Surftrip Planer Europa

Surftrip Planer Europa

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Es wäre das ultimative Tool. Und es ist ja nicht so, als hätte es niemand versucht: Die wohl umfangreichste Datenbank zum Thema haben die Götter in Gummi vom Low Pressure Verlag – den MacherInnen der Stormrider Surf Guides. Und trotzdem: Irgendwie ist ihr Surf Tool unbefriedigend, weiß man danach immer noch nicht, ob man zum Wellenreiten im März auf die Azoren an die Elfenbeinküste oder nach Nordspanien soll. Es ist die pure Überforderung.

Kein Surf-Tool kann dir sagen, wo du im März Surfen solltest

Das liegt zum Einen daran, dass viele Faktoren nicht abgebildet werden: Der eine Surftrip Planner berücksichtigt dein Niveau nicht, der andere lässt die Wassertemperatur weg. Und das ist auch richtig so, denn sonst entsteht ein völlig unübersichtliches Logik-Knäuel.

Man muss also vereinfachen. Das führt aber zu unscharfen Empfehlungen. Ein weiteres Problem ist die Gewichtung: Während für einige kaltes Wetter ein Ausschlusskriterium ist, nehmen es andere in Kauf, wenn dafür die Wellen gut sind, bevorzugen aber auch Sonne und Boardshorts. Das geht aber allen so, weshalb auch der Crowd-Faktor zur Entscheidung beiträgt. Et cetera.

Die Lösung? Individuelle Beratung. Denn was die Tools oft nicht liefern, ist der Bezug zu deinen Angaben. Warum soll ich im September eher nach Kantabrien als nach Andalusien fahren? Wieso spuckt das Formular für “Intermediate” Ericeira aus, für “Anfänger” aber Moliets?

Surftrip Planer Europa: Übersicht für die Surfregion Bilbao
Surftrip Planer Europa: Übersicht für die besten Surfspots Frankreich

Wir schreiben jede Empfehlung individuell und auch, warum wir eine bestimmte Region für geeignet halten und eine andere eher nicht. So hast du die Entscheidung in der Hand, kannst die Vor- und Nachteile abwägen und im Zweifelsfall auch Nachfragen stellen.

Der Haken: Du bekommst deine Auswertung nicht sofort, sondern erst in ein bis zwei Tagen. Warum wir das machen? Weil wir mehr über unsere LeserInnen wissen wollen, um noch bessere Texte schreiben zu können: Welches Niveau habt ihr, wie wichtig ist euch das Wetter und seid ihr eher individuell unterwegs oder auf der Suche nach einem Surfcamp?

Die individuelle Surftrip Beratung von milchplus.de

Surfreiseziel Empfehlungen nach Monaten

Surfen im Januar und Februar

Die beliebtesten Winter-Escapes für SurferInnen in Europa sind Marokko, die Kanaren, Andalusien und die Algarve. Aus gutem Grund. Konstante Tiefdruckgebiete jagen einen Swell nach dem anderen an die südlichen Küsten und Wetter und Wellen sind mild (Algarve) bis warm (Kanaren) oder sogar heiß (Marokko).

Surftrip Planer Europa: Die langen rechten Wellen von Imesouane
Die unendlich langen Wellen von Imseouane sind eine Offenbarung für alle SurferInnen, die in ihrer bisherigen Karriere nur mit französischen Beachbreaks gekämpft haben. Und natürlich auch für alle anderen. Imesouane läuft von November bis April und ist sogar anfängertauglich.

Natürlich bleiben die Wellen in den anderen Regionen aber nicht aus. Auch in Nordspanien und Frankreich ist der Januar ein – wie soll man sagen? – interessanter Monat zum Surfen. Allerdings ist es auch ein bisschen Glückssache, denn es kann sein, dass die Tiefdruckgebiete einfach zu nah an der Küste hängen und ihr tagelang im Sturm sitzt.

Surfen im März und April

Der März, Frühlingsanfang und Botenmonat der wärmeren Jahreszeiten. Leider bekommen die Wassertemperaturen das erst etwas verspätet mit und sind oft eine eiskalte Erinnerung an die vergangenen Monate. Gleichzeitig werden aber die Winde in Marokko langsam unvorteilhaft und die Swells für Fuerte unzuverlässiger. März und April sind Transitmonate. Ich persönlich bin dann am liebsten in Nordspanien unterwegs, wo zwar noch Schnee auf den Picos, dafür aber keine Surferseele weit und breit in den Wellen liegt. Anfänger fahren aber besser an die Algarve oder nach Andalusien.

Wellenreiten im Mai

Mit dem Mai geht die Surfsaison in Taghazout und auf den Kanaren endgültig zu Ende, in Nordspanien und Frankreich geht sie für viele erst los. Die meisten Surfcamps öffnen ihre Tore und auch viele Campingplätze machen jetzt auf. Das Wetter ist an vielen Orten gut, dafür sind die Wellen nicht immer zuverlässig. Und das Wasser ist immer noch ziemlich kalt.

Anfänger haben im Mai die Qual der Wahl, die exponierteren Strände in Nordspanien sind eine Option, auch Portugal und Frankreich. Fortgeschrittene und Experten sollten in jedem Fall etwas Geduld mitbringen. Die sicherste Wahl ist Galizien, auch die portugiesische Westküste oder Südwestfrankreich können funktionieren. Neben ausbleibendem Swell spielt auch der Wind eine entscheidende Rolle: Zwischen Wasser- und Landtemperatur ensteht (vor allem in Südfrankreich) so ein großes Temperaturgefälle, dass Seebrisen für häufigen Onshore sorgen.

Surfen im Juni, Juli und August

Der Sommer ist Hochsaison einerseits. Andererseits aber bleiben die Wellen oft wochenlang aus. Außerdem ist überall viel Trubel. Was also tun? Wer auf Party steht, ist in Moliets richtig, oder in Zarautz. Wer die Weite sucht, mietet sich lieber einen Camper und erforscht Galizien. Portugal leidet unter Nordwinden im Sommer. Für Anfänger ist das allerdings nicht so schlimm, so dass auch Porto und die Region um Nazaré beliebte Ziele sind. 

Surftrip Planer Europa: Der Autor Luca Brück beim Sommer Surf in Frankreich
Klein aber brauchbar: Ein Tag im August 2020 am Riff von la Sauzaie.

Surfen im September und Oktober

Primetime, jetzt gilt es. Das Wasser ist noch warm, die Tage lang, die Swells kicken langsam. Der Herbst ist die magische Zeit für Wellensammler in Europa. Dabei hat man natürlich die Qual der Wahl, von England über Irland bis ganz runter an die Algarve fangen die Point- und Reefbreaks an zu feuern. Da ist es sinnvoll, sich etwas antizyklisch zu bewegen. Für Intermediates heißt das, vielleicht im September Westgalizien und Nordportugal zu durchkämmen um dann, wenn der Strom der Südwestwärts-Bullis gar nicht mehr abreißt, langsam wieder zurück nach Kantabrien und Asturien zu fahren. Auch Städtetrips sind im Herbst lohnend, sind doch Unterkünfte und Flüge oft reduziert. Speziell Gijon, San Sebastián, Porto und Lissabon sind dann lohnende Ziele.

Surftrip Planer Europa: Der Herbst in Galizien
Herbst in Galizien: Wild und schön.

Surfen im November und Dezember

November und Dezember sind top Surfmonate die lange ziemlich unter dem Radar flogen, sieht man von den Kanaren ab. November und Dezember sind die beiden Monate, in denen du in allen Surfdestinationen Europas Wellen findest: In Andalusien, auf den Kanaren und in Taghazout geht die Saison los, die baskischen Big-Wave Spots erwachen genauso zum Leben wie die Pointbreaks der Südküste an der Algarve. Aufpassen sollte man nur, dass man in einer flexiblen Region landet, denn in Frankreich ist der Atlantik im Spätherbst oft wochenlang außer Kontrolle und die Sandbänke liegen brach und zerwühlt wie die See.

Surftrip Planer Europa: Die Algarve im Winter
Die versteckten Sagres Spots drehen im Winter erst richtig auf. Hier gibt es auch immer einen Spot, an dem die Wellen nicht zu groß sind.

Wie finde ich das richtige Ziel für meinen Surfurlaub?

Es kann verwirrend sein, einen Surftrip zu planen. Die eine Quelle empfiehlt Nordspanien für den Sommer, die andere für den Winter. Wir erklären in wenigen einfachen Schritten, wie du ins Wasser kommst.

  1. Nutze unsere Beratung

    Wir haben einen kurzen Fragebogen zusammengestellt. Die Beantwortung dauert kaum 3 Minuten und wenn du uns deine E-Mail Adresse dalässt, schreiben wir dir eine individuelle Empfehlung. Aber auch, wenn du darauf keine Lust hast, sind die Fragen sinnvolle Begleiter auf der Suche nach dem richtigen Reiseziel.

  2. Lies dich ein

    Es gibt einen haufen gute Surf-Guides umsonst im Netz. Behalte aber im Kopf, dass viele die Regionen besser darstellen, als sie sind. Denn das ist in vielen Fällen, was die NutzerInnen lesen wollen. Deshalb ist es sinnvoll sich einen altmodischen Surfguide anzuschaffen, etwa die “Bibel”, den Stormrider Surfguide Europe. Es ist auch sinnvoll, sich damit zu beschäftigen, wie Wellen entstehen. Natürlich kannst du dich auch blind auf unsere Empfehlung oder die anderer Quellen verlassen. Sinnvoller ist aber, wenn du weißt warum eine Region im September gut ist oder nicht.

  3. Check das Angebot

    Viel ist auch von der Infrastruktur abhängig. Wo sind die Flughäfen? Wann haben die Surfcamps Saison? Wie entwickeln sich die Preise? Lass dich aber nicht dazu verleiten, ein Surfcamp gänzlich außerhalb der Wellensaison zu buchen. Damit das nicht passiert, ist es auch sehr sinnvoll, sich vorher eingelesen zu haben. Entweder gehst du über die Empfehlungen in unseren Artikeln, oder du suchst einfach bei Google nach “Surfcamp in XY”. Dabei sind nicht automatisch die ersten Vorschläge die besten: Du weißt schließlich schon, wann es wo gut ist. Surfcampbetreiber stellen dagegen natürlich ihren Strand immer im besten Swell dar.

  4. Notiere dir deine Ergebnisse

    Durcheinander von den vielen Variablen? Trag nochmal stichpunktartig zusammen, was du rausgefunden hast. Dann sollte die Auswahl (wenigstens für Europa) auf einige wenige Ziele zusammengeschrumpft sein.

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