Surfen in Biarritz

Surfen in Biarritz

Die endlosen Sandstrände von les Landes liegen hinter den reisenden Surfern, die sich langsam in Richtung Westen surfen, wenn sie Biarritz erreichen. Ein Kulturschock erster Güte. Da wären die Cafés, die Bars, das Nachtleben, vorbei ist die Zeit der Lagerfeuer und Gitarren; in Biarritz heißt es Cremant und Austern zu elektronischer Musik. Das kleine Städtchen (rund 25000 EinwohnerInnen) hat in den Jahren unverhältnismäßig viel gesehen und erlebt. Im 19 Jh. traf sich hier der europäische Hochadel, später kamen exilierte Geister, bevor auch hier kein Schutz mehr zu finden war, und noch später die verstoßenen Surfkids aus Hawaii und Californien. Zwischenzeitlich hat sich das ehemalige Sommercamp des Adels zweigleisig organisiert, zum einen als schicke Surferstadt mit verglasten Surf Shop Boutiquen und zum Anderen als Kongressstadt, dieses Jahr  tagten unter Anderen die G7.

Surfen in Biarritz: Beste Reisezeit

Die ideale Reisezeit für Biarritz hängt einerseits von deinen Erwartungen an das Wetter und die Wassertemperatur und andererseits von deinen Surffähigkeiten ab.

Anfänger FortgeschritteneExpertinnen
Juni – Sept.Sept. – Nov.Sept. – April

Die beste Reisezeit für Anfänger ist in Biarritz der Sommer und der Herbst. Alle Surfschulen und Shops sind geöffnet, etwaige Onshore Winde sind zum Lernen nicht nachteilig und das Wetter ist unschlagbar. Als fortgeschrittene Surferin solltest du dein Glück im Herbst oder im Frühling versuchen, je nachdem, wie Kaltwasser erprobt du bist, oder werden möchtest. Expertinnen können das ganze Jahr Wellen finden, die beste Zeit bleibt aber der Herbst.

Surfen in Biarritz: Klimadaten und Surfmonate

Die Wasser- und Lufttemperaturen beziehen sich auf die (angegebenen) besten Surfmonate! Im September liegt die langjährige mittlere Wassertemperatur zum Beispiel bei 20 °C.

SaisonWinter/FrühlingSommer/Herbst
Beste ReisezeitMärz/AprilSept./Okt.
Wellensicherheithochsehr hoch
Wassertemperatur12 °C17-20 °C
Lufttemperatur min – max13 – 17 °C18 – 23 °C
Sonne / Regenetwa 25 % Regentageetwa 27 % Regentage

Im Sommer muss man dankbar sein für jeden Swell und offshore Winde, außerdem sind die Preise für Unterkünfte und Surfkurse die Höchsten des Jahres. Dafür kann man in Boardshorts oder Bikini surfen und die sanften Nächte durchtanzen. Der Herbst ist die beste Zeit zum Surfen in Biarritz, oft sind die Temperaturen immer noch hoch und die Swells fangen an, regelmäßig die vielen Reef und Beachbreaks zu treffen, auch der Wind kooperiert immer öfter. Im Winter muss man die guten, wenn auch kalten, Wellen mit nur wenigen anderen Reisenden teilen. Dafür kann es aber auch tagelang stürmen, dass es die Palmen der Promenade beinahe ins Hotelzimmer biegt. Der Frühling hat ähnliche Bedingungen wie der Herbst, nur das Wasser hat noch die Temperatur des Winters. Dafür ist aber auch weniger los als im Herbst.

Surfen in Biarritz: Der richtige Neoprenanzug

Wegen der Kälte und nicht vor Erschöpfung aus dem Wasser zu gehen, ist super ärgerlich. Dank der modernen Wetsuits ist das nämlich ziemlich vermeidbar. Die folgende Tabelle ist eine Empfehlung. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Wohlfühltemperatur und damit auch der richtige Neo Typsache ist.

Monate(e)Wassertemp.Wetsuit
Dez. – April12/13  °C5/3 + Haube + Booties
Mai15 °C4/3
Juni18 °C3/2
Juli – Sept.20-22 °Cohne // 2/1
Okt.17 °C4/3
Nov.15 °C4/3

Ganz wichtig ist beim Neoprenanzug (fast wichtiger als die Dicke), dass er richtig passt. Die Zahlen bezeichnen die Dicke des Wetsuits in Millimetern. Arme und Beine sind dabei meist etwas dünner als der Torso. In die Pack- oder Kaufüberlegung sollte man auch die Lufttemperaturen und vor Allem den Wind mit einbeziehen. Im Winter sollte man außerdem an Ohrstöpsel denken, um nicht das “Surfers Ear” als Andenken mit nach Hause zu nehmen – dabei wächst der Knorpel in der Ohrmuschel als Reaktion auf das permanent eindringende kalte Wasser.

In Soorts-Hossegor befinden sich Outlets zahlreicher Surfmarken. Sobald die Hauptsaison vorbei ist, lohnt sich ein Abstecher hierhin, um noch günstig einen Wetsuit zu kaufen. Surfbretter sind allerdings in Spanien wesentlich günstiger. In Biarritz gibt es auch einen Decathlon, die Neoprenschuhe und Zubehör wie Haube, Ohrstöpsel oder Dachgepäckträger für den Mietwagen, kann man gut hier kaufen.

Surfen in Biarritz: Anreise

Obschon eigentlich eine Kleinstadt, hat Biarritz einen internationalen Flughafen, den unter Anderem Ryanair und Easyjet anfliegen. Außerdem ist es eine der wenigen Küstenstädte, die man relativ schnell und einfach mit dem Zug erreicht.

Nach Biarritz fliegen

In Biarritz gibt es einen kleinen Flughafen, der von Easyjet aus Berlin angeflogen wird. Alternativ kann man sich einiges zusammenbasteln, allerdings sollte dann die Bahn oder eine MFG ähnlich schnell, günstiger und besser für die Umwelt sein. Flüge kann man zum Beispiel mit der Google Flugsuche oder Portalen wie Skyscanner, Swoodoo oder Kayak suchen.

Mit Surfbrett nach Biarritz fliegen

Wie beschrieben, kann es eine ganz schöne Sucherei sein, gute Verbindungen nach Biarritz zu finden. Das eigene Surfmaterial mitzunehmen, kommt auf jeden Fall nur in Betracht, wenn man nicht mehrere Flüge einzeln bucht, denn dann müsste man die Sportgepäck Gebühr auch mehrfach bezahlen.

In aller Regel kostet das Mitnehmen von Surfbrettern pro Flug 40 – 60 Euro. Mittlerweile sind Größenbeschränkungen selten geworden, allerdings darf man offiziell oft weiterhin nur ein Board in ein Bag packen. Das wird allerding nur selten kontrolliert, ist aber natürlich der Knackpunkt an der ganzen Geschichte. Am Besten fragt ihr jemanden, der vor Kurzem auf der gleichen Strecke unterwegs war, weil sich die Gepäckrichtlinien und deren Auslegung doch recht oft ändern.

Wenn man nämlich 2 oder sogar 3 Boards in einen Boardbag bekommt und diesen dann noch mit Change Robes und Neos auffüllt, um kein reguläres Gepäckstück dazubuchen zu müssen, lohnt es sich, das eigene Material mitzunehmen. Dafür hat man auch immer noch das Risiko, dass die empfindlichen Boards beschädigt werden. Auch wenn das sehr lästig ist, solltet ihr nach der Ankunft erstmal die Bags inspizieren und bei Beschädigungen unbedingt auch den Inhalt.

In der unten stehenden Tabelle findet ihr die Sportgepäck Preise für einige europäische Fluglinien. Wenn zwei Preise angegeben sind, gilt der erstgenannte für bei der Buchung hinzugefügte Boards, der zweite bei späterer Gepäckbuchung.


PreisGewichtmax. Maße
Ryanair55/65 EUR20 Kgkeine
Easyjet52/63 EUR32 Kgkeine, nur ein Board!
Air Europa75 EURkeine, nur ein Board!
Lufthansa130 EUR32 KgLänge: 315 cm
Iberia45 EUR23 KgLänge: 350 cm, nur ein Board!

Mit dem eigenen Bulli nach Biarritz fahren

Für die Anreise mit dem eigenen Bus oder Auto muss man auf jeden Fall genug Zeit einplanen. Die lange Fahrt wird einem aber dadurch versüßt, dass man am Ziel wesentlich flexibler ist.

  • Entfernung Köln – Biarritz: ca. 1300 Kilometer
  • Reisetage: Mindestens 1 Tag, besser 2.
  • Mautkosten: Etwa 35 Euro. Lies hier nach, wie du sinnvoll Maut sparen kannst!
  • Dieselkosten: Bei direkter Anfahrt etwa 150 Euro.

Mit dem Bus bis nach Biarritz zu fahren lohnt sich (je nach dem, wie die Bedingungen sind) ab ungefähr 10 Tagen Reisezeit, wenn ihr nicht ganz langsam unterwegs seid.

Eine ADAC Plus Mitgliedschaft kann bei einer so weiten Reise Gold oder wenigstens etwa ein neues Surfboard wert sein. Als Mitglied bekommt man außerdem die gar nicht ganz schlechten Toursets kostenlos zusammengestellt und zugeschickt.

Eine gute Möglichkeit sind auch Mitfahrgelegenheiten, die man über Facebook oder blablacar finden kann. Die Surfcamps von Wavetours und anderen Anbietern (siehe unten), die sich vornehmlich an junge Gäste richten, haben oft eigene Fernbusse für die Anreise aus Deutschland.

Surfen in Biarritz: Beste Spots

Surfspot Liste für Biarritz (mit Karte)

Klicke die Spot Markierungen in der Karte an, um eine Kurzbeschreibung mit den jeweils passenden Bedingungen aufploppen zu lassen.

Grün: Geeigneter Spot für Anfänger
Gelb: Guter Spot für Intermediates
Rot: Spot für Expertinnen / zum Zuschauen

1 Boucau
2 La Barre
3 Les Cavaliers
4 La Madrague
5 Sables d’Or
6 VVF
7 Grande Plage
8 Cotes de Basques
9 Illbaritz
10 Bidart
11 Parlementia
12 Avalanche
13 Lafitenia

Detaillierte Surfspot Beschreibungen für Biarritz und Umgebung

Gute Spots für Anfänger

4 La Madrague und die umliegenden Beachbreaks zwischen den Molen sind recht unberechenbar, was die Qualität der Sandbänke angeht. Bei kleinen Swells kann man hier gute Anfängerbedingungen finden. Die Spots funktionieren alle von Low Tide bis Mid Tide und Ostwind.

8 Cote de Basques ist ein guter Anfängerspot, weil die Wellen hier sanfter brechen, als an den umliegenden Spots. Der Wind bläst offshore, wenn er aus Südosten oder Osten kommt und die richtige Tide ist Low – Mid Tide. Auch hier wird es relativ voll im Wasser, die Stimmung ist aber meist relaxed.

Gute Surfspots für Fortgeschrittene

1 Boucau ist eine gute Linke, die nördlich der Mole über eine Sandbank bricht. Ideal bei Ostwind und nicht zu großen Swells.

2 La Barre reiht sich ein in die Liste der verloren Surfspot Perlen. In den 70ern zu Ruhm und Ehren gekommen, haben Uferschutzmaßnahmen die Welle weitgehend zerstört. In großen Swells bricht eine Linke von Low – Mid Tide und bei Ostwind über die zur Befestigung aufgeschütteten Steine.

3 Les Cavaliers ist ein Klassiker unter den biarrizschen Beachbreaks. Bei allen Tiden außer maximaler Hightide und Ostwind  formt sich ein perfekter A-Frame und zieht entsprechend viele Surfer an. Der Spot ist auch ein beliebter Van Camping Spot (Höhenbeschränkung beachten!)

5 Sables d’Or und Le Club sind gute aber auch recht beliebte Beachbreaks, die bei Low bis Midtide und Ostwind funktionieren. Die Stein-Molen helfen dem Sand, sich zu gut surfbaren Bänken abzulagern. Man kann direkt am Spot parken (Höhenbeschränkung) und entsprechend viel ist hier oft los.

6 VVF ist ein langer Strandabschnitt, der auch bei größeren Swells noch funktioniert, etwa bis 10 ft. Zu allen Tidenständen finden Sich Peaks und Südwind wird durch die Mole ganz gut abgeschirmt. Parken kann ein Problem sein und der Spot wird das ganze jahr über sehr voll.

7 Grande Plage mitten in Biarritz ist der Show off Beach. Die Felsen im Sand helfen dem Sand beim strukturierten ablagern und formen so gute Sandbänke. Swells müssen etwas größer sein, um hier surfbar zu sein, dann kann man zu allen Tiden bei Ost – Südostwind gute Wellen finden.

13 Lafitenia ist eine unwahrscheinliche Erscheinung für Beachbreak gewöhnte Surfreisende. Eine lange. perfekt brechende Rechte mit schnellen Sections und gemütlicheren Abschnitten, die aber nie zu flach werden, bricht über ein flaches Riff. Das Problem an der Sache sind die Massen an anderen Surfen, die sich auf diese Pointbreak Perle stürzen, sobald die nötigen 3 Fuß Welle erreicht werden. Definitiv ein Herbstspot. Der Spot funktioniert von Low bis Midtide und Süd oder Südostwind bläst offshore. Versuch, ihn sehr früh und an einem Arbeitstag zu erwischen, idealerweise bei nicht perfektem Wind, und du hast Chancen auf ein paar fantastische Setwellen.

Surfen in Biarritz: Spot-Tipps


AnfängerIntermediatesVanreisende
LieblingsspotCote de BasquesLafiteniaLes Cavaliers
SilbermedailleBidartVVFLafitenia
Geheimtipp

Conditions Checken!

Die Bedingungen an den Stränden könnt ihr bei verschiedenen Anbietern kostenlos checken, etwa auf surf-forecast.com oder magicseaweed.com. Magicseaweed hat die wahrscheinlich übersichtlichste App und bietet zusätzlich die Breakinformationen des Stormrider Surfguides. Übrigens lohnt es sich kaum, für die Pro Version zu bezahlen, weil langfristige Vorhersagen ähnlich unsicher sind, wie langfristige Wettervorhersagen allgemein. Am genauesten aufgeschlüsselt sind die Tabellen von Windguru, der ersten Adresse für Windinformationen (der Name sagt es ja schon).

Wie lese ich einen Surf-Forecast?

Die wichtigen Informationen aus einem Forecast zu ziehen, ist eigentlich ganz einfach. In jedem aufbereiteten Forecast werden genannt: Beispiel

  • Die Wellenhöhe in Fuß oder Metern (Brandung): 1,3 m
  • Die Dünung des Swells in Fuß oder Metern: 0,8 m
  • Die Periode des Swells in Sekunden: 13 sec.
  • Die Swellrichtung: NW
  • Die Windrichtung und Stärke: SO, 17 km/h

Wichtiger als die Wellengröße ist zunächst die Periode des Swells. Damit wird die Pause zwischen zwei Setwellen bezeichnet. Was sind aber jetzt Setwellen? Es gibt Groundswells und Windswells.

Zunächst zu ersteren: Mächtige Tiefdruckgebiete weit vor den Küsten tragen Energie in die Ozeane ein. Diese Energie breitet sich kreisförmig (so wie, wenn man einen Stein in einen Teich wirft) aus, dabei holen schnellere Wellenringe langsamere ein und addieren, bzw. subtrahieren sich, je nachdem, wie Wellental und Wellenkamm aufeinanderlaufen. Je weiter ein Tiefdruckgebiet entfernt ist, desto weiter sind die Dünungen, die schließlich auf die Küste treffen, auseinander. Bei Groundswells treffen die Wellen üblicherweise in Paketen von 5 – 8 Wellen auf die Küste. Zwischen den einzelnen Wellen sind in Europa 12 – 18 Sekunden Pause. Mehr ist fast unmöglich, weil auch der Atlantik endlich ist und weniger geht absolut nicht, weil Groundswell so definiert ist.

Warum ist das wichtig?

Jetzt kommt der Wind ins Spiel: Bläst er offshore, also ablandig (das heißt von der Küste auf das Meer, den Wellen entgegen) hilft er, die genannten Wellenpakete zu sortieren. Damit die Wellen sauber laufen, also so brechen, wie wir uns das vorstellen, sind offshore Wind oder Glassy Bedingungen meist unerlässlich. Je größer aber die Periode, desto größer die Energie der Wellen (bei Surf-Forecast wird irgendeine Fantasie Kennzahl dafür angegeben, die aber sehr aussagekräftig ist) und desto eher kann der Swell etwas Wind aushalten. Und: Die Periode entscheidet maßgeblich über die Brandung, zusammen mit der Dünung, also der Amplitude der reisenden Wellen. Weil aber die Algorithmen die Unterwassertopographie der einzelnen Swells gar nicht genau kennen ist die letztlich angegebene Wellenhöhe (Brandung) zu vernachlässigen. Haltet euch viel mehr an Periode und Dünung! Bei Magicseaweed, speziell in der App, passiert es gar nicht so selten, dass ein kurzperiodischer Swell angezeigt wird, weil sich die App bei der Brandung verrechnet. Der eigentlich größere Swell versteckt sich dann als “Sekundäre Dünung” und schickt (wegen der Setpausen) alle paar Minuten ein fettes Set durch, das alle überspült.

Die Swellrichtung ist angegeben, das ist einleuchtend, die Wellen sollten halt keine Hindernisse unterwegs haben. Die Windrichtung hatte ich? Dann wars das, glaube ich.

Windswells sind Swells von lokalen Stürmen, die Periode ist kürzer als 12 sec. Solche Swells können auch sehr gute Wellen verantworten, vor allem bei Sommer Spots, die vor allem bei kleinen Swells funktionieren.

Schließlich haben die Forecast Apps zwar genaue Bojendaten, sind aber nach wie vor nicht so gut darin, diese zu interpretieren. Ihr müsst also immer selbst einmal zum Strand laufen und das Ganze lang genug beobachten. Mit etwas Erfahrung (und je besser man Spots kennt), kann man aber viele Wege, die andere umsonst fahren, einsparen.

Surfen in Biarritz: Surfhostels & Surfcamps

In Biarritz gibt es keine klassischen Surfcamps, wie oft in Städten mit wenig Platz in Unterkünften und an den Stränden. Unter einem klassischen Surfcamp verstehe ich entweder ein Surfhouse oder ein Camp mit Zelten, gemeinsames Essen, wenigstens beim Frühstück, gemeinsame Kurse und Aktionen. Weil die französischen Surfschulen aber die Akkreditierungen für die Strände von Biarritz haben, sind solche Surfcamps (sowieso eine Erfindung der Deutschen und Engländer) an den langen Stränden nördlich in View Boucau und Moliets. In Biarritz werden von verschiedenen Anbietern Packages für Airport oder Bahnhof Transfer, Surfkurs und Unterkunft angeboten:

Das Surf Camp Biarritz ist ein hochpreisiges Angebot mit Unterbringung in Zelten am Strand von Bidart, einem 4 Sterne Hotel oder in Camping Bungalows.

Die Biarritz Paradise Surfschool ist eine gute Anlaufstelle für Surfkurse und bietet auch Unterkünfte im Paket an. Alleinreisende zahlen meist drauf, günstige Optionen gibt es für Gruppen.

Generell sind die Surfkurse in Biarritz relativ teuer. Bei Biarritz Surf Training kosten 10 mal 1,5 Stunden 340 Euro. Für diesen Preis bekommt man etwas weiter nördlich in les Landes Unterkunft und Verpflegung für eine Woche noch dazu.

In Moliets zum Beispiel sind zahlreiche sehr günstige Anbieter. Man sollte sich nur gut informieren, für welche Zielgruppe das jeweilige Camp ist. Viele Anbieter sind eine Mischung aus Jugendreiseunternehmen und Surfcamp. So etwa das Wavetours Camp in Moliets oder das Planetsurfcamp.

Das Pure Surfcamp ist vergleichsweise etwas ruhiger und richtet sich eher an die Tweens als die Teens.

Alle diese Camps sind auf den Campingplätzen in Moliets untergebracht und bieten Komplettpakete mit 10 Unterrichtsstunden (45min) Surfkurs, Unterkunft im 4er Zelt und Verpflegung für etwa 400 Euro an. Zusatzleistungen wie ein Ausflug nach Biarritz sind meist möglich, aber nicht inklusive.

Wer individuell nach Biarritz reist, sucht sich am Besten über die bekannten Portale wie airbnb, booking.com oder fewo-direkt eine Unterkunft. Eine gute Alternative ist auch der Roudtrip mit dem eigenen Bus, oder, wenn es schneller gehen muss die Vanmiete vor Ort.

Surfen in Biarritz: Bulli / Surfvan mieten

Mobil zu sein hat auch in der Umgebung von Biarritz einiges für sich. Die erreichbaren Surfspots multiplizieren sich auf einen Schlag und teilweise ist es auch möglich, direkt über dem Spot zu schlafen und als Erste morgens rauszupaddeln. In der Nähe von Biarritz ist man allerdings oft auf offizielle Stellplätze oder Campingplätze angewiesen, weil das Wildcampen in Frankreich nicht so gern gesehen ist. Ein anderer Punkt ist, dass die meisten Strandparkplätze Höhenbegrenzungen von 2,25 m haben und viele Surfvans draußen bleiben müssen. Die befahrbaren und geduldeten Stehplätze erfährt man am Besten von anderen Reisenden oder über Apps wie die von Park4Night.

Surfen in Biarritz - Surfvan mieten
Mit dem Bulli macht der Surftrip nicht nur Spaß, er ist erst wirklich einer.

Der Preis für das rollende Bett war lange Zeit die lange Anfahrt mit dem eigenen Bus (den man natürlich erst mal kaufen und pflegen musste). Und das hat auch immer noch einiges für sich. Es ist aber auch nicht die schlechteste Idee, sich vor Ort einen Camper zu mieten: Die An- und Abreise mit dem Flugzeug verkürzt sich enorm und ist perverser Weise sogar weit günstiger, als selbst zu fahren. Die Camper sind überwiegend gut gewartet und zuverlässig. Und man bekommt von vielen Vermietern sehr gute Informationen zu Stehplätzen und Stränden an die Hand. Außerdem kann man einiges an Material aus einer Hand dazu buchen, wenn man das möchte. Im Vergleich zum Urlaub in einer gemieteten Unterkunft, fällt so viel organisatorischer Aufwand weg.

Surfbus mieten bei Indie Campers

Indie Campers hat in Bilbao und Bordeaux einen Fahrzeugpool. Der große Anbieter hat schnelle Busse mit pragmatischen und (fast) unkaputtbaren Ausbauten im Angebot. Der Klassiker unter Surfern dürfte das Modell Sporty sein. Preislich sind die Ducatos aber oft recht gehoben – Im Vergleich mit kleineren Bulli Vermietungen. Dafür bekommt man bei Indie Campers durch den cleveren Ausbau mehr Platz für Gepäck und Sperrgut – wie etwa Longboards –  als bei Konkurrenten. Außerdem wird an sehr viele spezielle Surfbedingungen gedacht: Die Kilometer sind frei, man darf ohne Probleme Landesgrenzen überqueren und kann den Bus an einem Ort ausleihen und am nächsten zurückgeben – auch über Grenzen hinweg. Allerdings wird dafür eine erhöhte Logistikgebühr fällig, weshalb es nicht wirklich zu empfehlen ist. Außerdem kann man Surfbretter und Neoprenanzüge an den meisten Standorten dazubuchen.

Der Hauptvorteil der Indies ist, dass die Busse auch zu dritt oder zu viert ausreichend Platz bieten – solange das Wetter einigermaßen mitspielt. Dann kommt man mit 150 Euro pro Person für eine Woche gut hin. Im Vergleich mit richtigen Wohnmobilen sind sie aber noch deutlich günstiger. Weil die Preise dynamisch generiert werden – also in Abhängigkeit von der Nachfrage – lohnt es sich auf jeden Fall, die eigenen Reisedaten in den Rechner zu hauen und verschiedene Flughäfen und Reisedaten (wenn möglich) auszuprobieren.

Alternativen zu Indie Campers und anderen großen Vermietern

Die individuellste Variante ist, über eine Plattform wie Paulcamper einen Van privat anzumieten. Paulcamper tritt dabei nur als Vermittler auf und stellt die Versicherung der Fahrzeuge. Hier ist es noch am Wahrscheinlichsten, ein Schnäppchen zu machen, zum Beispiel vermietet so mancher Surfcamp Mitarbeiter seinen Bus während der Saison.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es häufig viel gutes, Camping erprobtes Zubehör umsonst dazugibt. Die Vermieter sind schließlich selbst Reisende und wissen, was man unterwegs so gebrauchen kann. Und weil es keine anonyme Vermietung ist, müssen sie nicht befürchten, dass ihr den Surfguide oder die Bialetti am Ende einsteckt. Das private Vermieten hat natürlich auch nachteile, im Schadensfall oder bei Missverständnissen über die Mietmodalitäten erhöht es das Konfliktpotential. Außerdem kann man nie wissen, in welchem Zustand der Bus sich tatsächlich befindet. Die private Anmietung oder die Miete über eine vermittelnde Plattform benötigt also am meisten Organisation, dafür kann man sich seine Vermieter und den Van aber auch genau nach den eigenen Bedürfnissen aussuchen. Und es ist ein bisschen so, als würde man mit dem eigenen Bus reisen. Wer den Gedanken einen eigenen Bus zu kaufen hin und her wendet, kommt so auch gut zu einer Probefahrt und findet herraus, was er bei einem eigenen Ausbau verändern würde.

Wegen der Versicherung und weil viele, die ihren Bus in Frankreich vermieten, in dieser Zeit dann selbst in einem Hotel unterkommen oder sich einen Mietwagen nehmen ist aber auch bei dieser Variante wenig unter 50 Euro die Nacht zu machen. Ausnahme: Surfcamp und andere Surfsaisonarbeiter! Einen größeren Überblick über das Thema Surfvan mieten habe ich hier zusammengestellt.

Surfen in Biarritz: Sonstige Reisetipps

Top 3 Biarritz Tipps

3: Phare de Biarritz: Der 70m hohe Leuchtturm wacht seit 1834 des Nachts über die Seefahrer. Heute kann man ihn im Juli und August besteigen.

2: Rocher de la Vierge: Das Wahrzeichen der Stadt. Die geschwungene Fußgängerbrücke liegt beinahe schon kitschig schön über dem Grande Plage.

1: Musée de la mer: Biarritz war ihrer Karriere als Surf- und Sommerresidenz das Zentrum des europäischen Walfangs. Unter anderem darüber kann man sich auf den 7000qm des meeresmuseums informieren, wenn wieder einer der Stürme aus den Pyrenäen sich in die Stadt verirrt.

Surfen in Biarritz: Fazit

Biarritz ist eine wunderschöne Stadt im Südwesten Frankreichs und nicht ohne Grund ein beliebtes Reiseziel. An den Stränden und Riffs der Umgebung kann man das ganze Jahr surfen, am Besten allerdings im Herbst. Dann ist das Wasser hier unten in der Ecke der Biskaya so warm wie sonst nirgends in Kontinentaleuropa. Wer auf der Rückreise von Portugal oder Nordspanien Ende Oktober nochmal in Biarritz einen Stopp einlegt, wird überrascht festellen, dass die Boardshorts nochmal zum Einsatz kommen darf. Weitere Vorteile sind die günstige Anreise mit dem Flugzeug und die gute Surfinfrastruktut. Wer nicht so viel Struktur braucht, ist aber vielleicht in den leereren Departements nördlich oder im spanischen Teil des Baskenlands besser aufgehoben.

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