5/3 + Booties
Juni17 °C4/3
Juli18 °C3/2
August19 °C3/2
Sept.18 °C3/2
Okt.17 °C4/3
Nov.15 °C4/3 + Booties
Dez. + Jan.14 °C5/3 + Booties

Ganz wichtig ist beim Neoprenanzug (wichtiger als die Dicke), dass er richtig passt! 4/3 bezeichnet die Dicke des Wetsuits in Millimetern. Arme und Beine sind dabei meist etwas dünner als der Torso, deshalb werden zwei Zahlen (manchmal drei) genannt. In die Pack- oder Kaufüberlegung sollte man auch die Lufttemperaturen und vor allem den Wind mit einbeziehen. Im Winter sollte man außerdem an Ohrstöpsel denken, um nicht das “Surfers Ear” als Andenken mit nach Hause zu nehmen – dabei wächst der Knorpel in der Ohrmuschel als Reaktion auf das permanent eindringende kalte Wasser.

Surfen in Galizien: Anreise

Mit dem Flugzeug

In Galizien gibt es in Santiago de Compostela, la Coruña und Vigo internationale Flughäfen. Außerdem ist auch der Flughafen Asturias Gijon/Oviedo eine Überlegung wert. Der zentralste Flughafen ist ganz klar la Coruña, allerdings wird der von Deutschland aus nur mit Zwischenstopp erreicht. Und weil Ryanair nach Santiago fliegt, ist das oft die günstigere Option.

Eine Übersicht über die Verbindungen habe ich in der folgenden Tabelle aufgelistet. Wenn du für dich nichts Passendes findest, oder selber suchen möchtest, kannst du das zum Beispiel mit der Google Flugsuche, oder Portalen wie Skyscanner, Swoodoo oder Kayak.

Günstige Flüge nach Galizien

Nur die beiden Tipp! Flüge und der Lufthansa Flug von Frankfurt sind Direktflüge.


Santiago (SCQ)A Coruña (ACG)Vigo (VGO)
Basel (BSL)Tipp! EasyJet IberiaIberia
Frankfurt Hahn (FHH)Tipp! Ryanair
Frankfurt (FRA)LufthansaIberia, Air EuropaIberia, Air Europa
Hamburg (HAM)Iberia, LufthansaIberiaIberia
Berlin (TXL) (SFX)Lufthansa, IberiaIberiaVueling

Ryanair fliegt (außer im Winter) immer Samstags von Frankfurt Hahn nach Santiago. Die beste Verbindung nach Galizien ist aktuell mit Easyjet Dienstags, Samstags und manchmal an anderen Tagen zwischen Basel und Santiago. Flüge nach Galizien zu finden kann etwas komplizierter sein, weil etwa Ryanair keine Flüge mit Zwischenstopp anbietet. Am günstigsten fliegt es sich daher oft, wenn man über ein spanisches Zwischenziel, etwa Barcelona oder Madrid fliegt und dort noch ein oder zwei Tage Puffer einplant und das Ganze als Zusatz-geil verbucht. Man muss dann allerdings alle Streckenabschnitte einzeln buchen, was doch recht aufwändig ist. Wer eh einen Camper mieten will, vergleicht am besten auch gleich noch Flüge nach Asturien und Porto.

Mit Surfbrett nach Galizien fliegen

Wie beschrieben, kann es eine ganz schöne Sucherei sein, gute Verbindungen nach Galizien zu finden. Das eigene Surfmaterial mitzunehmen, kommt auf jeden Fall nur in Betracht, wenn man nicht mehrere Flüge einzeln bucht, denn dann müsste man die Sportgepäck Gebühr auch mehrfach bezahlen.

In aller Regel kostet das Mitnehmen von Surfbrettern pro Flug 40 – 60 Euro. Mittlerweile sind Größenbeschränkungen selten geworden, allerdings darf man offiziell oft weiterhin nur ein Board in ein Bag packen. Das wird allerding nur selten kontrolliert, ist aber natürlich der Knackpunkt an der ganzen Geschichte. Am Besten fragt ihr jemanden, der vor Kurzem auf der gleichen Strecke unterwegs war, weil sich die Gepäckrichtlinien und deren Auslegung doch recht oft ändern.

Wenn man nämlich 2 oder sogar 3 Boards in einen Boardbag bekommt und diesen dann noch mit Change Robes und Neos auffüllt, um kein reguläres Gepäckstück dazubuchen zu müssen, lohnt es sich, das eigene Material mitzunehmen. Dafür hat man auch immer noch das Risiko, dass die empfindlichen Boards beschädigt werden. Auch wenn das sehr lästig ist, solltet ihr nach der Ankunft erstmal die Bags inspizieren und bei Beschädigungen unbedingt auch den Inhalt.

In der unten stehenden Tabelle findet ihr die Sportgepäck Preise für einige europäische Fluglinien. Wenn zwei Preise angegeben sind, gilt der erstgenannte für bei der Buchung hinzugefügte Boards, der zweite bei späterer Gepäckbuchung.


PreisGewichtmax. Maße
Ryanair55/65 EUR20 Kgkeine
Easyjet52/63 EUR32 Kgkeine, nur ein Board!
Air Europa75 EURkeine, nur ein Board!
Lufthansa130 EUR32 KgLänge: 315 cm
Iberia45 EUR23 KgLänge: 350 cm, nur ein Board!

Mit dem eigenen Bulli nach Galizien fahren

Für die Anreise mit dem eigenen Bus oder Auto muss man auf jeden Fall genug Zeit einplanen. Die lange Fahrt wird einem aber dadurch versüßt, dass man auf dem Weg schon einiges an Küste abfahren kann. Für Galizien schließlich ist ein Auto die einzige echte Möglichkeit, das ganze Surfpotential zu entdecken und auszukosten.

  • Entfernung Köln – Ferrol: ca. 2000 Kilometer
  • Reisetage: Mindestens 3 Tage, besser 7.
  • Mautkosten: Etwa 60 Euro. Lies hier nach, wie du sinnvoll Maut sparen kannst!
  • Dieselkosten: Bei direkter Anfahrt etwa 250 Euro, als Surftrip etwa 320 Euro für einen Weg.
Surfen in Galizien - Mit dem eigenen Bus Galizien erkunden
Mit dem eigenen Bus lässt sich Galizien natürlich am Besten erkunden!

Mit dem Bus bis nach Galizien zu fahren lohnt sich (je nach dem, wie die Bedingungen sind) ab ungefähr drei Wochen Reisezeit, wenn ihr nicht ganz langsam unterwegs seid.

Eine ADAC Plus Mitgliedschaft kann bei einer so weiten Reise Gold oder wenigstens etwa ein neues Surfboard wert sein. Als Mitglied bekommt man außerdem die gar nicht ganz schlechten Toursets kostenlos zusammengestellt und zugeschickt.

Surfen in Galizien: Beste Surfspots

Surfspot Liste für Ost-Galizien (Die Nordküste)

Klicke die Spot Markierungen in der Karte an, um eine Kurzbeschreibung mit den jeweils passenden Bedingungen aufploppen zu lassen.

  • Grün: Geeigneter Spot für Anfänger
  • Gelb: Guter Spot für Intermediates
  • Rot: Spot für Expertinnen / zum Zuschauen

Karte der Surfstrände in Ost-Galizien

1 Ría de Ribadeo
2 Praia Castros
3 Praia de Fontela
4 Praia de Pampillosa
5 Praia de Esteiro de Xove
6 Praia de Esteiro
7 Praia Sarridal
8 Villarube
9 Pantín
10 Valdoviño
11 Campelo
12 Praia de Ponzos
13 Praia de Santa Comba
14 San Xorxe
15 Praia de Doniños

Surfspot-Tipps mit detaillierten Beschreibungen für Ost-Galizien

Einige der Spots von der Surfspot Liste werden hier nochmal mit kurzem Steckbrief und Tipps zu Stehplätzen, Einkaufsmöglichkeiten oder anderem nützlichem Wissen vorgestellt.

Von Ribadeo bis Ortigueira

Schon vor dem Grenzfluss in Ribadeo hat die Landschaft einen erkennbar anderen Flair, es ist spröder und gleichzeitig nasser als in Asturien. Hat man dann die Ría überquert, ist man unverkennbar nicht mehr in der Region der grünen Hügel und glitzernden Sandstrände, die versteckt in einer kleinen Piratenbucht am Ende einer steil zum Meer fallenden, gewundenen Straße liegen. Jedenfalls fürs Erste.

Praia de Castros
Beach Break // Normaler NW – N Swell // S – SW Wind // Low -Mid Tide // Gute Bänke, kleine Bucht

Castros steht stellvertretend für viele Beachbreaks in der Umgebung. Die besten Bedingungen sind Südwind bei Low – Mid Tide. Außerdem brauchen die Breaks hier auf der Ostseite Galiziens entweder recht große Nordwestswells oder Swells aus Norden. Die Küstenstraße offenbart viele Surfmöglichkeiten, auch einige Reefbreaks. Besonders schön ist dieser Küstenabschnitt aber nicht und viele Van Reisende decken sich in Ribadeo im Decathlon nochmal mit Surfwachs und Sonnencreme ein, tanken auf und düsen direkt weiter nach Ferrol. Wer Zeit hat sollte aber lieber die Strecke an der Küste entlang nehmen, weil der Ría de Ortigueira eine wirklich schöne und einsame Entdeckerlandschaft für Surf Suchende bietet.

Surfen in Galizien - Am Strand von Esteiro de Xove
Nach mehreren Tagen Flaute Runden drehen am Praia de Esteiro (de Xove)

Praia de Esteiro
Beachbreak // Mittlerer NW Swell // O – SO Wind // Low – Mid Tide // Guter Bus Stehplatz, ruhiger Spot, Verwechslungsgefahr mit dem anderen Esteiro

Die Ría de Ortigueira hat enormes Entdeckerpotential, hier lässt es sich langsam vor sich hin reisen und der Beachbreak von Esteiro hat tatsächlich auch sehr gute Wellen, meist brechen die Wellen als A Frame mt kürzeren Rechten und längeren Linken. Nicht viel los hier, die nächsten größeren Einkaufsmöglichkeiten sind in O Vicedo. Wenn es hier zu groß wird, kann manganz einfach nach Westen ausweichen.

Nördlich von Ferrol – Pantín und Co.

Die alte Industrie und Fischerstadt Ferrol, Geburtsort des spanischen Diktators Franco, ist wahrscheinlich eher auf den hinteren Plätzen, wenn man Surfer nach Surf-Städten an der europäischen Atlantikküste fragt. Wie ignorant! Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum (Es fahren auch Busse) liegt mit Doniños einer der besten Beachbreaks Europas. Ganz im Ernst. Nicht im Sinne von heftigen, Boards fressenden Graviere / Supertubos Barrels, sondern am Besten für Anfänger und ganz normale Surfer. Darüber hinaus sind die Beachbreaks der Region in alle möglichen Richtungen ausgerichtet und so ziemlich flexibel.

Praia de Doniños
Beachbreak // W – NW Swell // NO – SO Wind // Low – Mid Tide // Verschiedene Peaks, je weiter in der Mitte der Bucht, desto leerer, beliebter Car Park Camp im Sommer

Doniños ist die Anlaufstelle für Surfer, die über die Autobahn schnell ins galizische Herz vordringen oder auch in La Coruña oder Santiago landen und sich einen Van mieten. Zu Recht! Am Nordende der Bucht ist der große Terassenparkplatz, von hier pilgern alle je nach Isolations Anspruch den Strand entlang. Es gibt weitere Strandzugänge, auch ganz im Süden, wo sich noch eine kleine Bucht anschließt. In Doniños gibt es ein Surfcamp mit Schule und Verleih und eine Beachbar. Am Wochenende wird es voll hier, dann kommen die Ferrolianer zum Sonnen und Baden.

Surfen in Galizien - Wintersturm in San Xurxo
Ein großer, sauberer Tag im Winter am Strand von San Xurxo – und es scheint sogar die Sonne

Pantín
Beachbreak // Normaler NW Swell // SO Wind // Low – Mid Tide // The Machine Wave, WSL Qualifier

Pantín ist dank seines WSL Qualifiers der bekannteste Spot in Galizien. Oder eigentlich muss man sagen: die bekannteste Welle. Denn obwohl die Surfguides (und auch die WSL, wahrscheinlich aus Zeitgründen) so tun, als sei es ein normaler Beachbreak, dreht sich in Pantín eigentlich alles um die Wedge, die am Ostende an der kleinen Felseninsel vorbei bricht. Noch östlich davon kann man bequem ins Line-Up paddeln und meist gibt es auch westlich der Welle einen Channel. Am besten erwischt man Pantín bei suboptimalen Bedingungen, etwa mit Sideshore Wind, einer kleinen Periode, und 5 Fuß Wellen. Dann sind die Locals nämlich nicht so gierig und die Horden aus dem Alpenländerdreieck sind gar nicht erst angefahren. Die Welle ist nämlich recht tolerant gegen mittelmäßige Bedingungen und röhrt stoisch weiter – A Maquina eben.

Villarube
Beachbreak // Sehr große N – NW Swells // S – SW Wind // Low Tide // Schöner Spot, eine Rechte bricht vom Felsen am Ostende weg, Strömungen

Villarube ist ein spezieller Spot, der meist in großen Swells zum Leben erwacht, wenn sie am zweiten und dritten Tag von NW auf N drehen. Bei Low Tide bricht dann eine sehr schnelle (oft zu schnelle) Rechte vom östlichen Felsen weg weit in die Bucht hinein. Die Strömung ist meist stark, man tut gut daran, zurück ins Line-Up zu laufen. Der Spot ist selten überlaufen, aber auch im Winter finden sich immer 10 Liebhaber ein. Die Kulisse bei Low-Tide ist atemberaubend, vom schönen Parkplatz läuft man fast 300m über das trocken gefallene Flussbett zum Spot. Wenn es hier läuft sind meist auch in Valdoviño Leute im Wasser, die ihre Guns ausgepackt haben und an der zentralen kleinen Insel eine heftige Rechte surfen.

Surfen in Ost-Galizien: Spot-Tipps


AnfängerIntermediatesVanreisende
LieblingsspotDoniñosDoniñosPonzos
SilbermedailleValdoviño PantínDoniños 
GeheimtippSan XorxeVillarubeVillarube

Surfspot Liste für West-Galizien (Die Westküste)

Klicke die Spot Markierungen in der Karte an, um eine Kurzbeschreibung mit den jeweils passenden Bedingungen aufploppen zu lassen.

  • Grün: Geeigneter Spot für Anfänger
  • Gelb: Guter Spot für Intermediates
  • Rot: Spot für Expertinnen / zum Zuschauen

Karte der Surfstrände in West-Galizien

1 Praía de Sabón
2 Razo
3 Praia de Malpica
4 Soesto
5 Praia de Traba
6 Nemiña
7 Rostro
8 Praia de Lariño
9 Río Siera
10 Patos
11 Santa María de Oia

Surfspot-Tipps mit detaillierten Beschreibungen für West-Galizien

Einige der Spots von der Surfspot Liste werden hier nochmal mit kurzem Steckbrief und Tipps zu Stehplätzen, Einkaufsmöglichkeiten oder anderem nützlichem Wissen vorgestellt.

Abgesehen von wenigen bekannten Spots ist dieses Ende der Welt – Fisterra ist übrigens eine hübsche kleine Stadt, die nicht nur zum Piratenfest im August einen Besuch wert ist – surftechnisch noch nicht zu Ende kartographiert. Und wird es wohl auch nie sein. Dazu sind die Bedingungen für viele Spots zu kleinteilig und für die Generalisierungslogik des Internets taugt das schon gar nicht.

Razo
Beachbreak // Normaler N – NW Swell  // S – SW Wind // Low – Mid Tide // Sehr langer Strand mit meist hervorragenden Wellen, wenn der Wind aus Süden kommt. Surfcamps
.

Einer der ersten Strände westlich von A Coruna, der wieder ganz sauberes Wasser hat. Am Westende des langen Strandes, beim Parkplatz, ist ein Surfcamp mit Surfschule und Verleih. Hier sind auch die beliebtesten Peaks, einige Steine helfen beim Sandbankaufbau. Weiter östlich kann man zu allen Tiden einsame Peaks finden. Wenn Südwind angesagt ist, ein unbedingter Tipp für alle Surflevel!

Traba
Beachbreak // Kleiner W – N Swell // Low – Mid Tide // Langer Strand, Swellmagnet, der letzte Strand in Spanien, der Wellen hat.

Obschon kein besonders schöner Strand und auch nicht mit herausragenden Wellen gesegnet, findet Traba hier Erwähnung, weil der Spot als der Swellmagnet Galiziens gilt. Ist es hier flach, ist es überall flach. Ganz in der Nähe ist der schöne Spot Soesto. Selten findet man hier viele andere Surfer. Man kann hier mit dem Bus Campen, aber es gibt schönere Plätze in der Nähe.

Nemiña
Beachbreak und Rivermouth // Normaler NW Swell // SO – NO Wind // Kann sehr gute Bänke haben, deutsches Surfcamp vor Ort

Nemiña hat sich zu einem echten Wallfahrtsort für deutschsprachige Surfer gemausert. Die große Bucht hat in manchen Jahren lange Rechte bei Nordostwind, der ja sonst erst wieder in Doniños funktioniert. Außerdem bei Lowtide eine gute Rivermouth Linke. Es dauert ein bisschen, bis man an diesen Spot am äußersten Zipfel Galiziens gefahren ist und bei entsprechendem Forecast stehen die Busse in Reihe am Küstensträßchen mit perfektem Blick aufs Line-Up. In den vergangenen Jahren war Nemiña allerdings oft nicht mehr als ein langer Closeout und ein guter Spot zum Weißwassersurfen. Am Flusslauf ist eine Fisch verarbeitende Fabrik, der einzige Spoiler in der wunderschönen Natur.

Surfen in Galizien - Die Bucht von Nemina
Die Bucht von Nemiña am Abend, vom Küstenweg aus fotografiert.

Patos
Reefbreak // Großer NW – N Swell // Südwinde // Mid – High Tide // A-Frame Reef mit guten Wellen und noch besseren Locals

Die Westküste Galiziens ist ein spezieller Ort, auch und besonders zum Surfen. Das Wasser ist hier kristallklar und die Wahrscheinlichkeit, Delfine im Line-Up zu treffen durchaus nicht gering. Viele kleine Sandstrände und Reefbreaks, die oft etwas hakelig sind, was ihre Wunschbedingungen angeht. Patos ist ein Riff in einer sandigen Bucht und auch deshalb bei den Locals beliebt. Das Wasser ist das kälteste in ganz Spanien.

Surfen in West-Galizien: Spot-Tipps


AnfängerIntermediatesVanreisende
LieblingsspotRazoRazoSoesto
SilbermedailleNemiñaRío SieraNemiña
GeheimtippRostroSoestoRostro

Conditions Checken!

Die Bedingungen an den Stränden könnt ihr bei verschiedenen Anbietern kostenlos checken, etwa auf surf-forecast.com oder magicseaweed.com. Magicseaweed hat die wahrscheinlich übersichtlichste App und bietet zusätzlich die Breakinformationen des Stormrider Surfguides. Übrigens lohnt es sich kaum, für die Pro Version zu bezahlen, weil langfristige Vorhersagen ähnlich unsicher sind, wie langfristige Wettervorhersagen allgemein. Am genauesten aufgeschlüsselt sind die Tabellen von Windguru, der ersten Adresse für Windinformationen (der Name sagt es ja schon).

Wie lese ich einen Surf-Forecast?

Die wichtigen Informationen aus einem Forecast zu ziehen, ist eigentlich ganz einfach. In jedem aufbereiteten Forecast werden genannt: Beispiel

  • Die Wellenhöhe in Fuß oder Metern (Brandung): 1,3 m
  • Die Dünung des Swells in Fuß oder Metern: 0,8 m
  • Die Periode des Swells in Sekunden: 13 sec.
  • Die Swellrichtung: NW
  • Die Windrichtung und Stärke: SO, 17 km/h

Wichtiger als die Wellengröße ist zunächst die Periode des Swells. Damit wird die Pause zwischen zwei Setwellen bezeichnet. Was sind aber jetzt Setwellen? Es gibt Groundswells und Windswells.

Zunächst zu ersteren: Mächtige Tiefdruckgebiete weit vor den Küsten tragen Energie in die Ozeane ein. Diese Energie breitet sich kreisförmig (so wie, wenn man einen Stein in einen Teich wirft) aus, dabei holen schnellere Wellenringe langsamere ein und addieren, bzw. subtrahieren sich, je nachdem, wie Wellental und Wellenkamm aufeinanderlaufen.

Surfen in Galizien - Forecast richtig lesen
In der flacheren Bucht (im Vergleich zum Ozean) treten die Swellinien deutlich sichtbar hervor.

Je weiter ein Tiefdruckgebiet entfernt ist, desto weiter sind die Dünungen, die schließlich auf die Küste treffen, auseinander. Bei Groundswells treffen die Wellen üblicherweise in Paketen von 5 – 8 Wellen auf die Küste. Zwischen den einzelnen Wellen sind in Europa 12 – 18 Sekunden Pause. Mehr ist fast unmöglich, weil auch der Atlantik endlich ist und weniger geht absolut nicht, weil Groundswell so definiert ist.

Warum ist das wichtig?

Jetzt kommt der Wind ins Spiel: Bläst er offshore, also ablandig (das heißt von der Küste auf das Meer, den Wellen entgegen) hilft er, die genannten Wellenpakete zu sortieren. Damit die Wellen sauber laufen, also so brechen, wie wir uns das vorstellen, sind offshore Wind oder Glassy Bedingungen meist unerlässlich. Je größer aber die Periode, desto größer die Energie der Wellen (bei Surf-Forecast wird irgendeine Fantasie Kennzahl dafür angegeben, die aber sehr aussagekräftig ist) und desto eher kann der Swell etwas Wind aushalten. Und: Die Periode entscheidet maßgeblich über die Brandung, zusammen mit der Dünung, also der Amplitude der reisenden Wellen. Weil aber die Algorithmen die Unterwassertopographie der einzelnen Swells gar nicht genau kennen ist die letztlich angegebene Wellenhöhe (Brandung) zu vernachlässigen. Haltet euch viel mehr an Periode und Dünung! Bei Magicseaweed, speziell in der App, passiert es gar nicht so selten, dass ein kurzperiodischer Swell angezeigt wird, weil sich die App bei der Brandung verrechnet. Der eigentlich größere Swell versteckt sich dann als “Sekundäre Dünung” und schickt (wegen der Setpausen) alle paar Minuten ein fettes Set durch, das alle überspült.

Die Swellrichtung ist angegeben, das ist einleuchtend, die Wellen sollten halt keine Hindernisse unterwegs haben. Die Windrichtung hatte ich? Dann wars das, glaube ich.

Windswells sind Swells von lokalen Stürmen, die Periode ist kürzer als 12 sec. Solche Swells können auch sehr gute Wellen verantworten, vor allem bei Sommer Spots, die vor allem bei kleinen Swells funktionieren.

Schließlich haben die Forecast Apps zwar genaue Bojendaten, sind aber nach wie vor nicht so gut darin, diese zu interpretieren. Ihr müsst also immer selbst einmal zum Strand laufen und das Ganze lang genug beobachten. Mit etwas Erfahrung (und je besser man Spots kennt), kann man aber viele Wege, die andere umsonst fahren, einsparen.

Surfen in Galizien: Surfcamps & Surfhostels

Auch in Galizien gibt es eine große Anzahl von Surfcamps und Surfschulen. Anders als in anderen Regionen sind diese öfter von Spaniern geführt und richten sich auch zunächst an spanische Kundschaft, man sollte also die Surfkurssprache abklären. Die meisten Camps sind im Raum Ferrol, aber an manchen Stränden gibt es auch recht einsame Enklaven mit quasi Privatstrand.

Surfcamps in Valdoviño

Das Camino Surfcamp Galizien ist ein klassisches Surfcamp mit Wolfühlambiente nahe des vielseitigen Surftrandes von Valdoviño. Der Anbieter hat auch ein Surfhostel.

  • Surfcamp auf Campingplatz
  • Unterkunft in Glamping Zelten oder in Appartements 
  • 409 Euro für eine Woche Unterkunft und 5*4 Stunden Surfkurs
  • 130 Euro extra für Vollverpflegung
  • Saison von Mitte Mai bis Mitte September

Surfcamps in Doniños

Das Onda Root Surfcamp ist eine Surflodge in San Xurxo, die neben Surfkursen auch Yoga anbietet und bei den Lebensmitteln auf Bio-Anbau achtet. Auch hier kann man nur die Unterkunft buchen.

  • Surflodge
  • Unterkunft in Doppelzimmern
  • 619 Euro für 7 Nächte Doppelzimmer mit Frühstück, 5*Surfkurs, 5*Yoga und Surfmaterial für die ganze Woche
  • Saison: 08.06 – 06.10

Die Waverocker Reiseagentur vermittelt die Einzelleistungen, die man so allgemein gebrauchen kann, wenn man in Galicien Surfen möchte: Schöne Unterkünfte in Privathäusern, Surfkurse, Transfers und Leihmaterial ist eine privat

  • Organisator von Surfreisen
  • Unterkunft in Doppelzimmern
  • Preise auf Anfrage
  • Ganzjährig möglich

Surfcamps in Razo

Das RAZ Surfcamp ist ein traditionsreiches spanisches Surfcamp mit schicker Holz-Konzept Architektur. Das Ganze sieht ein bisschen aus wie ein gelungener Messestand des Freundeskreises “Schreiner mit CAD Kenntnissen”. Das Surfcamp hat unter 18 only Wochen genau wie Wochen nur für Erwachsene.

  • Surfcamp in Holzbungalows oder im Surfhouse
  • Unterkunft in Mehrbettzimmern
  • 440 Euro für eine Woche Unterkunft und 6*2 Stunden Surfkurs
  • Flughafentransfers inklusive
  • Saison von Juni bis Mitte September

Das SurfInn Razo ist ein ganzjähriges Surfhouse / Surfhostel mit Vollverpflegung am guten Anfängerstrand von Razo. Das SurfInn hat ein ziemlich verlockendes Konzept, man kann im Grunde kommen, wann man will, bekommt auch über den Surfkurs hinaus Material gestellt und wenn man sich müde aus dem Wasser schleppt, ist für Essen schon gesorgt.

  • Großes Surfhouse im Stil einer schicken Jugendherberge
  • Unterkunft in Doppel- oder Mehrbettzimmern
  • 50 – 70 Euro pro Nacht inkl. Surfkurs, Material und Verpflegung
  • Flughafentransfers inklusive
  • Ganzjährig geöffnet, im Winter ohne Verpflegung

Nemiña

Das Salt Surfcamp hat den Ruhm Nemiñas bei deutschen Surfern mitbegründet und ächzt mittlerweile selbst unter dem jährlichen Ansturm von Vans voller Stylo-Longboardern. Trotzdem ist das Surfhouse eine gute Adresse, um in wunderschöner Natur die ersten Gleitversuche zu unternehmen.

  • Surfhouse mit Garten direkt am Spot
  • Unterkunft in 2-3 Bett Zimmern
  • 316 Euro für 7 Nächte Unterkunft, 4*2 Stunden Surfkurs, 2 Stunden Videoanalyse
  • Surfmaterial inkl. auch außerhalb der Kurszeiten
  • Saison vom 15.07 – 07.10

Río Siera / Furnas

Das Surfhouse As Furnas ist ein Surfhouse / Surfhostel mit Garten und Pool an der Westküste Galiziens.

  • Kleines Surfhouse mit nur 5 Zimmern – intime Atmossphäre 
  • Unterkunft in Doppelzimmern
  • 370 Euro für 7 Nächte inkl. Frühstück
  • 220 Euro für 5*4 Stunden Surfkurs inkl. Material
  • Saison: 24.05 bis 20.10

Surfen in Galizien: Campingplätze & Wild-Camp Plätze

Galizien ist gespickt mit Campingplätzen, vor allem an den kleinen Buchten der Westküste. Hier habe ich einige aufgelistet, die in der Nähe von guten Surfspots liegen:

Bei den Stränden von Ribadeo (Arealonga, Ría de Ribadeo) liegt der Campingplatz A Gaivota direkt am Strand. 

Am Ría de Viveiro gibt es mehrere Campingplätze, zum Strand von Esteiro sind es allerdings noch ein paar Kilometer. Sehr gute Bewertungen hat zum Beispiel der hier.

In Valdoviño gibt es einen gut gelegenen Campingplatz und auch einen offiziellen Wohnmobilstellplatz.

Der Campingplatz in San Xurxo ist auch ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen an der wellenreichen Küste nördlich von Ferrol.

An der Westküste sind fast an jedem Ort Campingplätze zu finden, etwa hier, bei Furnas.

Die meisten Campingplätze haben allerdings nur in der Sommersaison geöffnet. Ein Mietwagen ist außerdem eine gute Idee, um die vielfältige Küste auszukosten, auch, wenn man schon an einem Spot campt.

Surfen in Galizien - Wildcampen mit dem Bus
Man schläft nicht immer ganz gerade, dafür aber mit traumhafter Kulisse.

Stehplätze für den Bulli gibt es in Galizien so viele wie sonst nirgends in Europa. Es ist eher die Ausnahme, dass sich eine Bucht nicht zum Wildstehen eignet, oder dass man doch mal von das Guardia Civil weitergeschickt wird. Besonders schön steht es sich in Rostro und Soesto, in Nemiña und auch am Strand von Razo steht man sehr gut mit Blick über die Wellen.

Surfen in Galizien: Gute Surfshops

Galizien ist eine der Regionen in Europa, an die man im Zweifel mehr Material mitnehmen sollte, als man zu brauchen glaubt. Zwar gibt es in Ferrol und La Coruna Surfshops und in Ribadeo, Ferrol und Santiago Decathlons, aber halt längst nicht an jedem Strand ist eine Surfwachsquelle in der Nähe. Gebrauchte Surfboards sind in Spanien günstig, aber oft sind die Boards relativ klein. Außerdem ist es nicht ganz einfach, sich privat über eine Internetplattform auf spanisch zu verabreden, wenn man dringend ein Surfbrett braucht. Ein guter Tipp sind die Decathlon Trocathlons, hier verkauft Dacthlon günstig im Auftrag gebrauchtes Material und es sind auch immer ein paar Surfbretter dabei. Ansonsten könnt ihr bei den Surfschulen nachfragen und bei den oben genannten Surfcamps. Auch andere Surfer sind, wenn man sie nicht gerade nach ihren Secret Spots fragt, recht umgänglich. Meist kennt jemand jemanden, der etwas loswerden möchte.

Echte Surfshops gibt es in Foz, Ribadeo, Ferrol, La Coruna und Vigo. 

Surfen in Galizien: Bulli / Surfvan mieten

Mobil zu sein ist in Galizien die einzige wirkliche Möglichkeit, das Potential der Region auch nur annähernd auszunutzen. Die erreichbaren Surfspots multiplizieren sich auf einen Schlag und an den allermeisten Surfspots kann man direkt über der Brandung schlafen und morgens als Erste rauspaddeln. Obwohl man fast überall stehen kann, ist die App von Park4Night ein hilfreiches Tool. Darüber teilen Nutzer ihre Stehplätze mit Fotos und Erfahrungsbericht.

Surfen in Galizien - Camper Mieten
Direkt am Spot mieten ist der größte Luxus, den ein Bulli bietet – Hier ein geliehener von surf-cars.com am Strand von Valdovino.

Der Preis für das rollende Bett war lange Zeit die lange Anfahrt mit dem eigenen Bus (den man natürlich erst mal kaufen und pflegen musste). Und das hat auch immer noch einiges für sich. Es ist aber auch nicht die schlechteste Idee, sich vor Ort einen Camper zu mieten: Die An- und Abreise mit dem Flugzeug verkürzt sich enorm und ist perverser Weise sogar weit günstiger, als selbst zu fahren. Die Camper sind überwiegend gut gewartet und zuverlässig. Und man bekommt von vielen Vermietern sehr gute Informationen zu Stehplätzen und Stränden an die Hand. Außerdem kann man einiges an Material aus einer Hand dazu buchen, wenn man das möchte. Im Vergleich zum Urlaub in einer gemieteten Unterkunft, fällt so viel organisatorischer Aufwand weg.

Surfbus mieten bei Indie Campers

Indie Campers hat in Porto einen Fahrzeugpool. Das ist einige Kilometer von Galizien entfernt, hat aber den Vorteil, dass man es auch von deutlich mehr deutschen Flughäfen erreicht, als die galizischen Flughäfen. Der große Anbieter hat schnelle Busse mit pragmatischen und (fast) unkaputtbaren Ausbauten im Angebot. Der Klassiker unter Surfern dürfte das Modell Sporty sein. Preislich sind die Ducatos aber oft recht gehoben – Im Vergleich mit kleineren Bulli Vermietungen. Dafür bekommt man bei Indie Campers durch den cleveren Ausbau mehr Platz für Gepäck und Sperrgut – wie etwa Longboards –  als bei Konkurrenten. Außerdem wird an sehr viele spezielle Surfbedingungen gedacht: Die Kilometer sind frei, man darf ohne Probleme Landesgrenzen überqueren und kann den Bus an einem Ort ausleihen und am nächsten zurückgeben – auch über Grenzen hinweg. Allerdings wird dafür eine erhöhte Logistikgebühr fällig, weshalb es nicht wirklich zu empfehlen ist. Außerdem kann man Surfbretter und Neoprenanzüge an den meisten Standorten dazubuchen.

Der Hauptvorteil der Indies ist, dass die Busse auch zu dritt oder zu viert ausreichend Platz bieten – solange das Wetter einigermaßen mitspielt. Dann kommt man mit 150 Euro pro Person für eine Woche gut hin. Im Vergleich mit “richtigen” Wohnmobilen sind sie aber noch deutlich günstiger. Weil die Preise dynamisch generiert werden – also in Abhängigkeit von der Nachfrage – lohnt es sich auf jeden Fall, die eigenen Reisedaten in den Rechner zu hauen und verschiedene Flughäfen und Reisedaten (wenn möglich) auszuprobieren.

  • Freikilometer
  • Surf Zubehör
  • Platz für 4 Leute
  • Dynamische Preise

Surfbusmieten bei Campingbusferien.de

Der spanische Schwabe Volker vermietet seit 20 Jahren VW Busse in Vigo. Die Busse sind aber relativ teuer und nur ob der Konkurrenzlosigkeit in der Region zu empfehlen.

  • Freikilometer erst ab 14 Miettagen
  • 120 Euro Tagesmiete plus Endreinigung in der HS
  • Gute Lage in Vigo (100 km von Santiago)

Alternativen zu Indie Campers und anderen großen Vermietern

Die individuellste Variante ist, über eine Plattform wie Paulcamper oder Campanda (die auch eigene Busse haben) einen Van “privat” anzumieten. Paulcamper tritt dabei nur als Vermittler auf und stellt die Versicherung der Fahrzeuge. Hier ist es noch am Wahrscheinlichsten, ein Schnäppchen zu machen, zum Beispiel vermietet so mancher Surfcamp Mitarbeiter seinen Bus während der Saison.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es häufig viel gutes, Camping erprobtes Zubehör umsonst dazu gibt. Die Vermieter sind schließlich selbst Reisende und wissen, was man unterwegs so gebrauchen kann. Und weil es keine anonyme Vermietung ist, müssen sie nicht befürchten, dass ihr den Surfguide oder die Bialetti am Ende einsteckt. Das private Vermieten hat natürlich auch nachteile, im Schadensfall oder bei Missverständnissen über die Mietmodalitäten erhöht es das Konfliktpotential. Außerdem kann man nie wissen, in welchem Zustand der Bus sich tatsächlich befindet. Die private Anmietung oder die Miete über eine vermittelnde Plattform benötigt also am meisten Organisation, dafür kann man sich seine Vermieter und den Van aber auch genau nach den eigenen Bedürfnissen aussuchen. Und es ist ein bisschen so, als würde man mit dem eigenen Bus reisen. Wer den Gedanken einen eigenen Bus zu kaufen hin und her wendet, kommt so auch gut zu einer Probefahrt und findet herraus, was er bei einem eigenen Ausbau verändern würde.

Wegen der Versicherung und weil viele, die ihren Bus in Spanien vermieten, in dieser Zeit dann selbst in einem Hotel unterkommen oder sich einen Mietwagen nehmen ist aber auch bei dieser Variante wenig unter 50 Euro die Nacht zu machen.Einen größeren Überblick über das Thema “Surfvan mieten” habe ich hier zusammengestellt.

Surfen in Galizien: Fazit

Galizien ist für Wellenreiter eines der lohnendsten Ziele in Europa. Die Vielfalt der Landschaft, die einsamen Spots und die Qualität der Wellen sind Pluspunkte. Auf der anderen Seite leiden einzelne Spots schon wieder an ihrem Ruhm fürs Solo Surfing, das Wasser ist in Spanien nirgends kälter als hier und vor allen Dingen kann es in einer Beständigkeit regnen, die schon wieder beeindruckend wäre, wäre man nicht in erster Linie nass und genervt. Wer mit dem Bus unterwegs ist, sollte darauf eingerichtet sein, viel Zeit in selbigem zu verbringen.

Viele Surfcamps und auch Surfhostels haben sich darauf eingerichtet, dass die Gäste ohne eigenes Material anreisen und bieten gute Sorglos-Surf-Services an – wie etwa das SurfInn in Razo.

Wer hat wirklich bis hierhin durchgehalten? Ich bin jedenfalls durch, soweit.

Surfen in Galizien - Piratenfest in Fisterra
Piratenfest in Fisterra, gerade legt das siegreiche Piratenboot an.

Gruß und Kuss,
Luca

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