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Luca Brück

Ach es ist ein schnödes Leben so fernab der Wellen. Aber nass werden kann man ja hier und dort und eine kalte Nordsee Walze ist überraschend gutes Methadon. Muss am Salz liegen.

Zugegeben: Deutschland kommt einem nicht als erstes in den Sinn, wenn man mal wieder mit den Beinen über der Armlehne der Couch hängt und über die besten Surfregionen in nah und fern sinniert. Doch die Gruppe der Heimatsurfer wächst seit Jahren beständig und obschon die Nordmänner und Frauen so ungefähr das Gegenteil der Kundengruppe von künstlichen Wellen abbilden dürfte, hängt beides zusammen: Dass Wellenreiten in Deutschland nicht mehr nur als masochistische Spielart des Beachboytums gesehen wird und dass das Angebot an künstlichen Wellen zwischen Emden und Zittau heftig wächst. In Nord- und Ostsee ist vor allem der Winter Swellsaison, auf den Flusswellen ist in der Regel der Frühling am besten und die künstlichen Wellen im Freien finden den meisten Zuspruch im Sommer. Wir stellen vor: Die ganzjährige Surfdestination Deutschland.

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Die besten Surfspots in Deutschland

Selbst das doch eher beschränkte Surf-Potentials Deutschlands ist zu umfassend, um hier jeden Spot Sandkorn für Sandkorn abzubilden. Stattdessen, um den sehr unterschiedlichen Charakteren von Spots wie Damp 2000, dem Münchner Eisbach oder dem Wellenwerk in Berlin gerecht zu werden, habe ich die Spots nach “Regionen” aufgeteilt. Im Detail sind das: Stehenden Wellen, die Nordsee, die Spots der Ostsee und der Bodensee. Pro Region findet ihr in der Karte ungefähr fünf einigermaßen typische Spots. Unter der Karte gibt es dann je drei Spots pro Region mit Detailbeschreibung und Spotmap.

Surfspot Karte mit Spots für

  • #Anfänger
  • #Fortgeschrittene
  • #Experten

4 x Top 3: Die besten Surfspots in Deutschland für Nordsee, Ostsee, Bodensee & stehende Wellen

1.

Januskopf Norderney

Beachbreak

Alle NW-Windswells, Ostwind, Mid-Hightide

#Fortgeschrittene#Anfänger

Gefälliger Beachbreak mit leeren Werktag-Peaks
Norderney ist nicht nur wegen der ordentlichen Wellen beliebt, sondern auch wegen der guten Infrastruktur. Surfshop und Surfschule am Strand. Funktioniert bei Nordwestswell, Mid- bis Hightide und nicht zu großer Dünung. Ostwinde wären offshore.

2.

Buhne 16 Kampen

Beachbreak

Alle Windswells, Ostwind, Mid – Hightide auflaufend

#Fortgeschrittene#Anfänger

Longboard Beachbreak Peaks
Verschiedene eher unzuverlässige Sandbänke erlauben mitunter lange Ritte, wenn das Brett genug Volumen bietet. Im September findet hier dann auch ein Longboard-Festival statt und unter die alten Hasen mischen sich mittlerweile auch wieder öfter junge Gesichter. Am besten wiederum bei hohem Wasserstand und Ostwinden. Swells aus allen drei Ecken der Nordsee können Wellen bringen.

3.

Damp 2000

Beachbreak

Windswell aus Osten, alle Tiden

#Kaltwasserfreaks

Bekannter Beachbreak trotz durchschnittlicher Wellen
Mehrere Tage starker Ostwind wecken Damp. In der Zwischenzeit bekommen aber auch alle ausgehungerten Surfer Wind von der Sache und finden sich mit den Wellen hier ein. Die nicht vorhandene Tide spielt keine Rolle. Die Wellen sind schwach und durcheinander, aber es sind Wellen.

4.

Timmendorfer Strand

Beachbreak

ONO Windswell, Alle Tiden

#Kaltwasserfreaks

Die Timme – Szenetreffpunkt
Der Timmendorfer Strand hat eine Webcam, was für die äußerst unsicheren Wellenbedingungen der Ostsee natürlich ziemlich vorteilhaft ist. Wenn sich Weißwasser auf den Bildschirmen abzeichnet, kann es auch hier schnell voll werden. Nach anhaltendem Wind aus Ost – Nordost können die Wellen relativ groß werden und brechen lang. Der beliebteste Ostseestrand. Bei der Seebrücke.

5.

Fährwelle Warnemünde

Fährwelle

Schwere Fähre aus NO, Südwind, alle Tiden

#Anfänger#Novelty-Jünger

Die beste Welle Deutschlands
Ab halb neun morgens laufen etwa alle Zwei Stunden Fähren in den Hafen von Rostock ein und bringen einen Miniswell mit sich. Die Welle ist schon lange kein Geheimtipp mehr, eher eine Attraktion: Es gibt sogar eine Surfschule mit Surfkursen und Camp. Obwohl die Fährwellen regelmäßig einlaufen unterscheiden sie sich von Fähre zu Fähre. Und die neuen Fähren haben wohl einen verringerten Wasserwiderstand und liefern nicht mehr so wie früher.

6.

Pulverschanze Lindau

Kiesbreak

Weststurm, anhaltend

#Süchtige

Einzigartige Spotlocation und mitunter passable Wellen
Am deutschen Bodenseeufer hat kaum etwas mehr Swellexposition als die Insel Lindau. Beim Skatepark. Nach ordentlichem Westwind für min. einen Tag kann man hier surfbare Wellen finden. Der Untergrund besteht aus Sand und Steinen.

7.

Nonni

Kiesbreak

Weststurm, anhaltend

#Kaltduscher

Kiesbreak Nonni
Auch hier sind Surfer die Ausnahme. Nach starken Westwinden gibt es mitunter surfbare Wellen nahe des Steges. Auch dieser Spot belohnt den Griff zum großen Brett, was auch immer die anderen sagen. Wenn du aufstehen kannst, war es eine gute Welle, ein Turn wäre das höchste der Gefühle. Aber das Härle am Abend wird dir schmecken wie nie, versprochen.

8.

Eisbachwelle München

Stehende Welle im Kanal

24/7

#Rampensäue

Bekannteste Flusswelle der Welt und lokaler Hotspot
In bester Lage, direkt eingangs des Englischen Gartens am Haus der Kunst, formen die starke Strömung und Steine im Kanal die bekannteste Flusswelle der Welt. Auf der Eisbachwelle wird mittlerweile das ganze Jahr über gesurft und häufig auch nachts. Die Welle wird durch eine verstellbare Rampe optimiert und ist so auch gewissermaßen das Vorbild für viele Projekte mit künstlichen (Fluss-)Wellen. Der Spot eignet sich nicht so gut für Anfänger.

9.

Wellenwerk Berlin

Künstliche stehende Welle

Mo – So, 13 – 22 Uhr

#Surfhipster

Zentrum des Urbanen Surfens in Berlin
Das Wellenwerk in der deutschen Hauptstadt hält, was der Name verspricht. Und das nicht nur im Wasser. Die Eröffnung wurde lange herbeigesehnt und nach dem ersten Wochenende wurden direkt die Öffnungszeiten verlängert. Ein spezielles Heizkonzept soll helfen, die Surfhalle weniger energieintensiv zu betreiben. Dabei wird die Abwärme der Wellenpumpen zum Heizen des Wassers und der Halle verwendet.

10.

Surf Langenfeld

Stehende Welle, künstlich, outdoor

Mo – So, wechselnde Zeiten

#Rail-Hustler

Surfen im See unter freiem Himmel
Die Lake Surf Anlage in Langenfeld bringt ein neues Konzept ins Spiel: Dadurch, dass der Pool, in dem gesurft wird, im See schwimmt, verbraucht die Welle weniger Energie als vergleichbare Konstruktionen. Außerdem ist die Atmosphäre beim Seesurfen eine Besondere. Dafür muss man sich aber warm anziehen, wenigstens im Winter. Die Welle läuft beinahe das ganze Jahr.

Wetter und Conditions zum Surfen in Deutschland

Wann geht man wo Surfen in Deutschland?

In Deutschland kann man das ganze Jahr über Surfen. Wenn man den Begriff nicht allzu eng fast. Die beste Zeit für das klassische Surfrevier Sylt ist der Spätsommer und Herbst. Denn wenn die Touristen wieder nach Hause fahren, treffen etwas regelmäßiger surfbare Swells aus Nordwest auf die Nord- und Ostfriesischen Inseln.

Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez
#Anfänger
#Fortgeschrittene
#Experten
#Experten

Für die Flusswellen müsste man wohl den Frühling theoretisch zur besten Surfzeit küren, weil die Wasserstände dann am höchsten sind. Praktisch sind aber andere Faktoren wichtiger, etwa die Temperaturen oder das Crowdlevel. Künstliche Wellen verknappen den Besucherandrang auch durch die Eintrittspreise, dafür sind die Bedingungen verlässlich gut, das ganze Jahr über. In der Ostsee und im Bodensee ist der Winter Saison, auch wenn das wirklich nur für Hardcore Enthusiasten interessant ist. Von denen gibt es aber überraschend viele.

Übersicht über die Regionen und die Klimadaten

Gar nicht so leicht, das Wetter und in Conditions für Deutschland allgemein zu beschreiben. Die Unterschiede sind regional sehr groß. In der Tabelle findet ihr eine grobe Übersicht zu den besten Zeiten für die unterschiedlichen Regionen beziehungsweise Wellentypen. Dabei sind stehende Wellen natürlich nicht nur für Anfänger gut, sondern auch für alle, die das Surfen vermissen oder an ihrer Technik feilen wollen. Lies dazu mehr im Guide zu stehenden Wellen in Deutschland und Europa.

Beste Zeit Wetter Wellen Ideal für
Stehende Wellen Ganzes Jahr unterschiedlich 0 – 1,5 m / divers Anfänger
Nordsee Herbst freundlich – katastrophal 0 – 2 m / Beachies Intermediates
Ostsee Winter nass / kalt 0 – 1,5 m / Beachies Abhängige
Bodensee Herbst warm / wechselhaft 0 – 0,5 m / Kies Extremfälle
Surfen in Deutschland: Sommer auf Sylt

Verschiedene Faktoren mischen das Klima in Deutschland auf: Der Westen ist eher vom maritimen Klima beeinflusst, der Osten kontinental. Dazu kommen die Unterschiede zwischen den Alpen, den Mittelgebirgen und dem Flachland. Insgesamt ist es in Deutschland für die doch relativ nördliche Lage relativ mild. Das liegt tatsächlich auch am Golfstrom.

Das Jahresmittel der Lufttemperatur beträgt etwa 8 Grad und so fühlt es sich auch an: Wie nasse Schuhe, die man über Nacht vor der Terassentür vergessen hat. Allerdings natürlich nicht immer. Insgesamt sind die Temperaturschwankungen im Osten und Süden größer als im Westen und Norden. Auch die Niederschlagsmengen unterscheiden sich stark: Am meisten fällt im Allgäu vom Himmel, wahrscheinlich weint der liebe Gott, weil der Andi wiedermal einen Take-off versemmelt hat.

In Konstanz am Bodensee sagt man zu der ganzen Misere: “Im Winter kommt der Nebel, im Sommer die Verwandten”, und auf dieses Bonmot zum deutschen Wetter können sich wahrscheinlich die meisten Regionen einigen.

Surfen in Deutschland: Die Nordsee

Sylt ist das historische und aktuelle Zentrum des Wellenreitens in Deutschland. Nicht ganz so exponiert wie das sich nördlich anschließende Dänemark, aber immer noch überraschend wellensicher. Im September gibt es sogar ein Longboardfestival. Die besten Bedingungen finden sich nach tagelangem auflandigem Wind, dem ein kurzer Zeitraum mit ablandigem oder cross-shore Wind folgt. Die meisten dieser Tage fallen in die Wintermonate. Weil mit dem Wind auch die Wellen einschlafen, sind die Zeitfenster mit surfbaren Bedingungen extrem kurz.

Frühling Sommer Herbst Winter
Luft 11 °C 20 °C 13 °C 4 °C
Wasser 7 °C 17 °C 13 °C 4 °C
Regentage 8 9 13 11
Dünung 1,5 Meter 1 Meter 1,8 Meter 2 Meter +
Surfbare Tage 7 % 5 % 17 % 21 %
Neo 6/5 Fullsuit 4/3 5/3 + Booties + Haube 7/6 + Booties + Haube
Bewertung Mäßig Schlecht OK OK

Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Die besten Jahreszeit zum Surfen in der Nordsee ist der Herbst. Dann ist das Wasser einigermaßen erträglich und die Windbedingungen sind hin und wieder nicht katastrophal. Es sollen schon Surfer gebarrelt worden sein. Insgesamt ist die deutsche Nordseeküste aber das Revier der voluminöseren Boards. Viele Spots haben bei höheren Wasserständen bessere Wellen, weil das flache Wasser vor der Küste die eh schon kraftlosen Swells noch weiter schwächt.

 

Surfen in Deutschland: Die Ostsee

Die Ostsee (oder Baltic Sea) hat gegenüber der Nordsee eindeutig das Nachsehen. Zu klein die Wasserfläche, über der Wellen entstehen können und erbärmlich kalt das Wasser, wenigstens im Winter. Dennoch gibt es auch hier einige Leute, die sich kein bisschen Welle entgehen lassen – und sogar die ein oder andere Surfschule. Im Gegensatz zur Nordsee gibt es so gut wie keinen Tidenhub.

Frühling Sommer Herbst Winter
Luft 11 °C 20 °C 13 °C 3 °C
Wasser 5,5 °C 16 °C 12 °C 2 °C
Regentage 9 9 9 9
Dünung 0,5 Meter 0,2 Meter 1 Meter 1 Meter
Surfbare Tage 5 % 3 % 13 % 15 %
Neo 7/6 Fullsuit 4/3 5/3 + Haube + Booties 7/6 Fullsuit
Bewertung Mäßig Mies Mäßig Mäßig

Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Viel kälter als im Winter in der Ostsee wird es nicht. Die beste Zeit zum Surfen ist immer, wenn es Wellen hat. Wer in der Ostsee surfen will braucht Geduld oder Glück und ehrlicherweise eigentlich besser beides.

 

Surfen in Deutschland: Der Bodensee

Na gut, jetzt wird es endgültig etwas absurd. Ähnlich wie das Monster von Loch Ness zogen es die Bodensee Wellen jahrzehntelang vor, sich nur einzelnen, etwas verrückten Surf-Eremiten zu offenbaren. Doch mittlerweile haben es die Wellen sogar bis in die deutschen Surfmags geschafft. Wellen können das ganze Jahr auftreten, sind aber im Winter am häufigsten. Die meisten Spots finden sich am Nordostende des Sees, der Wind hat hier die ganze länge des Sees. Insgesamt sind die Swells kurzlebig, die Wellen schwach und das Wasser ist oft kalt. Trotzdem, besser als nichts.

Frühling Sommer Herbst Winter
Luft 16 °C 24 °C 15 °C 5 °C
Wasser 10 °C 21 °C 16 °C 5 °C
Regentage 11 13 10 10
Dünung 0,5 Meter 0,5 Meter 0,5 Meter 0,5 Meter
Surfbare Tage 3 % 2 % 3 % 5 %
Neo 5/3 + Haube + Booties 2/1 4/3 7/6 Fullsuit
Bewertung Mies Mies Mies Mies

Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Wenn die Sturmwarnungen die Fähren lahmlegen, fahren die Bodenseesurfer zum Spotcheck. Doch obwohl die Zeitungen kolportieren, dass Wellen auf dem See theoretisch bis zu 4,5 m groß werden könnten, kann man in aller Regel schon froh sein, überhaupt aufstehen zu können. Alles in allem kommt man auf eine gute handvoll Surftage im Winter und den ein oder anderen Surf während des restlichen Jahres. Aber man darf nicht vergessen, dass der Stoke im Wasser sich ganz erheblich auch aus diesem Planen und Hoffen, der Seesucht selbst eben, speist.

 

Wellenreiten in Deutschland: Stehende Wellen

Der Eisbach in München hat es zu weltweiter Bekanntheit gebracht und zählt mittlerweile zu den Wahrzeichen der Stadt. Im Norden reicht die Strömung der Flüsse und Kanäle oft nicht für eine stehende Welle. Dafür gibt es aber verschiedene künstliche Wellen und einige Projekte, die versprechen, dass das Surfen in Deutschland auch in den nächsten Jahren weiter wächst.

Eisbach Frühling Sommer Herbst Winter
Luft 8 °C 17 °C 9 °C – 1 °C
Wasser 8 °C 18 °C 13 °C 4 °C
Regentage 11 12 9 10
Dünung max. mittel klein mittel
Surfbare Tage 95 % 100 % 95 % 100 %
Neo 5/3 + Booties + Haube 3/2 5/3 7/6 + Booties + Haube
Bewertung Gut Gut Gut Gut

Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Die meisten Flusswellen funktionieren bei hohen Wasserständen besser. Und die fallen meistens in den Frühling. Mancherorts spielen aber auch ganz andere Dinge eine Rolle: Die Floßlände in München läuft beispielsweise nur zu den Floßzeiten tagsüber von Mai bis September. Dann ist natürlich die Wassertemperatur für alle Outdoor-Wellen relevant. Dafür sind diese Spots dann im Winter auch wesentlich leerer. Es gibt also nicht wirklich eine “beste Zeit zum Surfen auf stehenden Wellen”. Und wenn, dann sind es die Randzeiten: Unter der Woche morgens, im Winter, während dem WM-Finale.

 

Die aktuellen Surf-Conditions für Deutschland

Tips & Tricks
Tipps & Tricks: Surf Forecast lesen

Lies hier nach, wie du die wichtigsten Informationen aus einem aufbereiteten Surf-Forecast ziehst und verstehst.

Dadurch, dass in den deutschen Wellenreitrevieren beinahe ausschließlich Windswells eine Rolle spielen, ist die aufmerksame Beobachtung der Forecasts noch entscheidender, als beim Surfen in Frankreich oder in Nordspanien.

Für die Nordsee mag man mit den klassischen Forecast-Tools noch zurechtkommen, besser ist aber, man greift auf die Tools der dominierenden Wind- und Kitesurfer zurück. Und dann muss man sein geschultes Auge etwas kalibrieren, denn offshore und cleane Bedingungen sind nicht so unser Ding. Wenn es Welle hat, dann rein da! Die aktuellen Vorhersagen bekommt ihr auf https://de.magicseaweed.com/ oder https://www.surf-forecast.com/. Besser ist aber oft der Forecast von https://www.windguru.cz/ oder https://de.windfinder.com/forecasts/.

Anreise in die Surfregionen

Mit dem Flugzeug

Ist es wirklich notwendig zu fliegen, wenn man schon in Deutschland surfen geht? Eher nicht, aber manchmal sind die Flüge zu günstig oder die Wellen zu spontan. Die wichtigen Flughäfen zum Surfen in Deutschland sind wohl Hamburg und München. Auf Vergleichsseiten wie Skyscanner, Swoodoo oder Kayak kann man auch sehr gut die verschiedenen Flugoptionen mit der Preisentwicklung abrufen.

Tips & Tricks
Mit Surfbrett fliegen

Dieser Artikel erklärt gut, worauf es ankommt, wenn man mit Surfbrett fliegen möchte!

Hamburg Berlin München
Basel Easyjet Easyjet
Zürich Swiss Swiss
Hamburg Lufthansa
Berlin Lufthansa
München Lufthansa Lufthansa

Mit dem eigenen Bulli fahren

Deutschland einig Autoland mag vorbei sein, aber auch Tempolimit Befürworter (wie wir) können nicht bestreiten, dass man in aller Regel recht gut und schnell in alle Teile des Landes kommt. Egal ob an Nord- Ost oder Bodensee, vor Ort ist ein Bulli natürlich ziemlich unschlagbar. Die meisten Spots sind mit dem Auto gut zu erreichen, haben aber ansonsten keine gute Infrastruktur. Und es ergibt wenig Sinn, sich an einem Spot einzubuchen und auf Wellen zu warten. Mit einem Camper oder Wohnmobil kann man die Pläne auch kurzfristig ändern und sich nach Wind und Wetter richten.

550 km Entfernung Köln – Büsum
0,5 Reisetage
0 € Mautkosten
50 € Dieselkosten bei direkter Anfahrt

Mit dem Bulli, Womo oder Surfvan an die Nordsee zu fahren lohnt sich (je nachdem, wie die Bedingungen sind) schon für ein Wochenende, abhängig natürlich vom Ausgangsort.

Eine ADAC plus Mitgliedschaft kann bei jeder Reise Gold oder wenigstens etwa ein neues Surfboard wert sein. Als Mitglied bekommt man außerdem die gar nicht ganz schlechten “Toursets” kostenlos zusammengestellt und zugeschickt.

Mfg’s

Unter Kaltwassersurfern und Surferinnen gibt es noch weitgehend die Kameraderie der frühen Stunde. Zu groß ist das Leiden, um es nicht zu teilen. Meistens finden sich daher zu den seltenen Anlässen Mitfahrgelegenheiten zumindest aus den größeren Städten. Das ist eine günstige Alternative zu Bus, Bahn und Flugzeug und außerdem fast immer eine lustige Angelegenheit. Neben Portalen wie Blablacar sind vor allem Facebook Gruppen der Hub für Surfreisende ohne Auto.

 

Tips & Tricks
Mit dem Zug zur Welle
Fast alle Spots sind mit der Bahn gut zu erreichen. Also warum nicht mal das Auto in der Garage lassen?

Deine Mobilität vor Ort

Bulli / Surfvan mieten in Deutschland

Wie schon im Abschnitt über die Anreise mit eigenem Auto angedeutet, bin ich ein großer Fan des Surftrips mit dem Campervan. Die Spots sind oft weit auseinander und nichts geht über Bulli Romantik im friesisch-herben Sturm. Sich einen Camper auch mal kurzfristig zu mieten ist erst seit kurzem eine interessante Option, da nämlich einige junge Unternehmen mit unkomplizierten Online Buchungen und günstigen Preisen den Wohnmobilmarkt umkrempeln. Ein Wohnmobil hat den unschlagbaren Vorteil, dass man flexibel auf Wetter und Wellen reagieren und manchmal sogar direkt über der Brandung schlafen kann. Da sich die Camper Situation in den vergangenen Jahren aber eklatant verschärft hat, sollte man die jeweilige Situation immer gründlich eruieren, bevor man frei steht. Ein hilfreiches Tool ist etwa die App von Park4Night. Darüber teilen Nutzer ihre Stehplätze mit Fotos und Erfahrungsbericht.

Gemietete Camper haben natürlich noch weitere Vorteile: Die Camper sind überwiegend gut gewartet und zuverlässig. Man bekommt von vielen Vermietern sehr gute Informationen zu Stehplätzen und Stränden an die Hand. Außerdem kann man einiges an Material aus einer Hand dazu buchen, wenn man das möchte. Im Vergleich zum Urlaub in einer gemieteten Unterkunft, fällt so viel organisatorischer Aufwand weg.

5 Gründe einen Camper zu mieten:

1 Günstiger als selbst einen Bulli zu kaufen und zu pflegen
2 Surfmaterial kann oft dazu gebucht werden
3 Anfahrt fällt meist weg
4 Professionelle Surfvans sind genau auf Surftrips abgestimmt
5 Sehr gute Off-Season Angebote

Surfen in Deutschland: Camper mieten

Unser Tipp für Deutschland: Bulli mieten bei Roadsurfer

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  • Unbegrenzte Freikilometer
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Roadsurfer ist ein Anbieter von modernen Bullis und Campervans mit einer transparenten Preisstruktur und einer einfachen und schnellen Buchung. Top Camper, ein hervorragender Service & eine gute Corona Policy.

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Camper-Vermietungsplattformen: Die günstige Alternative zu den großen Wohnmobilvermietern

Eine gute Alternative zu den “normalen” Wohnmobilvermietungen sind Vermietungs-Plattformen wie Paulcamper, Yescapa oder Campanda. Ähnlich wie man bei airbnb private Wohnungen zumindest einmal mieten konnte, kann man bei Paulcamper die Busse anderer Leute mieten. Die Plattformen treten dabei nur als Vermittler auf und stellen die Versicherung der Fahrzeuge. Das ist oft günstiger als bei den üblichen Vermietern und außerdem kann man über die Plattformen viele schöne und individuelle Ausbauten finden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es häufig viel gutes und Camping erprobtes Zubehör umsonst dazu gibt. Die Vermieter sind schließlich selbst Reisende und wissen, was man unterwegs so gebrauchen kann. Und weil es keine anonyme Vermietung ist, müssen sie nicht befürchten, dass ihr den Surfguide oder die Bialetti am Ende einsteckt. Das private Vermieten hat natürlich auch Nachteile, etwa im Schadensfall oder bei Missverständnissen über die Mietmodalitäten, wenn das Konfliktpotential erhöht ist. Aber auch hier ist es ein Vorteil, dass in beide Richtungen vermittelt wird und man als Mieter nicht machtlos gegen die Forderungen einer großen Vermietung steht. Bei PaulCamper zum Beispiel sind die Versicherungen sehr günstig und umfassend. 

Die private Anmietung oder die Miete über eine vermittelnde Plattform benötigt etwas mehr Organisation, dafür kann man sich seine Vermieter und den Van aber auch genau nach den eigenen Bedürfnissen aussuchen. Und es ist ein bisschen so, als würde man mit dem eigenen Bus reisen. Wer überlegt, einen eigenen Bus zu kaufen, kommt so auch gut zu einer Probefahrt und findet heraus, was er bei einem eigenen Ausbau verändern würde.

Surfcamps & Übernachtung

Als Surfreiseziel ist Deutschland eher etwas für individuelle Abenteurer

In Deutschland gibt es kaum klassische Surfcamps. Dafür sind die Kombinationen aus Swell und gutem Wetter einfach zu unzuverlässig. Es gibt aber einige Surfschulen, etwa auf Sylt, und auch viele Shops, die mit Einfallsreichtum und Charme das beste aus dem machen, was Wind und Fähren an die Küsten schwemmen.

Ansonsten ist es für die deutschen Surfspots auch eine gute Möglichkeit, sich um Unterkunft und Surfkurs separat zu kümmern.

Unser Tipp für Deutschland: Die Bretterbude in Heiligenhafen

Surfen in Deutschland: Die Bretterbude Bild 1
Surfen in Deutschland: Die Bretterbude Bild 2
Surfen in Deutschland: Die Bretterbude Bild 3
Surfen in Deutschland: Die Bretterbude Bild 4
Surfen in Deutschland: Die Bretterbude Bild 4
Surfen in Deutschland: Die Bretterbude Bild 6
Das Camp

Die Bretterbude in Hamburg ist ein Hotel in bester Lage. Die gute Nachricht ist: Das merkt man nicht. Das mit der Lage schon, frühestens bei Sonnenaufgang und spätestens bei Sonnenuntergang. Gut, auch das mit dem Hotel-Sein merkt man irgendwie, es ist sauber, das Essen, die Sauna, die Bar, die Betten … Aber es ist doch anders hier, denn irgendwie ist das Preisniveau eher auf Hostelhöhe hängen geblieben (ab 39 Euro für das Zimmer) und außerdem treffen sich im Hotel hauptsächlich schlecht angezogene Surferbräute mit ihren Insta-Typen im Gepäck.

Pro
  • Stylisches Hotel
  • Wohlfühlatmosphäre
  • Viele Spots in der Nähe
  • günstige Zimmerpreise
  • Nette Leute
Contra
  • Keine Kurse
  • Kein Surfcamp Feeling

Weitere Surfschulen und Unterkünfte

Surfen in Deutschland: Die Surfschule mit Shop Südcap auf Sylt

Südcap Surfing Wennigstedt

  • Surfschule auf Sylt
  • Gruppengästehaus Klaarstrand
  • Wochenend Surfcamp und 6-Tages Surfkurse
  • Angebote für Familien
  • Unterkunft, Vollverpflegung, 6h Surfkurs inkl. Material für 380 Euro/Wochenende
Surfen in Deutschland: Die Surfschule auf Norderney

Surfschule Norderney

  • Wassersportschule auf Norderney
  • Jugend und Schullager auf Anfrage
  • Unterkunft in Zelten
  • Abwechslungsreiches Programm und garantierter Wasserspaß
  • Surfcamp für Gruppen und Schulklassen, Preise auf Anfrage
Surfen in Deutschland: Die alternative Unterkunft The Tent

The Tent Munich

  • Alternative Unterkunft in der Nähe des botanischen Gartens
  • Hostel und Zeltplatz
  • Super basic
  • Gutes Café
  • Eine Nacht auf der Isomatte im großen Zelt kostet 9,50 Euro / Person

Campingplätze und Wohnmobilstellplätze in Deutschland

Deutschland ist definitiv ein Land der Campingplätze. Im ganzen Land, vor allem aber rund um alles, was einem Gewässer irgendwie ähnlich sieht, stapeln sich wunderschöne und günstige Campingplätze. Das einzige was stört ist, dass so viele Deutsche hier Urlaub machen. Wir sagen uns ja selbst gerne nach, eine manchmal etwas kleingärtnerische Attitüde an den Tag zu legen. Besonders schön strahlt die zum Beispiel auf den Campingplätzen des Bodensees.

Es gibt aber neben den guten Campingplätzen (die mit dem Vorwurf, etwas zu ordentlich zu sein, bestimmt leben können) auch viele Wohnmobilstellplätze in aussichtreicher Lage. Wer wild stehen möchte, kann das vierlerorts, in dem er sich auf das “Halten zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit” beruft. Verhaltet euch respektvoll und informiert euch über explizite Verbote, etwa im Naturschutzgebiet. Eine gute Übersicht bietet etwa die App von park4night.

Übersichtskarte Camping

  • #Campingplätze

Drei Campingplätze in den Surfregionen

1.

Nordsee – Sylt

#Campingplatz

Guter Platz in Wenningstedt
Sylt besteht ja gefühlt nur aus Campingplätzen und einer der besseren ist der von Wenningstedt. Schöner Platz mit Strandzugang direkt an der Düne. Freundliche Mitarbeiter und saubere Sanitäranlagen. Die weitaus größte Teil der Fläche ist Wohnmobilen und Wohnwagen zugedacht, es gibt aber auch eine begrenzte Anzahl Zeltplätze. Relativ günstiger Platz.

→ in Google Maps ansehen
→ zur Campingplatz Website

2.

Nordsee – Borkum

#Campingplatz

Campingplatz Aggen im Osten der Insel
Ein einfacher Camping weit ab vom Schuss erfreut die Gäste auf Borkum mit Natur, Ruhe und Strandnähe. Vergleichsweise viel Platz. Es gibt keine gute Einkaufsmöglichkeit, also alles mitbringen oder in eins der beiden guten Restaurants einkehren. Hunde sind erlaubt! Günstiger Platz ohne Schnickschnack. Für Zelter steht eine kleine Küche bereit.

→ in Google Maps öffnen
→ zur Campingplatz Website

 

3.

München – Thalkirchen

#Campingplatz

Schöner Camping direkt bei der Floßlände
Der Camping in Thalkirchen liegt wunderbar in der Stadt und doch im Grünen. Leider bilden das auch die Preise ab. Allerdings sind rund 15 Euro p.P. für München trotzdem noch ein ziemlicher Schnapper. Die Sanitäranlagen müssten dringend renoviert werden und sind oft dreckig. Laut Betreiberauskunft soll die komplette Camping Infrastruktur zeitnah saniert werden. Der Hauptvorteil zum Surfen ist die Lage: Direkt an der Floßlände, der Anfängerwelle in München.

→ in Google Maps öffnen
→ zur Campingplatz Website

Weitere Tipps zum Surfen in Deutschland

Surfshops

Die Bibel, der gute alte Stormrider, erzählt die Anekdote, wie Wetsuit Hersteller Jack O’Neill in den 6oer Jahren nach Deutschland fuhr, um herauszufinden, warum zur Hölle er so viele Neos hierher verkauft. Die Zahl der Surfshops ist seitdem noch deutlich gewachsen, auch wenn die meisten keine reinen Wellenreitshops sind.

Surfen in Deutschland: Der sylter Surfshop ist eine Institotion.

Sylt: Surf Shop Sylt

Der Sylter Surfshop ist eine Institution des deutschen Wellenreitens und steht schon seit 1977 für kompetente Beratung und den Vertrieb hochwertiger Wassersportprodukte, wie man vielleicht im angemessenen Retro-Duktus sagen kann. Oder wie ein Kunde meint: “Geht da bloß nicht rein, ihr kommt nicht mit leeren Händen wieder raus.” Faire Preise und eine gute Haltung zum Leben im allgemeinen und zum Surfen im Besonderen.

Wilhelmstraße 5, 25980 Sylt

Surfen in Deutschland: Die Surfschule auf Norderney

Norderney: Surfschule Norderney

Kein Shop, aber dafür bekommt ihr hier gutes Verleihmaterial, um Surfen zu lernen. Der Verleih ist auf der Südseite der Insel am Hafen, man kann aber Surfzeiten vereinbaren und Surfboards und Neos am Strand entgegennehmen.

Am Hafen 17, 26548 Norderney

Surfen in Deutschland: Der Santo Loco Surfshop

München: Santo Loco

2007 haben zwei Brasilianer den Surf- Skate- und Snowboardshop Santo Loco in München gegründet und ihn zu einer Instanz in Sachen Flusswellensurfen entwickelt. Neben dem speziellen Material erkennt man das zum Beispiel an den Reperaturangeboten: Die häufigste Service dürfte das Ersetzen von Fin-Plugs sein. Außerdem kann man hier einen wirklich vernünftigen Café bekommen. Eine gute Anlaufstelle also.

Eisenmannstraße 4, 80331 München

Surfen in Deutschland: Der Langbrett Laden in Berlin

Hamburg + Berlin: Langbrett

Langbrett bezeichnet sich selbst als Gruppe freundlicher Surfer*innen in nachhaltiger Mission. Dabei heraus kamen mehrere schöne Surfshops, die ein kleines aber feines Sortiment Surfbedarf und Kleidung führen. Das meiste wird fair und nachhaltig in Portugal hergestellt, so auch die Surfboards. Das hat allerdings auch seinen Preis. Die Langbrett Shops veranstalten immer mal wieder Workshops und Kinoabende.

Marktstraße 140, 20357 Hamburg
Kastanienallee 44, 10119 Berlin

Surfen in Deutschland: Der offline Saltwater Shop

Heiligenhafen: Saltwatershop

Der Saltwatershop hat sich zum bekanntesten deutschen Surfshop gemausert, wenigstens für den Norden. Mit einer sorgsam choreographierten Auswahl an Produkten hat Saltwater es geschafft, den Flair eines kleinen sympathischen Surfshops ins Netz zu bringen. Extrem schnell wurde der Online-Shop zu einer festen Größe und dank des Erfolgs online gibt es mittlerweile drei Shops offline.

Seebrückenpromenade 2, 23774 Heiligenhafen

Sehenswürdigkeiten und Ausflugstipps

Wilde Tipps für flache Tage

Surfen in Deutschland: Kiten und Windsurfen als Alternative

Sylt + Norderney: Windsurfen, Kitesurfen, SUPen

Wellenreiten hat in der deutschen Nordsee und speziell auf Sylt eine überraschend lange Tradition. Noch etwas bekannter ist die Region aber nach wie vor bei allen Windwassersportlern; mit Segel oder Kite hat man hier fast immer Spaß, sei es im Boot, auf dem Board oder am Strand in dreirädrigen Flitzern. Die deutschen Küsten sind insgesamt ein einmalig gutes Ziel für Watermen und -women, denn irgendetwas geht eigentlich immer. Kurse kann man zum Beispiel über die oben genannten Schulen ganz selbstverständlich buchen.

Surfen in Deutschland: Die Seebrücke als Ausflugsziel

Heiligenhafen: Die Seebrücke

Eine besondere Touristenattraktion haben die schlauen Menschen in Heiligenhafen in die See gezimmert, nämlich einen knapp 500 Meter langen Steg. Hier kann man sich sonnen, heiraten oder den Surfern zuschauen. Der ideale Zeitpunkt für einen Besuch ist bei leichtem Schietwetter und Flut, kurz bevor die Sonne unter- oder aufgeht. Beide Zeiten legen die schöne Konstruktion in ein verträumtes warmes Licht.

Surfen in Deutschland: Das Kletterzentrum in Thalkirchen

München: DAV Kletter- und Boulderzentrum München-Süd

Mit fast 8000 qm ist das Kletterzentrum in Thalkirchen in Münchens Süden das größte dieser Art weltweit. Ein großer Teil der Routen befindet sich im Außenbereich – so kann das Kletterzentrum trotz Corona Auflagen schon wieder öffnen. Die Eintrittspreise sind vor allem für Sektionsmitglieder attraktiv. Es gibt aber auch sehr gute Gruppentarife. Anfänger sind übrigens genauso willkommen wie alle anderen und können sich mit einem Schnupperkurs an die Griffe herantasten.

Surfen in Deutschland: Das Nordsurf Syndicat

Online: Das Blog Nordsurf-Syndikat

Das Nordsurf Syndikat ist ein Fundus an alten und neuen Geschichten, Bildern und Menschen, die sich unheilbar mit dem Surfen-im-Norden Virus angesteckt haben. Eine Mischung aus traditionellem Blog und Forum bietet die Seite allen Interessierten einen tollen und authentischen Überblick über das Surfen in Nord- und Ostsee. 

FAQ

Wann ist die beste Zeit, um in Deutschland zu surfen?

Die zuverlässigsten Surfspots in Deutschland liegen in der Nordsee vor den Inseln Sylt und Norderney. Die besten Wellen gibt es normalerweise im Herbst und Winter, dann wird es aber auch recht unangenehm im Wasser. Zum Surfen lernen eignet sich tatsächlich der Spätsommer oder Herbst am Besten, wenn ein Urlaub von zwei Wochen auf jeden Fall ein paar Tage gute Anfängerbedingungen abwerfen sollte. Auf den stehenden Wellen kann man das ganze Jahr über bei gleichbleibenden Bedingungen surfen. Manchmal überrascht die Ostsee auch mit ganz ordentlichen Wellen im Sommer. Aber selbst dann braucht man einen dicken Neo und die guten Tage lassen sich in Stunden zählen.

Wie sind die Wellen in Deutschland?

Generell sind die Wellen kleiner und brechen sanfter, als etwa im Atlantik. Das liegt am relativ kleinen Fetch der Nordsee und an dem flachen Wasser, das viel der Energie schluckt. An den meisten Tagen eignen sich daher Longboards oder Bretter mit mehr Volumen am besten zum Surfen. Die Wellen werden selten mehr als schulterhoch. Insgesamt finden sich gute Longboard- und Anfängerbedingungen.

Was ist das Besondere an Deutschland?

Irgendwann in den 70ern reiste Jack O`Neill nach Sylt – um sich anzuschauen, warum zum Teufel seine Firma so viele Wetsuits nach Deutschland verkaufte. Das Besondere an Deutschland sind mit Sicherheit seine Surfer*innen, denn obwohl die nächste Küste mit zuverlässigem Atlantikswell ein ganzes Land weiter liegt, gibt es eine große Surfszene. Und die findet selbst am Bodensee noch Wellen, die es wert sind, bei Minusgraden in den Wetsuit zu steigen.

Was sind die besten Orte zum Surfen in Deutschland?

Die besten Spots sind auf den Inseln Sylt und Norderney in der Nordsee. Einige Spots gibt es auch in der Ostsee, aber die Sessions hier lassen sich schlecht planen, weil es zu selten surfbare Wellen gibt. In München gibt es die größte Landlocked Surfszene, was vor allem an gleich drei guten Flusswellen liegt.

Fazit

Mit einer wachsenden Zahl an Surfern wächst auch das Interesse an surfbaren Wellen in der Heimat. Und dann ist auch noch Corona! Neben einigen Flusswellen im Voralpenraum und einigen künstlichen Wellen im gesamten Bundesgebiet (wenn auch eher im Westen) gibt es auch ein paar “echte” Surfspots in Nord- und Ostsee. Während man in der Nordsee im Herbst oft genug etwas Welle findet, um das Surfen auszuprobieren, ist die Ostsee das Revier der Metereologen und Kaltwassersüchtigen. Aber an einer handvoll Tage im Jahr gibt es Wellen, von denen die Crew die restliche Zeit oder bis zum nächsten Surftrip zehrt.

Surfen lernen in Deutschland

Deutschland protzt nicht mit Barrels wie Spots in Hossegor oder Peniche. Trotzdem – oder richtiger – genau deshalb  kann man in Deutschland gut Surfen lernen. Um das Angleiten zu lernen reicht ja schon wenig Swell, und das der Wind häufig Onshore bläst, ist auch nicht hinderlich, sondern ermöglicht sogar längere Weißwasserfahrten. Vieles von dem, was die Nordsee für gute Surfer weniger attraktiv macht, ist zum Surfen lernen ein Vorteil:

  • kleine, meist sanfte Wellen im Sommer
  • viele Surfschulen, zertifizierte Surflehrer*innen
  • Surfkurse auf deutsch
  • Surfen geht bei jedem Wetter
  • “Stehrevier” auch zum Wellenreiten
  • Nordsurf Gemeinschaft: Die Nordsee schweißt zusammen