Kanoa Playground Surfboard im Test

Kanoa Playground Surfboard im Test (10/2021)

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Agilität & Manöver       +++++ (5/5)
Geschwindigkeit          +++++ (3/5)
Paddle-Power             +++++ (4/5)
Stabilität               +++++ (3/5)
Material & Verarbeitung  +++++ (4/5)
Bestellung & Versand     +++++ (5/5)    
Preis                    +++++ (4/5)
Gesamtbewertung          4,0 / 5

Das Playground von Kanoa ist ein verspieltes Shortboard für Surfer mit leichtem Pandemiebauchansatz in Wellen von etwa 2 bis 5 Fuß. Wir hatten es vier Wochen in Irland im Test. Was uns dabei aufgefallen ist, wird hier mit noch leicht klammen Fingern notiert, ergänzt um die ein oder andere Info zur noch jungen Surfboard-Brand Kanoa. 

Name Kanoa Playground
Shape Shortboard mit abgerundetem Pintail und extra Volumen
Fin-Setup 5 Finnenkästen (FCS 1) für Thruster oder Quad Setup
Volumen 31,9 L
Maße (Inch) 6’0 × 20 × 2 9/16
Bauweise Polyurethan Kern, Stringer, eher dickes Glassing (6+4+4 Unzen)
Preis 579 Euro

→ Das Board gibt es in vier Größen von 5’8 bis 6’2. Neben dem Volumen ist auch der Preis größenabhängig (aber nur leicht: 569 bis 585 Euro).

Testbedingungen:
Wellentyp: Beachbreaks, Reefbreaks, Pointbreaks, nichts extremes
Wellengröße: 3 bis 11 Fuß

Solide, lange Wellen gab es fast so häufig wie Eier zum Frühstück. / Luca Brück für milchplus.de

Ziemlich vielseitige Wellen, von kleinen Beachbreak- bis zu ordentlichen Reef- und Pointbreak Wellen war alles dabei. Kanoa gibt die idealen Bedingungen für das Playground großzügig an, die Wellenbandbreite reiche von 2 bis 7 Fuß. Das ist wohl auch der Hauptgrund, warum das Kanoa-Team uns das Playground für den Test empfohlen hat. Wir haben uns allerdings viel am oberen Rand der Größenskala bewegt. Franzosen und Hawaiianer würden wohl von hüfthoch sprechen, für alle anderen war es aber schon oft überkopf. Neben großen Wellen gibt es in Irland noch einen Faktor, der für mehr Volumen wirbt, und das ist der dicke Neoprenanzug.

Das Playground von Kanoa ist ein Board für:

→ Fortgeschrittene
→ Expert*innen
→ vielseitige Wellen
→ Reisen mit Spargepäck
→ am Besten hat uns das Board in eher hohlen Beachbreakwellen gefallen

→ Gewaxt, gesurft, getestet. Luca hatte das Kanoa Playground bei vier Wochen Dauerswell in Irland im Einsatz. Für den Testzeitraum hat Kanoa uns das Board kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie objektiv kann der Test dann noch sein? Das haben wir uns auch gefragt: Lies hier mehr dazu, wie wir testen.

Ab ins Wasser: Das Kanoa Playground im Test

Bestellung und Lieferung

+++++ (5/5)
Direktvertrieb ist das Konzept von Kanoa und der Grund für diese extra Kategorie: Wie läuft die Bestellung? Wie ist das Board verpackt?

Wir haben unser Testboard nicht über den Onlineshop bestellt, aber der Ablauf war ähnlich: Nach einer Beratung per Mail hat Kanoa das Playground in 6.0 auf die Reise geschickt – gut verpackt mit der Spedition UPS.

Wahlweise kann auch die Flexi-Hex Verpackung dazubestellt werden. Aber auch die Standard-Verpackung ist vertrauenserweckend. / Luca Brück für milchplus.de

Wer ein Board von Kanoa kaufen will, kann das nur über die Internetseite. Dort gibt es ausführliche Beschreibungen aller Bretter und ein kurzes Statement eines Teamriders zu jedem Modell. Außerdem bekommt man durch die Boardguides einen Überblick über die Unterschiede und Besonderheiten der schlanken Produktlinie. Ohne Beratung sollte man trotzdem nur ein Brett bestellen, wenn man es schon kennt. Die Beratung macht Kanoa am liebsten per Messenger-Chat. Man braucht dafür nicht unbedingt einen Facebook Account, aber eigentlich schon. Dann muss man das Fenster nämlich nicht offen lassen und warten, bis ein Mitarbeiter Zeit hat. Man sollte also von dem kleinen Team nicht 24 Stunden Verfügbarkeit erwarten (irgendwann müssen die Mitarbeiter schließlich auch gewässert werden), dann bekommt man aber eine ausführliche und konzise Beratung. Noch besser ist die Möglichkeit, die Bretter testen zu können. Das funktioniert über den Partner TryUp (später mehr dazu). 

“Selbst, wenn man fortgeschritten ist und seine Shapes, Maße und Volumen kennt: nichts wird jemals das Feeling ersetzen, das Board zu paddeln, den 1. Popup zu machen oder das Brett wirklich unter den Füssen zu haben und damit zu Surfen.”

andy von Kanoa zum Board-Test

Der Shop ist erwartungsgemäß übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Wer ein Board will und bezahlt, bekommt es auch ohne Nervenzusammenbruch. Eh klar. Unser Brett war perfekt verpackt und kam ohne jegliche Beschädigung, weder an der Verpackung, noch am Board selbst. Das hat man auch schon anders gesehen.

Agilität & Manöver

+++++ (5/5)
Das Board bleibe “verspielt und kontrollierbar” heißt es seitens Kanoa, was einerseits zutrifft, andererseits etwas missverständlich sein kann. Denn es klingt nicht unbedingt so, als sei Agilität das wichtigste Merkmal dieses Shortboards. Wir würden aber genau das behaupten. Das Board ist verspielt und super wendig. In größeren Wellen fast ein bisschen zu sehr. Dafür sollen vor allem die dünnen Rails verantwortlich sein. Wie auch immer, das funktioniert sehr gut und hilft dabei, enge Turns zu surfen und sich auszuprobieren. Der Name passt also, gleichzeitig hat der Atlantik natürlich nicht immer unbedingt Spielplatzcharakter.

Noch so eine Welle für ausladende Manöver. / Luca Brück für milchplus.de

Geschwindigkeit

+++++ (3/5)
Trotz der sehr guten Turnbarkeit (Die Google Korrektur schlägt hier Tanzbarkeit vor und müsste man das nicht umständlich erklären, würde ich es sofort übernehmen), verschneidet man das Playground eher selten, auch wenn man das sonst als Kernkompetenz vorweisen kann. Dafür fehlt es aber manchmal etwas an Speed, jedenfalls dann, wenn die Welle nicht selbst ordentlich Saft hat. Diesen Punkt kann man sicher diskutieren. Meine Meinung.

Paddle-Power

+++++ (4/5)
Große Wellen früh bekommen. Darum geht’s wenn man als Durschnittsdulli zum Surfen nach Irland fährt. Und einerseits lässt sich das Playground ziemlich gut paddeln. Es hat ja eine großzügige Outline und etwas Extra-Foam (Immer wieder Rob: “Foam is your friend. Don’t be scared of it. A little bit of extra foam here and there is good for the soul and your surfing”). Andererseits ist es aber eher kein Board für die fiesen kalten Easkey-Tage mit Nordswell-Cleanup Sets und viel Bewegung im Line-Up.

Stabilität

+++++ (3/5)
Auf mich wirkte das Board mitunter etwas nervös, zu verspielt. Das heißt nicht, dass man kein Vertrauen zu dem kleinen runden Flitzer aufbauen kann. Und es gibt auch Elemente, die dem entgegenwirken: Der lange Concave leitet das Wasser schnell unter dem Board entlang, das abgerundete Pintail hat Anleihen an einem Board für die großen Tage. In Summe aber könnte es stabiler sein, für mich jedenfalls und für die Testbedingungen, die man so sicher auch nicht alle Tage findet.

Material & Verarbeitung

+++++ (4/5)
Auf die Verarbeitung legt Kanoa sichtbar wert. Die Hardboards werden komplett im südafrikanischen Durban in der Firma der Shape- und Surflegende Spider Murphy entworfen, die Blanks gefertigt, gefräst, geshaped, geglast. Kanoa hat auch ein kurzes Making-Of Video produzieren lassen; beim Anschauen wird die Kreditkarte ganz hibbelig in der Gesäßtasche.

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Besagte Firma (Safari Surfboards) ist keine Unbekannte im Surfboard-Biz sondern der größte Hersteller von Brettern in Afrika. Vor dem Lieferkettengesetz muss man sich bei Kanoa also schonmal nicht fürchten.

5-Finnen FCS-1 Set-Up. / Luca Brück für milchplus.de

Gebaut werden die Hardboards von Kanoa klassisch: Mit PU-Kern, Stringer, FCS-Finnenkästen und mitteldickem Glassing (6+4+4 Unzen Glasfaser). Bei einigen Modellen überlappen die zwei Decklagen und die eine Bottomlage an den Rails und geben so zusätzliche Stabilität. Vor allem bei den Riverboards kommt dieses Feature zum Einsatz, das Playground hat die zusätzliche Raillage nicht.

“PU verleiht den Boards den erforderlichen Drive und Rebound beim Surfen. Preis-Leistung ist hier bisher unschlagbar. Bisherige Epoxy-Konstruktionen sind zwar leichter, teilweise sogar zu leicht, aber haben weniger Flex und erzeugen somit deutlich mehr “Chatter” und somit ein unruhigeres Fahrgefühl. All das werden wir jedoch mit unserer innovativen HRT Epoxy Konstruktion erreichen.”

andy von Kanoa zur Bauweise

Alle Hardboards von Kanoa sind handwerklich solide und mit Anspruch an die Haltbarkeit gebaut. Wunder allerdings sollte man nicht erwarten. Wer ein wirklich stabiles Board will, sollte sich nach einem Board mit Epoxydharz-Glassing umsehen, auch wenn man dadurch Flex einbüßt.

→ Kanoa arbeitet an nachhaltigen Surfboards und wird dabei von “drei der führenden technischen Universitäten Deutschlands, dem europäischen Innovationsfond und dem Bundeswirtschaftsministerium” gefördert. Dazu nochmal Andy: 

“Die HRT Technologie ist eine echte Innovation, die mit enormen Aufwand verbunden ist, was sowohl Kosten als auch Zeit betrifft. Um ein maximal nachhaltiges Board zu entwickeln, was sowohl bei Performance als auch bei Qualität den Anspruch hat ganz oben in der Liga der Marktführer mitzuspielen, braucht es einfach viele Iterationen. Aber wir können soviel verraten. Noch dieses Jahr geht die Prototypen-Phase in die Vorbereitung der Vorserien-Phase über die 2022 starten wird.”

Preis

+++++ (4/5)
Das Playground in 6.0 kostet 579 Euro. Der Versand kostet 15 Euro nach Deutschland, 20 in die EU und 60 in die Schweiz. 

“Da wir aus eigener Erfahrung wissen wie kostspielig Boardsport sein kann versuchen wir unser Bestes dir unsere Bretter zu einem fairen Preis anbieten zu können. Durch unsere Direktvertriebsstruktur müssen wir dazu keine Kompromisse in Punkto Qualität machen.” – Kanoa

Screenshot von kanoa-surfboards.com, abgerufen am 20.10.2021

Die Boards kommen blank. Es gibt aber alles notwendige Zubehör im Shop mit dem Kanoa-Label. Solides Zubehör für einen okayen Preis. Wer alles zusammen mit der “Make it Complete Option” von Kanoa bestellt, bekommt einen Rabatt von 40 Euro. Außerdem gibt es 20 Euro für die Newsletteranmeldung. Der attraktivste Rabatt ist der Szene vorbehalten: Alle Ehrenamtlichen in der wachsenden Zahl von Vereinen im Surfsport bekommen 20% Rabatt.

Insgesamt zahlt man also mit Leash, Finnen (die Guten im Angebot), Pad und Versand für das Playground 723 Euro. Mit Newsletter Rabatt sind es beinahe glatt 700. Das ist weniger als für viele andere Markenboards. Es aber auch nicht gerade wenig für ein Shortboard klassischer Herstellung. Wer direkt bei einem Shaper in die Garage läuft, zahlt jedenfalls in der Regel eher weniger. Allerdings muss man den Preis auch einordnen: Viele andere Marken produzieren möglichst günstig in China oder anderen Ländern, in denen die Produktionsbedingungen schwer zu überprüfen sind. Kanoa arbeitet stattdessen mit SunTech in Peru und Spider Murphy in Südafrika zusammen, bei denen auf Produktions- und Arbeitsbedingungen geachtet wird. Der Preis ist was du bezahlst, der Wert, was du bekommst.

Kaufratgeber: Für wen ist das Playground das richtige?

Für welches Niveau eignet sich das Board?

Kanoa führt das Board unter den Brettern für Fortgeschrittene / Pros. Es ist aber sicher nicht das anspruchsvollste aller Kanoa Boards und auch für Intermediates zu empfehlen. Allerdings in der richtigen Größe! Meiner Meinung nach ist das dann eher das 6.2 mit 34,5 Litern Volumen, also das Größte im Lager, jedenfalls im irischen Herbst.

Für Welche Wellen ist das Playground geeignet?

Am wohlsten fühlt sich das Playground in der mittleren Range. Kanoa gibt die Wellengröße mit 2 bis 7 Fuß an. Wir sehen das ähnlich, würden den Bereich aber etwas enger fassen und 3 bis 5 Fuß sagen. Was ja immer noch der Standart-Europa-Swell ist. Am besten war das Board (beziehungsweise waren wir) immer dann, wenn es eng war in der Welle, die Pocket klein, in 4 Fuß Easky genau wie in 3 Fuß Falcarragh-Beach (Nach Frankreich übersetzt: 4 Fuß Lafitenia, 3 Fuß les Estagnots). Das Board ist auf keinen Fall eine schlechte Wahl als Reisebegleiter und funktioniert eben auch in kleineren und auch in etwas größeren Wellen. Für in dickes Gummi eingemummelte Gelegenheitssurfer in größeren Wellen dürfte es aber auch noch mehr Volumen haben.

Sieht verwaschener aus, als es war: Falcarragh Beach ist dann wohl der Playground, von dem die Rede war. / Juli Wey für milchplus.de

Weitere Produktinformationen

In welchen Varianten gibt es das Board?

Das Board gibt es aktuell in vier Größen. Andere Finnensysteme oder Tails gibt es nicht, auch das Glassing ist “One fits all”.

Screenshot von kanoa-surfboards.com, abgerufen am 20.10.2021

Zubehör: Was ist dabei und was nicht?

Das Board kommt blank. Wie beim Preis beschrieben vertreibt Kanoa aber gelabeltes Zubehör. Und bietet Rabatte für den Setkauf. Die Finnen sind FCS1 Finnen, es gibt ein Honigwabenmodell und eines aus recyceltem Plastik von Rebelfins. Preislich sind beide in Ordnung, es gibt aber auch deutlich günstigere FCS1 Finnen. 

Ein schlichtes aber einzigartiges Design soll ein Markenzeichen von Kanoa werden. Das Playground ist vielversprechend in dieser Hinsicht. / Luca Brück für milchplus.de

Die Leash wirkt sehr robust und hat angenehme Gelenke. Allerdings trägt sie schon sehr auf, die Polsterung müsste nicht so dick sein. Auch hier ist der Setpreis fair, der unrabattierte etwas hoch angesetzt. 

Die Finnen in praktischer Afubewahrungstasche, Pad und Leash. / Luca Brück für milchplus.de

Das Pad ist eben ein Surfboardpad, 3M Kleber, kleine Nöpsis oben. Das einzig bemerkenswerte hier: Beim Modell Waveline macht die namensgebende Wellenlinie das symmetrische Aufkleben höllisch schwierig. Zumindest will ich das gerne behaupten.

Wie ist der Shape?

Grundsätzlich ist das Playground ein klassisches Shortboard. Mit kleinen Anpassungen, die einerseits die Vielseitigkeit erhöhen sollen und andererseits auf etwas Unterstützung beim Wellenfang abzielen. Letzteres wird vor allem durch etwas zusätzliches Volumen unter der Brust erreicht, sowohl in der Dicke als auch in der Outline ist das Playground nicht ganz Size Zero. Der Rocker ist moderat. Das abgerundete Pintale und der single-concave Channel an der Unterseite sind die Helfer in etwas größeren Wellen. Insgesamt würden wir das Board aber nicht als schwimmenden Kompromiss einordnen, sondern als gutes Shortboard für alle ohne direkten Küstenzugang. Hilfreich ist auch das 5-Fin Set-Up für flexible Bestückungen.

Hilfreiche Tipps

Boards vor dem Kauf testen

Kanoa-Boards kann man vor dem Kauf über den Anbieter TryUp testen. Das ist eine ziemlich gute Sache, finden wir. Wo außer beim Surfboardkauf legt man quasi blind das Geld für fast 1000 Chocolatine auf den Tisch? Noch gibt es nicht alle Boards der Marke, aber es werden beständig mehr. Es funktioniert so: Man sucht sich über TryUp ein Board und einen Zeitraum aus. Drei Tage muss man für den Versand einplanen. Das Board kommt am ersten Buchungstag und muss am letzten aufgegeben werden. Die ersten vier Tage sind richtig günstig: 49 Euro kostet das Modell Fish’n Chixx. Danach kostet jeder Extratag 20 Euro mehr, aber auch das ist fair. Wer das Board in München abholt, spart sogar nochmal 29 Euro. Der Clou an der Sache ist aber, dass der Mietpreis (für vier Tage Standartmiete) auf den Kauf angerechnet wird. Wenn dir das Board gefällt, bekommst du einen Rabatt in Höhe des Mietpreises als Gutschein für den Onlineshop. Um Versandwege einzusparen will Kanoa zukünftig auch direkt den Kauf der Testboards ermöglichen.

Screenshot von tryup.de, abgerufen am 14.10.2021

Direktvertrieb

In der Surfindustrie gibt es noch nicht sehr viele Direktvertriebsmarken. Aber das ändert sich gerade schnell. Etabliert hat sich das Konzept vor allem bei Textilien. Auch die Neos von SRFCE haben immer mehr Fans. Aber warum nicht auch Boards ohne Zwischenhändler verkaufen? Ins Wasser darf man ja meist eh erst, wenn die Euros irgendwo umgebucht wurden (tatsächlich kann man die Kanoa Boards ja sogar testen). Das Versprechen: Kein Bullshit, Qualität vom Erzeuger. Das stimmt auch. Die direkteren Wege sparen Geld und auch in einem gewissen Rahmen Emissionen. Allerdings fehlt eben auch das Vertriebsnetz. Die Gefahr ist dann, dass die Einsparungen nicht in die Qualität der Produkte gehen, sondern in Werbung. Bei vielen Instagram-Produkt-Kampagnen ist das so. Wer bin ich kleiner Blogger, so etwas anzumerken? Ein Fan des Direktvertriebs jedenfalls. Auf kurze Sicht sind Insta-Kampagnen erfolgreich, auf lange Sicht setzt sich Qualität durch – und die muss dann auch nicht mehr beworben werden.

Fazit & Bewertung

Die große Hoffnung, die auf dem Internet ruhte, war, dass es das Spielfeld für verschiedene Akteure gleicher machen würde. Dann zeigte sich, dass sich viel mehr die Macht und die Daten bei wenigen anhäufen. Wer die Streams hat, hat das Geld, hat die Streams. Aber was doch auch stimmt: Es ist jedem möglich, sich einen Kanal aufzubauen. Und so finden auch kleine Projekte ihre Nutzer, Leserinnen, Kunden. Kanoa ist nun weder besonders klein, noch besonders nerdig und schon gar kein Außenseiterding. Die Macher wissen, was sie tun. Aber es ist doch ein eher neuer Ansatz Surfboards direkt über das Internet zu verkaufen.

In freudiger Erwartung. / Luca Brück für milchplus.de

Unromantisch kann man das kaum finden, wenn man sonst immer in einen 58 Surfshop in Peniche oder Ericeira läuft. Wir haben das Playground getestet, ein Shortboard für Leute mit Wohnsitz fern der Wellen. Dieser Ansatz ist nicht mehr ganz neu, aber selten so klar verfolgt worden. Auch wenn alle möglichen Shaper angefangen haben, Surfboards für Kooks zu basteln, meistens saßen sie dabei doch am Meer und meistens lag der Fokus eher auf den High-Performance-Brettern. Die Idee ist also ziemlich gut. Und auch was dabei rauskommt, kann sich sehen lassen. Buchstäblich, denn die Bretter eint auch ein Designkonzept, auf das sich viele einigen können, ohne, dass es deshalb langweilig aussähe. 

Schön und gut, aber was ist nun mit dem Board? Das Urteil ist unspektakulär: Das Playground ist ein gutes Shortboard, loose, beweglich, verspielt. Dank etwas mehr Volumen und etwas runderer Outline kommt man auch nach einer Pandemiepause wieder schnell in die Wellen. Die Konstruktion ist klassisch: PU, Stringer, Harz. Dafür ist das Board fair bepreist, aber nicht super günstig. Das Zubehör gibt es im Set rabattiert. Das Playground ist ein vielseitiges Board. Am besten ist es aber in eher kleinen Beachbreakwellen. Sommer in Galizien, oder so.

FAQ zum Kanoa Playground Surfboard

Was ist Kanoa Surfboards?

Kanoa ist eine junge Surfboardmarke einer auch jungen Wassersportfirma. Dank Direktvertrieb soll der Fokus auf der Herstellung und der Qualität der Boards liegen. Die Brand stammt aus Saarbrücken — und richtet sich ganz gezielt an SurferInnen, die nicht täglich an den Strand kommen. Aktuell arbeitet die Marke an Surfboards aus einem nachhaltigen Verbundwerkstoff (der trotzdem vollständig recycelbar sein soll).

Was kann das Surfboard Playground von Kanoa?

Das Playground ist ein gutes Allround-Shortboard. Mit etwas mehr Volumen und etwas runderer Outline unterstützt es beim Paddeln und beim Take-Off. Das Tail gibt dagegen auch in größeren Wellen halt. Insgesamt ein solides Shortboard für die Zielgruppe: Deutsche Gelegenheitssurfer. Man sollte das Board aber nicht zu kurz kaufen. 

Kann ich das Board auch vor dem Kauf testen?

Ja, das geht. Über den Münchner Anbieter TryUp kann man einige der Kanoa Boards testen. Die Boards werden dafür verschickt, wenn man sie nicht in München abholen kann. Die Kosten kann man sich auf den Kauf eines Kanoa Boards anrechnen lassen.

Für welches Skill-Level eignet sich das Board?

Das Board eignet sich für Fortgeschrittene und bessere Surfer. Das größte Modell kann auch als Step-Up Board funktionieren.

Sind Leash/Finnen/Boardbag dabei?

Das Board kommt nackt. Es gibt aber bei Kanoa das komplette Sortiment an Zubehör. Bei der Bestellung mit dem Board sind Finnen, Leash und Pad rabattiert.

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