Gabriel Medina, einer der besten Surfer der Welt

Gabriel Medina: Breve história, lang erzählt

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Titelbild: Rip Curl Search Rottnest Island, (c) World Surf League

Zugegeben, die Dinge sind etwas verschwommen, neblig wie ein Herbstmorgen an der französischen Atlantikküste. War es 2013? 2011? Irgendwann Anfang der Zehnerjahre saß ich in der kitschigen Dämmerung am Plage Central in Hossegor und sah das erste Mal einige der weltbesten Surfer live und salzig durch die Wellen schneiden. Keine großen Wellen und erst keine besonders guten. Der Abend und die kühlere Luft über dem Land hatten den Wind zum Erliegen gebracht, die Seebrise war verstummt. Aber irgendwas ist immer beim Surfen, dem Sport, für den wir alles geben, für den manche von uns um den halben Erdball fliegen um dort nur einige Sekunden auf dem Brett zu verbringen.

„Gabriel ist so ein Baby. Er sollte Erwachsen werden und seine Arroganz ablegen. Was wird aus dem Surfen? Wird das jetzt wie Fußball?“

Nutzerkommentar von TheUnderGroundEra (Youtube, 2017)

Hossegor ist schon lange auf der Karte der internationalen Wellenreiter-Gemeinschaft. Das liegt sicherlich am süffisant gelebten Klischee des Savoir Vivre, an der guten Erreichbarkeit via Bordeaux (etwa für Briten, die den Gesang vom goldenen französischen Sand in die anglophone Welt bringen) und an den für Anfänger guten Bedingungen im Sommer. Denn wenn die Wellen kleiner und durcheinander an den endlosen Stränden von les Landes anbranden, schieben die Weißwasserwalzen von Montalivet bis Cabreton zuverlässig tausende Anfänger in ihre erste Welle und in die Sucht.

All das aber erklärt nicht die Stellung von Hossegor, das im Sommer mit den Nachbargemeinden Seignosse und Cabreton als Kleinstadt durchgehen mag, im Winter aber nur noch ein wüstes Dorf ist, das kollektiv gegen den Verlust der Dünen und den Schimmel in den zahllosen Surf- und Segelvillen ankämpft. Wesentlicher Grund für die internationale Bekanntheit ist, dass die Weltmeisterschaft im Surfen (unter verschiedenen Markennamen) hier Jahr um Jahr einen Stopp einlegt, um in den Barrels von la Graviere oder den langen A-Frame Peaks von les Estagnots um Punkte und Preisgeld zu surfen. Kann sein, dass diese Zeiten vorbei sind, dass das neue Play-off Format Europa für länger als eine Pandemie aus dem Tour-Kalender quetscht, aber dazu ein anderes Mal mehr.

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Der Contest war schon nach der ersten Runde pausiert worden, denn – irgendwas ist beim Surfen immer – die Tide war zu hoch gekommen. Wellen brechen, wenn sie auf ein Riff, eine Sandbank oder die Küste treffen. Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle, aber ganz grob kann man sagen, dass sie brechen, sobald die Wassertiefe das 1,3 fache der Wellenhöhe unterschreitet. Im Idealfall, weil sich Sand etwas schräg zur Küste abgelagert hat. Die Wellen laufen dann an der Sandbank entlang und bieten den Surfern ihre Schulter. Da die Strände in Hossegor zunächst ein paar Meter steiler abfallen, kommt bei hohen Wasserständen (wie an den allermeisten Sandstränden) der Punkt, an dem die Wellen bis unmittelbar vor die Küste reisen, bevor sie sich ob der Wassertiefe überschlagen. Zum Surfen bleibt dann kein Raum mehr, die Wellen brechen in den Sand, saugen davor noch Sediment das „Face“ hinauf und hauen die deutschen Urlauber aus den Tewas (gibt’s die noch?).

Gabriel Medina betritt die Bühne, auf der nur Auserwählte wandeln: Das Wasser

So ungefähr war die Lage, als ich  mich mit einem Panaché in den Sand am Plage Central setzte: Hightide, die Wellen nur noch Shoredump und trotzdem 15 bis 20 Surfer im Wasser. Ich war Anfänger und ich glaubte mich trotzdem im Recht, als ich dachte: „Was zur Hölle machen die da?“ Nun,  90% der Antwort bestand aus einem 1,80 m großen Brasilianer mit einem orangenen Kunststoffwürfel im Mund. Gabriel Medina war noch nicht lange auf der Weltbühne aber schon die große Hoffnung des brasilianischen Surfens. Der junge Medina war unglaublich schnell. Und er konnte Tricks, die wenige Wettkampfsurfer draufhatten. Mit seinen Fähigkeiten in der Luft, über der Wellenlippe, konnte er schon verloren geglaubte Heats noch in den letzten Sekunden herumreißen.

Medina wird am 22. Dezember 1993 in der 100 000 Einwohner-Stadt São Sebastião im Bundesstaat São Paolo in Brasilien geboren. Über das Surfen hinaus ist nicht allzu viel über Medinas Kindheit und Jugend bekannt. Eigentlich blubbert überhaupt nichts Privates aus Medinas Leben an die Öffentlichkeit. Aber warum ist das eigentlich so? Warum ist professionelles Surfen so verdammt oberflächlich?

Medinas Eltern trennen sich bald nach seiner Geburt. Der junge Gabriel versucht immer, seine Mutter zu unterstützen. Sie haben wenig Geld. Mit 6 Jahren, so erzählte er es dem australischen Surf-Superstar Mick Fanning vergangenes Jahr in einem Podcast, habe er als Einparker gearbeitet, um etwas Haushaltsgeld beizusteuern. „Wenn ich schaue, was meine Freunde  machen: Einige arbeiten, andere sind im Gefängnis. Ich bin so ziemlich der Einzige, der ein erfolgreiches Leben führt. Surfen hat mein Leben verändert“, sagte Medina. Wer das ein bisschen übertrieben findet (oder das Alter untertrieben), der sollte sich mal Antonio Rüdigers jüngst bei The Player’s Tribune veröffentlichtes Jaccuse durchlesen. Und alle anderen auch.

Der Stadtteil Maresias, in dem Medina aufwächst, grenzt direkt an den Atlantik, fast 5 Kilometer Strand hat Medina vor der Haustür. Nur, Surfboards sind teuer und die Kleinfamilie Medina kann sich keins leisten.

Mit 9 Jahren bekommt Medina dann sein erstes eigenes Surfboard, vom neuen Partner seiner Mutter, Charles Serrano de Saldanha Rodrigues. „Charlaõ“ nennen sie den Stiefvater in Brasilien, der große Charles also. In den USA ist nur die Rede von Charly, was nicht unbedingt die Verniedlichung meint, aber doch so verstanden werden kann. Und es wird öfter die Rede von Charly sein. Charles Rodrigues ist der wichtigste Mensch in Gabriel Medinas Karriere als Surfer. Und der wichtigste Mann in seinem Leben. Längst bezeichnet Medina ihn als Vater. Charles Rodrigues surft selbst und er war ambitionierter Triathlet. Viele Jahre trainiert er Medina selbst, managt ihn und fährt immer mit, wenn der Filho irgendwo auf der Welt um Pokale surft.

Es ist kein Widerspruch, Golfer und Surfer zu sein — in Frankreich oder auf Hawaii

In Frankreich, im beschaulichen Hossegor, in dem die Surfer oft auch Golfer sind und einige sogar ein Boot im Yachthafen liegen haben (wobei man die jeweiligen Schnittmengen einmal genauer untersuchen sollte) fliegt dieser Medina am Ende eines Wettkampftages also über eine hüfthohe Welle, die eigentlich nicht surfbar sein sollte, weil sie nur noch auf den Strand klatscht. Medina aber ist so schnell auf den Beinen und auf der Welle, dass er trotzdem noch 15 Meter über das Face fetzt, bevor sie kollabiert. Um ihn herum sitzen einige andere Pros, vor allem aber Fans, die einmal mit Medina surfen wollen. Aber da ist nicht viel zu holen. Medina macht ein paar Paddelzüge, springt auf, pumpt ein, zwei Mal, schießt die brechende Welle nach links weg und zieht einen Air Reverse in den Close-Out. Und mit der nächsten Welle geht’s retour. Medina nimmt sich, was er will. Normalerweise hat Vorfahrt, wer am nächsten am Peak einer Welle startet. Wenn sie überall gleichzeitig bricht, ist das obsolet. Ich staune. Es ist der Anfang einer großen Surfer-Karriere.

Was ist das Schlimmste, was er je getan hat? Eine Auswahl, rückwärts auf dem Zeitstrahl, Nummer Eins: Es ist das Jahr 2019, der letzte Wettbewerb der Tour, Medina ist wieder dabei, er hat Chancen, seinen Titel auf Hawaii zu verteidigen. Dafür muss er besser abschneiden als Landsmann Italo Ferreira. Aber er ist gut in Pipeline, hat 2018 gewonnen, 2014 und 2015 war er 2ter und nie schlechter als 13ter. Ferreira dagegen ist eine Surf-Maschine, er surft Welle um Welle um Welle und seine Gegner in die Verzweiflung. Nur nicht in „Wellen mit Konsequenzen“, in großen, holen Biestern, in solchen Wellen wie man sie an der Northshore von Hawaii eben findet.

In der ersten Eliminierungsrunde, der Runde der letzten 16, surft Medina gegen Caio Ibelli. Beide finden kaum Wellen, die Scores sind niedrig. Mit einigen Sekunden auf der Uhr und der Priorität nimmt Ibelli eine Welle, er braucht nur eine mittlere Punktzahl, um das Heat zu gewinnen. Aber Medina dropt ihm in die Welle, blockt ihn ab. Die Kommentatoren sind außer sich. Wirft er da gerade seine Weltmeister-Chancen weg? Immerhin stehen Drop-Ins unter Strafe: Der zweitbeste Score wird nicht gewertet. Es dauert zwei Minuten, aber irgendwann kommt auch Barton Lynch aufs Brett: „Kann es sein, dass er wusste, dass Ibelli ihn mathematisch nicht einholen konnte? Dies könnte das cleverste taktische Manöver in der Geschichte dieses Sports gewesen sein. Während wir dachten, es wäre eine komplette Katastrophe oder ein kompletter Black-Out, kann es sein, dass er nur den Sieg gesichert hat.“ Und so sieht es auch Medina, er ist stolz auf sich. Später kommt heraus, dass er die Anweisung von Charly umgesetzt hatte, der stand mit den Beinen im Wasser und rief auf portugiesich: „Du kannst ihn verbrennen, du kannst ihn verbrennen.“

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Ibelli, der schon das Finale beim KOFG 2009 gegen Medina surfte nahm es sportlich, „Er spielt hart, er spielt dreckig. Ich denke, das ist das Mind-Set eines Champions“, sagt er im Post-Heat Interview.

Medina geht weit, um zu gewinnen. Und das ist legitim. Dass sich Medina und Charly noch 2019 quasi in einer Geheimsprache unterhalten können ist ohnehin eigentlich ein Witz. Brasilien hat 8000 Kilometer Küste. Auch Portugal ist ein Surf-Dorado. Aber als Medina 2012 Vollzeit die Weltmeisterschaft surft, ist er der jüngste Brasilianer, dem das gelingt. 2014 wird er der jüngste Weltmeister (Kelly Slater war ebenfalls 20 bei seinem ersten Triumph). Und natürlich der erste Brasilianer. Überhaupt hat es in 39 Jahren davor nur vier Nationalitäten ganz oben auf dem Siegerpodest der Männer gegeben: Einen Südafrikaner. Einen Briten. Elf Australier gewannen sechzehnmal mal. Und fünf US-Amerikaner gewannen zwanzig Titel. Und dann kam Gabriel Medina und gewann den Titel für Brasilien, für Südamerika, für den Rest der Welt.

„Es zahlt sich aus, das Medina Tanya Harding mit in sein Coaching Team geholt hat.“

Leserkommentar von GoldScissors (surfer.com, 21.12.2019)

Das bis dahin vor allem Australier und US-Amerikaner gewannen, liegt daran, dass vor allem Australier und US-Amerikaner teilnahmen. Seit 1992 gibt es ein zweistufiges System: Die Championship Tour (CT) und eine Serie von verschieden gerankten Quali-Events. Die Details ändern sich dauernd, aber in der Regel qualifizieren sich rund zwei Drittel der besten Surfer der World-Tour automatisch für das nächste Jahr, ein Drittel wird mit den Besten der Qualifikationsrunde (QS) aufgefüllt. Und die wichtigsten Quali-Events sind lange in den USA. Vor allem aber sind die Sponsoren dort. Es dauert verdammt lange, bis irgendjemand auf die Idee kommt, dass auch im Rest der Welt Leute surfen, sogar gut und noch viel wichtiger: Dass die auch Boardshorts kaufen (Rip Curl, Quiksilver, Hurley), Bier trinken (Corona, ausgerechnet) oder mit dem Handy telefonieren (Boost Mobile).

Die Weltmeisterschaften im Surfen sind schon lange eine Super-League. Wer es auf die Tour schafft, bekommt Preisgelder und Sponsoren, kann es sich im Notfall auch leisten, ein Jahr auf der QS zu surfen und sich zurückzukämpfen. Mitunter bringen Sponsoren ihre Surfer mit Wildcards unter. Gabriel Medina kommt aus ärmlichen Verhältnissen, er ist um die 10 Jahre alt, als er sagt, dass er Surfprofi werden will, die Weltmeisterschaft gewinnen. Es ist auch ein Weg, seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Er gewinnt Heats, er gewinnt Wettkämpfe, er gewinnt Rip Curl als Sponsor. Er ist ein brasilianischer Held. Die Amerikaner, die den ganzen Laden besitzen, sehen, was der Junge kann. Und sie sehen,  was er bereit ist zu tun, um zu gewinnen. Sie nennen ihn „Freak“. Sie nennen ihn einen schlechten Verlierer. Sie sagen er würde seine Oma verkaufen, um zu gewinnen.

Medina surft und surft und surft. Er ist bis heute der einzige Top-Surfer, der keine Edits veröffentlicht, also Kurzfilme mit den besten Wellen, gerne musikalisch ausgemalt. Es gibt Surfer, die nur von solchen Kurzfilmen leben (genauer: von den Marken, die sie darin tragen), keine Wettkämpfe surfen. Nicht so Gabriel Medina. „Das ist etwas, was ich seit einer ziemlich langen Zeit machen wollte. Aber ich hab’s nie gemacht. Die vergangenen 10 Jahre meines Lebens war ich komplett auf Wettkämpfe fokussiert. Ich hab alles gemacht um Titel und Heats gewinnen. Für Edits braucht man Zeit. Und du kannst dich verletzen.“

„Ich bin hier, um die Brasilianer weinen zu sehen.“

Nutzerkommentar von Dav id (Youtube, 2017)

Schnell wird klar, dass Gabriel Medina ein kommender Surfstar ist. Er gewinnt mit elf Jahren seinen ersten wichtigen Wettbewerb, die „Rip Curl Grom Search“, die in Buziós in der Nähe von Rio de Janeiro ausgetragen wird. Die Fahrt und Meldekosten haben sich Vater und Sohn Medina im Surfshop arbeitend verdient. Viele weitere kleinere und größere Siege folgen. Mit fünfzehn unterschreibt Medina seinen ersten Sponsorenvertrag bei Rip Curl. Nur zehn Tage später gewinnt er ein Qualifikations-Event der höchsten Kategorie. Darüber kommt nur noch die „Dream-Tour“ wie die Weltmeisterschaft eine Zeitlang genannt wird, weil sie das verheißt, wovon alle Surfer träumen: Die besten Wellen der Welt mit nur wenigen anderen Surfern im Wasser, Preisgelder für das, was man ohnehin liebt und die höchsten Meriten, die der Sport bieten kann: Den World-Title nämlich. Der Sieg beim 6-Sterne-Qualifier bedeutet für Medina den Durchbruch. Er  ist zu diesem Zeitpunkt der jüngste Surfer, dem ein Sieg in der offenen Klasse gelingt. Und er hat einen Sponsor. Es ist das Jahr 2009, Juli, die Saison ist halb vorbei, aber nach seinem Überraschungscoup in Florianópolis geht alles ganz schnell. Medina surft 9 weitere Qualifier-Events, in Brasilien, Frankreich und Spanien. Er lernt auch, was es heißt zu verlieren.

„Verlieren ist eigentlich eine gute Sache. Ich habe eine Menge beim Verlieren gelernt. Ein Typ, dem ich viel zu verdanken habe, ist Jesse Mendes. Er hat mich immer wieder geschlagen und ich bin nach Hause gefahren und habe geweint. Aber dadurch wurde ich besser.“

Ein Jahr darauf, 2010, ermöglicht Rip Curl Medina die komplette Ochsentour. Medina surft sich durch 17 Qualifier auf der ganzen Welt. Er gewinnt nichts, aber seine besseren Ergebnisse sind alle bei den besser besetzten Events.  Und Rip Curl bringt ihn auf die ganz große Bühne: Er bekommt eine Sponsoren-Wildcard für den Stopp der Weltmeisterschaft im australischen Bells Beach. Das ist der Strand, an dem sich Bodhi in Point Break (deutsch: Gefährliche Brandung) in den Tod surft. Es ist ein fantastischer rechter Pontbreak, schnell, mächtig, unaufhaltsam stampfend. Der goofy surfende Medina scheidet früh aus, aber er surft ein Heat auf der größtmöglichen Bühne, gegen einen der größtmöglichen Gegner. Es ist eben der (auch von Rip Curl gesponserte) Mick Fanning.

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Medina macht weiter alles für seinen großen Traum. 2011 ist er siebzehn Jahre alt und sein zweites volles Jahr auf der QS-Tour. Zu diesem Zeitpunkt gibt es nur einen Weg zur Spitze und der ist hart: Alle wichtigen Qualifier surfen und möglichst weit vorne landen. Medina aber hat Glück. Die Weltmeisterschaft, die 2011 von der (ASP) organisiert und vermarktet wird, hat gerade den „Mid-Season-Split“ eingeführt. Das bedeutet, das nach der Hälfte der Events die am schlechtesten platzierten Surfer gehen müssen – und dafür die besten Surfer der QS nachrücken. Und Medina ist dank dreier wichtiger Siege ganz oben im Ranking.

Wie sich freuen, wenn man sich gegen alle freut?

Nummer 2: Es ist das Jahr 2014, Medina ist auf dem Weg zu seinem ersten World Title und mit ihm ein ganzes Land mit über 200 Millionen überwiegend sportbegeisterten Einwohnern. Während seine Klasse nicht zu leugnen ist – spätestens Mitte der Saison in den heftigen 20-Fuß Barrels von Teahupoo hat er bewiesen, ein kompletter Surfer zu sein – haben immer noch einige die Hoffnung, dass jemand dem so unsympathisch und arrogant daher kommenden jungen Brasilianer und seinem unmöglichen Stiefvater einen Strich durch die Rechnung macht. Gut, die beiden Kontrahenten waren Mick Fanning und Kelly Slater, zwei Surfer, die nun wirklich schon genug gewonnen hatten. Tatsächlich dürfte sich Medina sogar die ein oder andere Wettkampf-Taktik bei den beiden abgeschaut haben. Und trotzdem. Alle die es nicht mit Kelly oder Mick aber gegen Gabriel hielten, sahen sich bestätigt, als letzterer gewonnen hatte. Medina gewann seinen ersten Weltmeistertitel am Strand, weil Slater sein Heat gegen Alejo Moniz verlor. Medina, der direkt danach sein Viertelfinale hatte und schon im Wasser war, kam an den Strand und umarmte seinen Stiefvater. Es waren eine Menge Brasilianer nach Hawaii gekommen, es brodelte am Strand wie im Wasser. Die Freude war verständlich. Medina surft immer mit Druck. Die einen wollen unbedingt, dass er verliert, die anderen dass er gewinnt.

„Hör auf zu heulen, du kleiner Wichser!“

Leserkommentar von Murkleman (Stab, 2014)

Obschon es amerikanischer kaum geht, nach dem Triumph das Feld zu stürmen (nur eben andersherum) sind alle pikiert: Der Typ hat ein Heat zu surfen. Und wickelt sich am Strand in eine Brasilien-Flagge. Wie arrogant. Mick Fanning redet ihm zu. Medina geht zurück ins Wasser und gewinnt auch das Viertelfinale noch, dabei ist es schon halb vorbei.

Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass Gabriel Medina der meistgehasst Surfer auf der Tour ist. Dabei wird er nicht unbedingt falsch verstanden. Er wird gar nicht verstanden. In den obligaten Interviews nach den Heats wirkt er hölzern, steif, nur die Ausflipper bleiben hängen. Er sagt, er erkenne sich selbst nicht wieder in diesen Interviews, es falle ihm eben sehr schwer Englisch zu sprechen. Spätestens nach der Glenn Hall Geschichte nimmt er einen Gang raus. Da bekam er eine weitere Interference aufgebrummt, verlor das Heat, und gab ein schnippisches Interview: „Erstens war das echt ein schlechter Call, wir warten zehn Tage und bekommen solche Mist-Wellen, zweitens die Interference, eines Tages verstehe ich hoffentlich diese neue Regel und drittens, das nächste Mal, dass jemand „Fick dich“ zu mir sagt, werde ich ihm was erzählen!“ Nun. Offenbar gibt es eine Sache, die man im US-Fernsehen nicht darf, auch nicht zitierend, nämlich fluchen. Es ist eines der letzten Interviews Medinas mit Inhalt, obwohl sich sein Englisch verbessert und er sich nicht mehr durchschlagen muss wie ein pensionierter Reli-Lehrer in Australien.

“Haha! Medina schüttelt seine Arme wie eine traurige alte Oma bevor er ins Wasser schlägt!! Ich mag keine Schauspielerei im Sport, das ist beschämend.”

Nutzerkommentar von N C (Youtube, 2016)

Im Surfen geht es kaum um die Star-Allüren. Die große Vermarktungsgeschichten waren immer Rivalitäten. Andy Irons gegen Kelly Slater. Mick Fanning gegen Joel Parkinson. Gabriel Medina gegen JJ. Florence. Und natürlich ist das Sportliche auch in Brasilien ein Thema. Aber Gabriel Medina ist in Brasilien nicht nur ein Sportler. Er ist ein Popstar. Er ist eng mit Neymar dos Santos befreundet. Dem Fußballer, dem allein auf Instagram 150 Millionen Menschen folgen. Als es 2019 für Medina um den dritten Wold-Title ging (und der nächste ist immer der wichtigste, altes Erfolgsgeheimnis ehrgeiziger Sportler) gab es eine doppelte Interferencegeschichte mit Caio Ibelli. Die eine hatten wir schon, das Pipeline-Gate. Die andere ereignete sich einige Events davor, als Medina noch das Gelbe Trikot des Gesamt-Führenden trug. Medina war nach Punkten weit vorne, das Heat fast durch. Beide Surfer nahmen die gleiche Welle, Ibelli rechts, Medina links. Aber Ibelli surfte deutlich länger. Er war trotzdem zuerst zurück im Line-Up, zumindest sah das der Priority-Judge so, und bekam deshalb Priority. Und Medina nahm ihm die Vorfahrt, bekam eine Strafe, verlor das Heat.

Salz ablecken, weitermachen, hätte es heißen können, aber Vater und Sohn bestürmten den Judgetower, verlangten einen Re-Surf, traten in den sozialen Medien nach. Medina teilte ein Video, das durchaus den Priority-Call zumindest als zweifelhaft darstellte. Auch Neymar teilte das Video. In der Folge bekam Caio Ibelli, der um sein Re-Qualification surfte, Hassnachrichten aufgebrachter Fans. Es ist nicht das einzige Mal, dass Medina seine Reichweite nutzt, um Unterstützung zu bekommen.

„Es ist bekannt, dass sich Latino-Typen sich gerne gegenseitig befriedigen.“

Nutzerkommentar von Blow Hole (Stab, 2014)

Oft scheint es so, als wüsste er um seinen Einfluss und seine Rolle und als wäre ihm beides gleichzeitig nicht bewusst. Kurz nachdem Donald Trump 2019 ankündigte, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, reiste auch Jair Bolsonaro nach Israel. Der umstrittene brasilianische Präsident postete auf Twitter ein kurios anbiederndes Video, in dem er und Benjamin Netanjahu Medina und Neymar nach Israel einluden. „Neymar und Medina. Ihr seid beide eingeladen. Bringt alle mit!“ sagt Netanjahu. Und die Reaktion ist schon im Zusammenschnitt: „Hallo Bibi und Bolsonaro. Danke für die Einladung. Kuss. Wir kommen.“ Antwortet Neymar auf Englisch. Medina, der in seinem Hotelzimmer an der Gold Coast bei einem der ersten Events steht, wiederholt stolpernd Neymars Worte.

Nummer 3: Medina scheint es egal zu sein, dass er außerhalb Brasiliens oft nicht gemocht wird. Was ihm nicht egal ist, ist wenn er verliert.

2012 kippt ein Heat zu Gunsten des ewigen Posterboys und Hoffnungsträgers der Australier nach Fanning, Julian Wilson. Wilson braucht eine gute Welle, um das Finale in Supertubos, Peniche, Portugal gegen Medina zu gewinnen. Er nimmt eine eher kleine Welle, kämpft sich durch eine verwaschene Barrel, jubelt, surft die Welle sicher aber nicht aufregend zu Ende und salutiert anschließend den Göttern des Surfens: „Das war DIE Welle, OMG, damit bin ich durch,“ sollte das heißen. Und es funktionierte. Danach demolierte Charly die VIP Lounge, Medina Junior nahm seinen Pokal für den zweiten Platz und verschwand von der Bühne.

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Ab Minute 1:46 kommt Wilsons umstrittene Gewinner-Welle

Dieses Finale änderte etwas. Es war Medinas erstes volles Jahr auf der World-Tour. Es war das erste Mal, dass ein Brasilianer Mit-Favorit auf den Titel war, er hatte schließlich schon im Jahr davor zwei Events gewonnen.

Für einige Fans scheint es hier nicht darum zu gehen, wer einen Surf-Wettbewerb gewinnt. Es geht darum, wem das Surfen gehört. Tatsächlich kommen weitere sehr gute Surfer aus Brasilien in den Zehnerjahren auf die CT, 2015 gewinnt etwas überraschend Adriano de Souza den Titel, 2019 wenig überraschend Italo Ferreira. Und dann ist da noch Felipe Toledo, der vielleicht talentierteste der Brasilianer. Sie nennen sie „the Brasilian Storm“ und der brasilianische Sturm fegt über die Liga hinweg. Unter den Top-5 sind im Sommer 2021 drei Brasilianer und es gibt keine Nation, die mehr Surfer in den Top-32 stellt. Bei den Männern wohlgemerkt, bei den Frauen halten sich die alten Verhältnisse noch länger.

„Haha… die Leute mögen keine schlechten Verlierer und arroganten Gewinner, keine schlechten Vibes am Strand… schau dir Italo an, der hat gute Vibes.“

Nutzerkommentar von BeReel4Peace (Youtube, 2020)

Medina, kurze schwarze Haare, austrainiert, beide Arme tätowiert, wirkt nicht wie der Bad-Boy des Surfens. Eher wie ein verdammt ehrgeiziges Kind. Aber das klingt auch wieder despektierlich. Dabei sind die Zeiten des Gentleman-Surfens vorbei, es geht um harte Taler, um Sponsoren und das Bleiberecht in der Blase der besten 32. Spätestens nach dem Wilson-Vorfall 2012 hat Medina seinen Ruf weg und Charly erst recht.

Schweigen ist Silber, Schreiben ist Gold

Es gibt nicht viele gute Reporter im Surfen, zu wenig Ruhm für zu viel Aufwand. Sean Doherty ist einer von ihnen. Für Surfer schreibt er den Doherty-Report, wenn er gerade Lust dazu hat. Er kennt die Leute, er hat eine Assoziationsfähigkeit wie Hunter S. Thompson und Befindlichkeiten sind ihm augenscheinlich ziemlich egal. Umso wichtiger ist den Leuten, was er denkt. Über Medina schrieb er viel über die Jahre:

„Ich hatte fest erwartet, dass Gabby John heute ein paar psychologische Schläge verpassen würde. Er muss das tun, wenn er eine Chance auf den Titel haben will.“

„Sein unbändiger Siegeswillen kennt keine Grenzen, wie wir gestern wieder einmal gesehen haben.“

„Als er in den letzten Minuten in Führung lag, vergaß Medina allerdings das Line-Up und konzentrierte sich auf Callinan. Seine Strategie war teils 80er-Jahre-Beachbreak, teils Proktologie, da er Callinan buchstäblich fünf Minuten lang wie ein Kleidungsstück trug. Als eine letzte Welle auftauchte, begann Gabe einfach mit den Armen zu fuchteln wie ein aufziehbares Badespielzeug und paddelte direkt auf Callinan zu. Er war wie der große Bruder, der die Windmühle machend auf seinen kleinen Bruder zugeht und dann sagt, es sei seine Schuld, dass er geschlagen wurde. Die Kampfrichter belegten den kleinen Bruder mit einer Interference und Medina marschierte weiter, fast – fast – entschuldigend für den Stil, in dem er es getan hatte.“

Fair enough, you’d say? Man kann versuchen sich in die Objektivität zu zwingen, wie in einen Wetsuit. Bringt aber nichts, da bin ich bei Doherty. Und dennoch füttert auch er die Wir-gegen-die Erzählung.

Über John Florence, Medinas wahrscheinlich engsten Rivalen, schrieb Doherty einmal: „Ein Florence-Weltmeistertitel geht durch alle Farben und Glaubensrichtungen der Surfer-Gemeinschaft. Wenn John gewinnt, ist die Welt in Ordnung, egal wo man ist.“

Stimmt für weite Teile der Surfwelt. In Brasilien vielleicht nicht. Dort hat nicht nur Medina ein anderes Standing, auch Surfen hat es. Die Sportart gehört – auch dank Medina – zu den beliebtesten des Landes. Aber auch die höchsten Airs landen wieder im Wasser. Man denke an die 1:7 Schmach bei der Fußball Heim WM 2014. Der schlimmste Schmerz erwächst aus enttäuschter Liebe. Seit seinem ersten World-Title wird Medina bedingungslos geliebt und verdammt, er wird mit Brasiliens größten Individual-Sportlern verglichen, Mit dem Formel-1 Weltmeister Ayrton Senna oder mit dem dreimaligen French Open Sieger Gustavo Kuerten. Was hilft da die sehr boulevardeske Presse zu Hause, etwa, wenn sie über eine Liebesbeziehung Medinas mit Neymar spekuliert?

“Schöne Fußball Schwalbe. Ich bin sicher, er wäre herumgerollt und hätte sich das Gesicht gehalten.”

Nutzerkommentar von Chris i (Youtube, 2020)

Seit 2017 steht dort, wo Gabriel Medina das Surfen lernte, in erster Reihe zum Strand von Maresias, ein Surf-Leistungszentrum. Die Medinas fördern dort Kinder zwischen zehn und sechzehn Jahren, die wie Gabriel damals davon träumen, Surf-Profis zu werden. Die Kids bekommen Profi-Training, inklusive Ernährungsberatung. Und sie werden schulisch gefördert, lernen englisch. Medina sagt, und man glaubt es ihm: „Das wichtigste ist, dass das alles tolle Menschen sind. Sie sind fantastisch.“

Medina ist jetzt über zehn Jahre dabei. Er war immer da, nie weg. Er hat zweimal die CT gewonnen, 2014 und 2018, jeweils im finalen Event auf Hawaii, am Core-Spot Pipeline. Das ist vergleichbar mit einer Meisterschaftsentscheidung am letzten Spieltag. Dabei ist Medina wenigstens so gut wie die Bayern. Schaut man von diesem Moment in der Mitte des zweiten Seuchenjahres in die Barrel der vergangenen Dekade, dann muss man sich fragen: Warum hat der nicht mehr gewonnen? Warum nicht früher? 2009 gewann Medina den King of the Groms Contest von Quiksilver in, natürlich, Hossegor. Der KOFG ist eines der wichtigsten Events für die ganz junge Surf-Elite. Bemerkenswert war vor allem, wie Medina gewann. Er surfte ein perfektes Heat, bekam in zwei Wellen die Maximalpunktzahl 10.0 und hatte sogar noch einen „Wegwerfscore“ von 9.7.

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Als er 2011 auf die World-Tour kommt, gewinnt er direkt das zweite Event, wieder in Hossegor. Er gewinnt knappe Heats, er gewinnt Heats mit außergewöhnlichen taktischen Manövern und unglaublicher Disziplin, er gewinnt Heats mit purer Unsportlichkeit. Medina weiß von Anfang an ganz genau wie es geht: kontrollierte, harte Manöver. Ein Air am Ende reißt die Punkte oben raus. Und jubele immer so, als hättest du gerade deinen Hogwarts-Brief bekommen. Claim nennt man das Sich-Selbst-Feiern und jede Wette, es beeinflusst die Judges.

Was also fehlt Medina zum Seriensieger der Davor-Zeit, Kelly Slater? Nicht viel. Vielleicht ist Kelly nicht ohne Grund der GOAT, der „beste aller Zeiten“, hat den Hauch mehr Talent, die subtileren Tricks. Sicher spielt auch eine Rolle, dass er die ASP und später die WSL von innen heraus verstanden hat, er ist US-Amerikaner, er weiß wie die Sportligen funktionieren und seine Augen funkeln bei jedem seiner eloquent-bestimmenden Interviews. Bestimmt ist auch die Leistungsdichte an der Spitze noch größer geworden. Was es nicht leichter macht, den Besten fair zu ermitteln.

Medina hat noch das ein oder andere Jahr. Und seine größte Stärke ist wahrscheinlich, gar nicht in dieser Kategorie zu denken, sondern von Welle zu Welle und Event zu Event. Und da kommt diesen Sommer noch ein Highlight, wenn Surfen ab dem 25.07 sein Debut bei den Olympischen Spielen gibt. Es könnte das bisher beste Jahr in Medinas Karriere werden, denn auch in der CT liegt er vorne – Mit zwei Siegen aus vier Finalteilnahmen, bei erst fünf gesurften Events.

Nun duck-dive tief in dein Herz, Sportsfreund, und sage mir: Ist es gerecht, Medina um jeden Preis verlieren sehen zu wollen? Sollten wir ihn nicht in Anerkennung baden und mit Freundlichkeit das Feuer in den Kommentarspalten löschen

Ob der Hass ihn antreibt? Ich glaube es nicht. Ich denke, er macht das, was er tut einfach verdammt gerne. Und er hat zu wenig freundlichen Austausch auf der Tour, mit Surfern, mit Kommentatoren, mit Fans. Verdammt man Medina, dann muss man eigentlich das Wettkampfsurfen verdammen. Und es gibt gute Gründe, das zu tun: Es widerspricht einem wesentlichen Teil des Surfens selbst, es ist unglaublich selbstgerecht, es ist oft langweilig. Aber das ist ein anderes Thema. In der Zwischenzeit kann man sich fragen, wie man die Herangehensweise Medinas bei einem deutschen Surfer fände (und tatsächlich kämpft Sebastian Steudtner inoffiziellen Kommentaren zu Folge seit Jahren mit der WSL um die Zuschreibung der Weltrekord-Welle, weil der deutsche Markt nicht so interessant ist), was Patriotismus eigentlich soll, was der Sport uns bedeutet und wo wir endlich mal wieder einen guten Schluck Salzwasser bekommen.

Und was ist nun mit dem orangenen Kunststoffwürfel? Der ist hinten auf eine GoPro geklettet, er lässt die Mini-Action-Cam schwimmen. Medina beißt auf diesen Schaumstoffwürfel, um POV-Aufnahmen zu machen, um also aus seiner Perspektive zu filmen – die Arme braucht er zum Paddeln und für den Take-Off. Das sieht bescheuert aus, ist Medina aber völlig egal. Später wird er Rip Curl das Videomaterial schicken, sollen die was daraus machen. Er muss essen, schlafen, surfen. Und dann von vorne.

P.S. Wenn du das liest, bekommst du einen Drop-In Gutschein von mir. Du hast ihn dir mit Ausdauer und Geduld verdient. Mach mich noch glücklicher und verrate mir (Kommentar, E-Mail an luca@milchplus.de): Ist Medina langweilig? Ist der Text langweilig? Oder war’s das wert, das Schreiben, das Lesen & die 17 Milchpulver Cappuccini?

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