Rip Curl Search GPS 2 im Test

Rip Curl Search GPS 2 im Test

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Material & Verarbeitung    ++++
Features                   ++
App & Interface            ++
Akkulaufzeit               +++
Garantie                   +++
Bedienung                  ++++
Preis                      +++
Gesamtbewertung            3 / 5

Die erste Search Uhr von Rip Curl kam 2015 auf den Markt – und gewann direkt einen Sima Branchen Award als “bestes Surf-Accessoire”. Das Nachfolgemodell ist nun kleiner, robuster und leichter und hat mehr Power im Bordcomputer. Eigentlich also ein Selbstläufer. Oder? Dummerweise hat sich auf dem Markt der Smartwatches zwischenzeitlich einiges getan und jede dahergelaufene Jogger-Uhr ist wasserdicht und kann auch den Surf tracken.

“Andere Uhren in dem Preissegment können deutlich mehr. Andererseits: Wer will auch noch beim Surfen Whattsapp Gruppennachrichten bekommen?”

Trotzdem macht die Rip Curl Uhr im Kernsegment eine gute Figur, die Darstellung der Surfsessions bekommt eine Laufuhr nicht im Vorbeigehen so übersichtlich hin und die Tidendaten sind exzeptionell gut. Der Hauptkritikpunkt bezieht sich dann auch nicht auf die eher eingeschränkte Funktionalität der Uhr, sondern darauf, dass es keine Android-App gibt. Apple und Desktop only. Nicht so praktisch, wenn man nicht am Meer wohnt.

→ Geschaut, getragen, gesurft. Luca hatte die Rip Curl Uhr bei zwei Wochen Sommersurf in Frankreich im Einsatz. Dafür hat uns Rip Curl die Uhr kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie objektiv kann der Test dann noch sein? Das haben wir uns auch gefragt: Lies hier mehr dazu, wie wir testen.

Die Search GPS 2

Die Search GPS Serie 2 ist eine reine Surfuhr. Die einzige reine Surfuhr mit GPS tracking aktuell, es gibt allerdings Uhren, die tatsächlich auch einen Wellenreitmodus haben.

Die wichtigste Funktion, meiner Meinung nach, bleibt aber die Tide. Durch eine GPS Ortung kann man die Tide des nächsten Surfspot einstellen. Sehr einfach und sehr wirkungsvoll.

Dazu zeigt die Uhr Sonnenauf- und Untergang, hat einen Wecker, eine Stoppuhr-Funktion, zeigt die Mondphase, die aktuellen Surfbedingungen (wenn man die Uhr regelmäßig synchronisiert) und kann eben auch die Sessions tracken. Schließlich ist sie kompatibel mit der automatischen Aufzeichnung der Session durch Surfline Kameras – eine Funktion, die nur für Nordamerika relevant ist und außerdem irgendwie doch diametral zu dem ursprünglichen The Search Versprechen steht: Wer muss denn eine Welle suchen, auf die schon 5 Kameras gerichtet sind?

Ab ins Wasser: Die Rip Curl Search GPS 2 im Test

Material & Verarbeitung

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Die Verarbeitung ist sehr gut und die Uhr wirkt alles in allem ziemlich robust. Das Material ist ABS Plastik. Rip Curl gibt die Wasserdichtigkeit auf min. 100 m an. Zu bemerken ist, dass die Uhr auf Bildern meist kleiner und flacher aussieht, als sie ist. Dessen ungeachtet trägt sie sich aber gut und auch nicht auf.

Features

++

Nur zwei Sterne hier. Und das liegt vor allem am eigenen Anspruch. Die Uhr kann die Tiden anzeigen, das macht sie hervorragend. Außerdem zeigt sie Sonnenauf- und Untergänge, kann Timer und Stoppen und die Mondphasen. Die Hauptfunktion ist aber natürlich das GPS-Tracken. Hier gibt es zwei Modi: Surfen und alles andere. Allein, das Surfen will sich nicht so recht in Zahlen pressen lassen. Die wichtigsten Kennzahlen in der Aufbereitung der Session sind die Anzahl der gesurften Wellen, die Geschwindigkeiten, der Paddelweg und die Länge der Wellen. 

Die Länge der Wellen und auch die Anzahl werden sehr zuverlässig aufgezeichnet, jedenfalls, wenn die Bedingungen nicht ganz klein sind. Aber für die Geschwindigkeit müssen distinkte Start und Endpunkte definiert sein und die Zeiten genau genommen. Und was ist eigentlich mit Manövern auf der Welle? Das da etwas nicht ganz passt, sieht man auch an den sehr unterschiedlichen Wellengeschwindigkeiten bei den Pros (denen man in der App folgen kann). Warum also so viel Gewichtung auf die Geschwindigkeiten legen? Auch beim Paddelweg ist nicht ganz klar, wie das gehen soll. Hängt man in einem Rip, kommt man schließlich überhaupt nicht vorwärts, paddelt aber konstant.

Rip Curl Search GPS 2 im Test: Überblick über die Session Daten
Die Überblicksdaten der letzten Session: Bin ich wirklich 7,5 Kilometer gepaddelt?

Interessanter war für mich die Erkenntnis, viel mehr Wellen zu surfen, als ich dachte. Außerdem ist die Verknüpfung mit den Forecasts super: So kann man nach einer guten Session nachvollziehen, wie der Forecast war und bei ähnlichen Bedingungen wiederkommen. Das habe ich bisher analog gemacht und die Reflexion hilft außerdem dabei etwas über Wellen zu lernen und Forecasts zu verstehen.

Die Funktionen im Überblick:

  • Tiden mit graphischer Darstellung → Funktioniert gut, ist sehr hilfreich
  • Sonnenauf- und Untergang → gutes kleines Detail
  • Mondphase → nicht so entscheidend, man hat ja die Tiden schon mit Koeffizient
  • Wecker → angenehm
  • Tracken → funktioniert, ist aber nicht das Tool zum Surfen, als das es beworben wird
  • Forecast → nur bei aktueller Synchronisation mit dem iPhone, in der Retrospektive interessant

→ Bei den Funktionen muss man die Uhr im Grunde schlecht bewerten. Sie sagt dir recht zuverlässig, wie viele Wellen du surfst, den Tidenstand und wie spät es ist. Mehr nicht. Gleichzeitig ist diese Einfachheit aber auch die große Stärke der Uhr. Manch andere Uhr kann Anrufe entgegennehmen oder hat ein Touchdisplay und beides kommt nicht gut beim Surfen.

App und Interface

++

Der Minuspunkt schlechthin: Es gibt keine Android App zur Synchronisation der Daten. Stattdessen müssen die Sessions am heimischen Computer per USB gezogen werden, wenn man kein iPhone besitzt. Die iPhone App funktioniert gut, ist aber (natürlich) abhängig von der Internetqualität. Die Sessions werden nämlich in der Rip Curl Cloud gespeichert. Da denkt man doch auch noch mal wehmütig über die alten Zeiten nach, in denen Magazine Wellen spiegelverkehrt und mit falscher Bildunterschrift abdruckten, um sie semi-geheim zu halten.

Rip Curl GPS Search 2 im Test: Die Synchronisierung mit dem iPhone
Mühsam arbeitet sich die GPS Uhr durch die Synchronisierung von sieben Sessions. Der Forecast ist leider nur ein paar Stunden verfügbar. Kann aber auch am schlechten Netz in Montalivet liegen.

Einmal überspielt kann man die Daten auf der Search Website checken, seinen Lieblings Rip Curl Surfern folgen und sich die eigenen Sessions abspielen lassen. Schon interessant, was man da zusammenpaddelt. Bei den Pros fällt auf: So viel passiert da nicht. Mick Fanning hat im April 2019 das letzte mal eine Session getrackt. Owen Wrights schnellste Welle läuft offenbar zielstrebig durch die Boundary Street bei Snapper Rocks.

Rip Curl Search GPS 2 im Test: Owen Wrights Session Test
Sauberer Citysurf, Owen!

Die Uhr sei was für Data-Guys hört man bei Youtube und das ist a)ziemlich stereotyp und b)Quatsch. Mit der App bzw. der Web-App kann man gut sehen, wo man gesurft ist. Andere Sportuhren scheitern hier, weil sie nicht verstehen, dass jemand immer wieder auf dem gleichen Fleck herumpaddelt. Da bleibt dann nur Telefongekritzel übrig. Die Rip Curl App Interfaces heben die Wellen dagegen farblich hervor.

Rip Curl Search GPS 2 im Test: Die Webanwendung mit den Daten einer Session
Eine Session in Montalivet. Gut zu sehen, wie die Wellen hervorgehoben werden. Längere Wellen werden tendentiell als schneller gewertet (rechts im Bild).

Die prominente Aufarbeitung der Wellengeschwindigkeiten sind aber nur Pseudodaten. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass ich so schnell surfe wie Gabe Medina? Und warum wird jeder einzelne Surf mit 5 Sternen bewertet? Apropos Medina: Wie hat der es wieder geschafft, bei OSO Swell in Peniche zu surfen? Das ist recht abwegig bei einem Swellfenster von SW – WNW. Irgendwo scheint da der Forecast verrutscht zu sein.

Akkulaufzeit

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Die Akkulaufzeit im GPS Modus wird mit etwa 10 Stunden angegeben, was ordentlich ist. Der Praxistest bestätigt diese Angabe. Wie es langfristig um die Batterie steht, dürfte ein interessanter Aspekt für ein Artikel-Update sein. Ohne Tracking hält die Uhr einen knappen Monat. Da ich sie wohl hauptsächlich für die Tiden nutze und die Wellen gezielt tracke, wenn ich hinterher wissen möchte, wo ich eigentlich surfen war, sollte die Akkulaufzeit keine Probleme machen. Vereinzelt berichten Nutzer über einen mit der Zeit schlechter werdenden Akku.

Garantie

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Rip Curl gibt 5 Jahre Garantie auf das Uhrwerk bei Uhren. Ob GPS Uhren etwas vergleichbares haben? Außerdem zwei Jahre auf Dichtheit und ein Jahr auf die Batterie. Es empfiehlt sich also zum einen, die Uhr bei einem autorisierten Händler zu kaufen und zum anderen im ersten Jahr ausgiebig zu nutzen – um sicherzustellen, dass man keinen faulen Akku hat, oder es rechtzeitig merkt.

Bedienung

++++

Sehr gut umgesetzt wurde die Navigation durch das Uhrmenü. Auf der linken Seite gibt es einen großen Knopf zum Bestätigen der Auswahl, rechts zwei kleine um sich durchzuklicken. Das funktioniert hervorragend. Etwas Schade ist nur, dass man im Tracking Modus nicht zu den anderen Ansichten zurückkehren kann. Uhrzeit und Tide bekommt man trotzdem, aber etwa nicht, wann die Sonne untergeht. Etwas Übung braucht auch die Beleuchtung, dafür müssen nämlich beide Navigationstasten gleichzeitig gedrückt werden.

Preis

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Die Rip Curl Search GPS 2 kostet laut UVP 299,99 Euro. In der Online-Realität bekommt man sie schon um 240 Euro. Tendenz fallend. Zum ursprünglichen Preis kann man sagen: Happig, für das, was sie kann. Schließlich können andere Sportuhren mehr Sportarten tracken, navigieren und haben ein brillantes Display. Andererseits gibt es dann ja noch Uhren, die gar nichts können und wesentlich mehr kosten. Und es stellt sich die Frage, ob es nicht sogar hinderlich wäre, könnte die Uhr mehr anbieten, als das, was sie hat. 

Außerdem gibt es einige Surfer*innen und Fischer*innen da draußen, die alleine für die Qualität der Tidendaten die 300 Euro gerne in die Hand nehmen. 3 Sterne für Preis/Leistung also.

Fazit zur Rip Curl Search GPS 2

Die neue Auflage der Search Uhr kann den internen Hype nicht wirklich bestätigen. Es ist eine geile Tidenuhr, die relativ zuverlässig Wellen trackt. Durchaus mit positiven Überraschungen: Ich bin viel mehr Wellen gesurft, als ich dachte. Die Aufbereitung der Daten funktioniert aber nur mittel gut: Die visuelle Darstellung ist noch super, aber bei genauer Analyse sind zum Beispiel die Geschwindigkeiten doch arg variabel. Das ist schade, weil man sich doch irgendwie auf die Zahlen stützt, wenn sie schon mal da sind. 

Rip Curl Search GPS 2 im Test: Vorbereiten auf die nächste Session

Außerdem kann die Search GPS nicht mit der Funktionalität anderer Sportuhren mithalten. Sie kann halt Surfen und andere Bewegungsmuster tracken. Ich persönlich finde: Das ist ihr größter Vorteil. Man hat nicht noch den Puls, den Kalorienverbrauch und den Zyklus auf der Uhr, sondern die Tide, die Wellen und die Zeit, etwas vereinfacht gesagt. Damit ist die Uhr eben nicht das Tool für Daten Nerds und Nerdinnen, sondern eher für vergessliche Surferinnen, die Uhrzeit und Tide brauchen und nach dem Urlaub wissen wollen, wo sie eigentlich surfen waren.

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